Fake-Abmahnungen: Wie erkennt man sie?

Mehr zum Thema:

Urheberrecht - Abmahnung Rubrik, Abmahnung, Fälschung, Auffenberg, Betrug, Ukash, Fake-Abmahnung

0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Abmahnungen per E-Mail? Kein Grund zur Sorge

Derzeit verschicken vermeintlich pfiffige Ganoven gefälschte Abmahnungen per E-Mail, welche angeblich von den Rechtsanwälten Auffenberg, Petzold & Witte stammen sollen.

In einer solchen gefälschten Abmahnung heißt es:

Andreas Schwartmann
seit 2004 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Robert-Perthel-Str. 45
50739 Köln
Tel: 022180137193
Web: www.rechtsanwalt-schwartmann.de
E-Mail:
Familienrecht, Miet und Pachtrecht, Zivilrecht, Verkehrsrecht, Internet und Computerrecht, Arbeitsrecht, Erbrecht, Kaufrecht, Strafrecht
Preis: 75 €
Antwortet: ∅ 13 Std. Stunden

"Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mi t§§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht. 

Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen Werken dokumentiert worden.

Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige gegen Sie erstellt."

Und weiter:

"Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden heutzutage Urheberrechtverletzungen erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt."

Gefordert wird dann die Zahlung von 100 EUR mittels einer Ukash-Karte oder per PaySafe Voucher.

Auffällig ist, neben sprachlichen Mängeln, dass die angeblich heruntergeladenen Titel gar nicht benannt werden und auch kein Tatzeitpunkt angegeben ist. Zudem wird der Betroffene nicht namentlich angesprochen, sondern erhält nur ein saloppes " Guten Tag" zur Einleitung.

Die Kanzlei Auffenberg hat erwartungsgemäß bestätigt, dass diese E-Mails nicht von ihr stammen.

Woran erkennt der in solchen Fragen unerfahrene Leser aber nun dass diese Abmahnung nicht echt sein kann?

  • Abmahnungen kommen nicht per E-Mail.
  • Die Anrede ist unpersönlich und nur allgemein gehalten.
  • Abgemahnt wird richtigerweise nicht der Download, sondern die unerlaubte Weiterverbreitung urheberrechtlich geschützter Werke.
  • Die betroffenen Werke sind sodann namentlich aufzuführen – diese fehlen hier.
  • Der Tatzeitpunkt ist nicht benannt.
  • Genannte Aktenzeichen existieren nicht.
  • Zur Vermeidung künftiger Rechtsverletzungen wird immer die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung gefordert – auch darauf wird hier aber verzichtet.
  • Der geforderte Schadensersatz und die zu erstattenden Anwaltskosten belaufen sich in der Regel auf weit mehr als 100 EUR – und sind dann auch nicht per Ukash oder Paysafe Karte zu zahlen, sondern durch Überweisung auf das Konto der Anwaltskanzlei.

Zudem enthalten echte Abmahnungen keinen unfreiwillig komischen Hinweis darauf, dass „heutzutage Urheberrechtverletzungen erfolgreich vor Gerichten verteidigt“ werden. Das wäre sicher nicht im Sinne der Abmahner.

Betroffene, die eine solche E-Mail erhalten haben und sich gleichwohl unsicher sind, sollten sich nicht scheuen, bei dem angeblichen Absender telefonisch nachzufragen oder einen Anwalt ihres Vertrauens hinzuzuziehen.

Eine Zahlung sollte selbstverständlich dann auch nicht erfolgen. Im übrigen kann die E-Mail als Betrugsversuch zur Anzeige gebracht werden.

Rechtsanwalt A. Schwartmann
Robert-Perthel-Str. 45
50739 Köln

Tel.: 0221 801 37193
E-Mail: info@rechtsanwalt-schwartmann.de

https://www.rechtsanwalt-schwartmann.de
Wollen Sie mehr wissen? Lassen Sie sich jetzt von diesem Anwalt schriftlich beraten.
Diskutieren Sie diesen Artikel