Fogging in der Wohnung

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Wenn die Wände schwarz werden

Das Problem nimmt zu: In immer mehr Wohnungen werden – teilweise über Nacht – die Wände (vor allem Ecken) schwarz. Das hat mit Rauchen nichts zu tun. Die Beseitigung dieser schwarzen Wände ist Sache des Mieters, wenn er die Schönheitsreparaturen zu tragen hat.

Unklare Ursachen

Die Ursache für Fogging ist mysteriös. Zu 70 % sind Wohnungen von Frauen betroffen, angeblich weil sie Kerzen, Parfüm und Duftstoffe benutzen. Dazu kommen jedoch hauptsächlich Einflüsse aus Wandfarben und Teppichen, die seit den 90er Jahren in erster Linie organisch sind.

Wer haftet für die Schäden an der Wand?

Alles haben die Fälle gemeinsam: Den Mieter trifft in der Regel kein Verschulden. Also wendet er sich an den Vermieter und fordert auf, die Mängel zu beseitigen. Der lehnt ab. Er hat sich ja ebenfalls nichts zu Schulden kommen lassen.

Die Garantiehaftung des Vermieters

Das Gesetz kennt in den §§535, 536, 536a BGB eine Garantiehaftung des Vermieters, die auch dann gilt, wenn der Mangel bei Übergabe nicht vorhanden war. Der Mangel muss im Verantwortungsbereich des Vermieters liegen. (BGH Jan 2006-VIII ZR 223/04, NJW 2006,1061) Wandfarbe und Teppiche sind in der Regel vom Vermieter eingebracht.

Rechte des Mieters bei Foggingschäden

Der Mieter kann also, sofern sachverständig nicht sein Verschulden festgestellt wird, nach § 536 a Abs. 2 BGB Beseitigung und nach ständiger Rechtsprechung einen Vorschuss verlangen. Das setzt voraus, dass der Vermieter mit der Mängelbeseitigung im Verzug ist.

Tipp für betroffenen Mieter

Lassen Sie durch einen Sachverständigen die Foggingschäden dokumentieren und eine mögliche Ursache feststellen. Wenn Sie den Mangel angezeigt haben, dürfen Sie auch mindern. Wir beraten Sie gerne.

Leserkommentare
von Aykay LL.M. am 14.08.2013 13:40:33# 1
Immer wunderbar kurz und knapp, auch für juristische Laien leicht verständlich und auf den Punkt, der Herr Nippold.
    
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