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Frage zur Fluggastrechte Verordnung was zählt als Ankunftszeit wenn Flug gestrichen und Ersatzflug v

11.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Flug
 Von 
NikSeib
Status:
Schüler
(484 Beiträge, 210x hilfreich)
Frage zur Fluggastrechte Verordnung was zählt als Ankunftszeit wenn Flug gestrichen und Ersatzflug v

Wie verhält sich folgender Fall:

Kunde bucht Flug von A nach B bei Airline X dieser Flug wird gestrichen.
X stellt Ersatzflug von A nach B über C und D bereit.
K sollte nach Plan B somit 2Stunden 30Minuten später erreichen, nun hat der Flug von D nach B mit Airline Z Verpätung so dass die Ankunft erst nach 4h20Min erfolgt.

Kann nun X die Auszahlung bei einer Strecke von über 5000km verweigern oder halbieren weil die Ankunft nach Plan ja unterhalt von 4Stunden erfolgen sollte und X für die Verspätung von Z nicht verantwortlich ist?

-- Editier von nikseib am 11.01.2017 19:29

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Flug


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2276 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von nikseib):
Kunde bucht Flug von A nach B bei Airline X dieser Flug wird gestrichen.

Das ist eine Annulierung nach Art. 5 der Fluggastverordnung.

Zitat (von nikseib):
X stellt Ersatzflug von A nach B über C und D bereit.

Das ist eine Ersatzbeförderung nach Art. 8.

Zitat (von nikseib):
K sollte nach Plan B somit 2Stunden 30Minuten später erreichen, nun hat der Flug von D nach B mit Airline Z Verpätung so dass die Ankunft erst nach 4h20Min erfolgt.

Das schließt eine Ausgleichzahlung meiner Meinung nach weder ganz aus noch reduziert sich das auf die Hälfte, wenn für die Annullierung keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen.
Vgl. Art. 5 Abs. 1 c) iii) und Abs. 3 sowie Art. 7 Abs. 2 c)
Die Ankunft des Ersatzflugs ist zwar planmäßig nur 2,5 Std später, aber tatsächlich über 4 Std.


Würde ein Forderungsschreiben mit Fristsetzung schicken, hierzu gibt es ganz gute Muster im Internet. Nach Fristablauf kann man sich überlegen, sich an die Schlichtungsstelle zu wenden (sofern die Airline daran teilnimmt), das an eines der Inkassos abzugeben (kostet nicht wenige % im Erfolgsfall) oder das auf eigene Faust (ggf. mit Anwalt) einzuklagen.



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#2
 Von 
vundaal76
Status:
Lehrling
(1688 Beiträge, 1092x hilfreich)

Es kommt schon darauf an, wo sich A befindet bzw. ob X eine EU Fluggesellschaft ist.

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#3
 Von 
NikSeib
Status:
Schüler
(484 Beiträge, 210x hilfreich)

nun der Abflugort also auch der Beginn des startenden Fluges ist EU Gebiet X ist eine EU Airline Z nicht

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#4
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2760 Beiträge, 1617x hilfreich)

Hallo,

grauenhaft!!!! Warum schreibt man nicht, von wo nach wo mit welcher Airline es gehen sollte und wie dann letztendlich die Streckenfuehrung erfolgte und mit welchen Fluggesellschaften dann endgueltig geflogen wurde.

Also ich fliege denn am SDE um QQQ Uhr von CK nach YZ mit Zwischenlandung in GRRRR und das dreimal :dau:


Viele Gruesse
bernardoselva

Signatur:Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!
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#5
 Von 
NikSeib
Status:
Schüler
(484 Beiträge, 210x hilfreich)

nun es heißt doch immer keine Rechtsberatung im Einzelfall

aber eine Bekannte hat mir erzählt dass sie Probleme Airberlin hat da ihr langstreckenflug gestrichen und statt dessen umgebucht wurde.
Airberlin will jetzt nur die hälfte Zahlen weil ja nach geplanter Umbuchung die Verspätung weniger als 4Stunden Verspätung bedeutet hätte und man eben die Verspätung einer nicht Airberlin Maschine keine Schuld hätte.
Aber es geht mir eben auch um die Grundsätzliche bedeutung denn zB wurde auch bei mir schon ein KLM Flug annulliert und statt über AMS ging es dann über CDG per AF weiter damals war die Maschine aber überpünktlich und ich kam nur rund 90Min verspätet am Ziel an nach Plan wären es 110Min gewesen also eben kein Anspruch aber was eben wenn es doch mal mehr wird?

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#6
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2760 Beiträge, 1617x hilfreich)

Zitat (von nikseib):
......nun es heißt doch immer keine Rechtsberatung im Einzelfall......

Also ich glaube nicht das es eine Rechtsberatung ist wenn Sie zur Einschaetzung angeben, wie das Routing urspruenglich war und dann tatsaechlich erfolgte.

Wenn ich Ihre Zeiten lese faellt uf, dass die Fluggesellschaft, die urspruenglich gebucht wurde und den Flug durchfuehren sollte, diesen gecanceld hat, aber einen Alternativflug anbot, den Sie auch angenommen haben. Zusaetzlich sollten Sie als Ausgleichszahlung 50 % der vollen Ausgleichszahlung bekommen. Vermutlich bezog man sich auf Artikel 7, 2 der EU-Fluggast-VO 261/2004.

Da der Ersatzflug nun auch Verspaetung hatte erreichten Sie Ihren Endpunkt mit einer absoluten Verspaetung von ueber 4 Stunden und gehen davon aus, dass Ihnen nochmals eine Ausgleichszahlung nach der VO zusteht, bzw. eine Aufstockung von 50 auf 100 %.

Ich denke mir, dass Sie sich dies abschminken koennen, denn Sie ueberlesen, dass die VO von der planmaessigen Ankunftszeit spricht nach der auf 50% zu kuerzen waere. Ich nehme an, dass die nicht veraendert wurde und das dann eine ausserplanmaessige Verspaetung eintrat. Diese lag jedoch innerhalb der 3-Stunden-Grenze gemaess Flugplan. Demnach haetten Sie keine weiteren Ansprueche.

Das ist meine Auffassung der Dinge.


Viele Gruesse
bernardoselva

Signatur:Touristiker. Hinweise sind meine persoenliche Meinung und keinesfalls Rechtsberatung!
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#7
 Von 
NikSeib
Status:
Schüler
(484 Beiträge, 210x hilfreich)

Also die VO schreibt:
(2)
Wird Fluggästen gemäß Artikel 8 eine anderweitige
Beförderung zu ihrem Endziel mit einem Alternativflug ange-
boten, dessen Ankunftszeit
c) bei allen nicht unter Buchstabe a) oder b) fallenden Flügen
nicht später als vier Stunden
nach der planmäßigen Ankunftszeit des ursprünglich gebuchten Fluges liegt, so kann das ausführende Luftfahrtunter-
nehmen die Ausgleichszahlungen nach Absatz 1 um 50 % kürzen.

wo habe ich dort etwas überlessen?
Es liest sich doch so das die EU-VO eben nur auf die Ankunftszeit des Fluges abstellt und für den Tatbestand des Artikels 8 es völlig irrelevant ist ob nun ein gebuchter Flug oder Ersatzbeförderung darstellt.

Ihre sichtweise könnte ich nur verstehen wenn ein Zusatz der Formulierung wie " Alternativflug angeboten, dessen PLANMÄßIGE Ankunftszeit ..." enhalten wäre, was nicht der Fall ist.

Aber diese Präzisierung ergibt eben nicht aus der Rechtsnorm auch erschließt sich mir nicht warum es für eine Flugleistung zwei selbstständige Ansprüche nach der EU-VO geben sollte.

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#8
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2760 Beiträge, 1617x hilfreich)

Zitat (von nikseib):
......und für den Tatbestand des Artikels 8 es völlig irrelevant ist ob nun ein gebuchter Flug oder Ersatzbeförderung darstellt.......

Tja, das sind dann die Tatbestaende, die vor dem EuGH landen, da die VO keine klare Aussage zu solchen Gegebenheiten macht.

Ich fuer meinen Teil sehe das so:
Die Fluggesellschaft, die den Flug abgesagt hat, hat Ersatz im Rahmen der VO angeboten und entsprechend Artikel 7 die vorgesehene Ausgleichszahlung (planmaessig vorgesehene Ankunftszeit) geleistet.

Mit der Annahme der neuen Verbindung kommt ein neuer Befoerderungsvertrag zustande. Die Verspaetung, die hier entstanden ist, ist der neuen Fluggesellschaft (= ausfuehrende Fluggesellschaft entsprechend der VO) zuzurechnen. Die Verspaetung lag innerhalb der Toleranz, also besteht kein neuerlicher Anspruch.

Die entscheidende Frage wird die Zustaendigkeit sein - alte oder neue Fluggesellschaft. Ich wuerde die Zustaendigkeit bei der neuen Fluggesellschaft sehen.


Viele Gruesse
bernardoselva


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#9
 Von 
NikSeib
Status:
Schüler
(484 Beiträge, 210x hilfreich)

Weil die Verordnung manchmal unpräzise ist, ist es ja gerade interessant und wichtig die Argumentation der "anderen Seite" zu verstehen.

Die Systematik ist doch folgende:

zunächst ist Artikel 5 relevant genauer Art. 5 Abs. c und Nr. iii ebenso verweist Art. 5 auf Art. 7.

Art. 7 beschreibt die Bedingungen für die Erstattung.
Aber wie soll aus Artikel 7 hervor gehen dass auf die planmäßige Ankunftszeit und nicht die reale wirklich eingetretene Ankunftszeit ankommen soll?
Denn in Abs. 2 des Art. 7 steht doch nur "dessen Ankunftszeit"

Zudem wäre doch das abstellen auf eine planmäßige Ankunftszeit viel Raum für Manipulationen bieten:
nehmen wir an ein Flug wird Anulliert dieser sollte von Hamburg nach München statt finden Abflug 7Uhr Ankunft 8Uhr da die nächsten Flüge aber erst wieder um 12Uhr statt finden bucht die Gesellschaft die Strecke Hamburg - Düsseldorf -München
neuer Abflug in Hamburg 7:30Uhr Ankunft in Düsseldorf 8:15Uhr Abflug Düsseldorf 8:20Uhr Ankunft in München um 9Uhr

Nun ist logischerweise der Anschluss in 5Minuten nicht schaffbar und es wird ein Flug um 11Uhr notwendig mit Ankunft um 11:45Uhr. Nach der Argumantation würden keine Ansprüche bestehen da ja die geplante Ersatzbeförderung schon um 9Uhr ankommen sollte
(man kann natürlich die Zeiten nicht ganz so offentlich unerreichbar planen)

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#10
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2276 Beiträge, 415x hilfreich)

Ich bleibe bei meiner Meinung in #1 und würde bei einer dt. Airline nach Fristablauf die Experten der Schlichtungsstelle dran setzen.

Die annullierende Airline muss sich um eine Ersatzbeförderung kümmern und kann einen auch auf Kapazitäten Dritter buchen, um zu versuchen, die Ausgleichszahlung zu reduzieren. Wenn das in den Zeitfenstern nicht klappt, gibt's keine Reduzierung. Die planmäßige Ankunftszeit bezieht sich auf den annullierten Flug.

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#11
 Von 
NikSeib
Status:
Schüler
(484 Beiträge, 210x hilfreich)

Zitat (von Retels):
Wenn das in den Zeitfenstern nicht klappt, gibt's keine Reduzierung. Die planmäßige Ankunftszeit bezieht sich auf den annullierten Flug.

genau so lese ich die Verordnung auch aber wie schon gesagt die gegenteilige Argumentation ist natürlich grundsätzlich interessant

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#12
 Von 
HoladieWaldfee
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich hatte die Erfahrung mit Eurowings gemacht das ich von Barcelona nach Muc 6 Stunden Verspätung hatte. Ich habe darauf hin Experten für Fluggastrechte eingeschaltet die mir eine Rückerstattung der Reisekosten, bzw. einen Schadensersatz ermöglicht haben. Ich hatte dann damit relativ wenig Stress oder gar etwas zu tun. Ich habe denen meine Daten und Flugdaten gegeben und die haben sich um alles gekümmert. Das war gut, da ich bis dahin nur bedingt Ahnung von Fluggastrechten hatte. Zwar ist das nicht nur mit der allgemeinen Unzufriedenheit mit der Fluggesellschaft zu vergleichen, dennoch gehört Pünktlichkeit auch zum Service.

Also so würde ich mich als X auch noch einmal verhalten

-- Editiert von Moderator am 19.01.2017 10:09

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#13
 Von 
NikSeib
Status:
Schüler
(484 Beiträge, 210x hilfreich)

nun ich habe die Erfahrung gemacht dass oft schon 15Minuten Aufwand ausreichend sind um die entsprechende Entschädigung nach der Verordnung innerhalb von rund 6Wochen erfolgreich einfordern zu können.

Das umfasst eben das Abfassen eines Forderungsschreiben und den Faxversand, Abfassen des Mahnschreibens und Vorbereitung des Postzustellungsauftrags, Antrag für den Mahnbescheid.

Bisher konnten alle Fälle egal ob LH, AB, EW, DE allein im Mahnverfahren beendet werden

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#14
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2760 Beiträge, 1617x hilfreich)

Zitat (von HoladieWaldfee):
.......Ich hatte die Erfahrung mit Eurowings gemacht das ich von Barcelona nach Muc 6 Stunden Verspätung hatte. Ich habe darauf hin Experten für Fluggastrechte eingeschalte.......

Und was hat Ihr Fall mit dem hier diskutierten Fall zu tun??? Nichts!!!! aber rein garnichts!!!!

Ihre so genannten Experten fuer Fluggastrechte kassieren nur im Erfolgsfall fette Provisionen. Alles was einigermassen kompliziert erscheint, da gehen die erst garnicht dran und gehen kein Prozessrisiko ein. Ihren Fall der Verspaetung haette jedes Schulkind im ersten Schuljahr durchgesetzt. Dazu benoetigt man mit Sicherheit keine Experten, so klar wie der Tatbestand war.


Viele Gruesse
bernardoselva

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