Erbschein

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Wann man einen Erbschein beantragen sollte

Ein Erbschein kann jeder Erbe beim Amtsgericht, welches in dem Gerichtsbezirk liegt, in dem der Erblasser/die Erblasserin gestorben ist, er/sie also seinen letzten Wohnsitz hatte, beantragen. 

Sie können dort zum Beispiel persönlich einen Termin vereinbaren oder sich gegebenenfalls auf der Internetseite des betreffenden Gerichts ein Antragsformular herunterladen. 

Daniel Hesterberg
seit 2009 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
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Arbeitsrecht, Erbrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht, Baurecht, Verwaltungsrecht, Ausländerrecht
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Der Erbschein ist jedenfalls der sicherste Nachweis, dass man Erbe geworden ist.

Sind - wie hier - mehrere Erben vorhanden, so ist auf Antrag ein gemeinschaftlicher Erbschein zu erteilen. Der Antrag kann von jedem der Erben gestellt werden. 

In dem Antrag sind die Erben und ihre Erbteile anzugeben. 

Wird der Antrag nicht von allen Erben gestellt, so hat er die Angabe zu enthalten, dass die übrigen Erben die Erbschaft angenommen haben. 

Tatsächlich ist er nicht immer notwendig, muss also nicht zwingend in jedem Fall beantragt werden. 

Gegnüber Banken und Versicherungen genügt die Vorlage des Testaments oder Erbvertrages zusammen mit dem Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichtes, auch wenn jedenfalls die Praxis der Vergangenheit anders aussah.

Bei Grundstücken und Gesellschaftsanteilen empfiehlt sich hingegen ein Erbschein.

Dieser ist recht kostengünstig zu haben und richtet sich nach dem Wert des Nachlasses bzw. Erbanteils.

Sie sollten aber vorher mit denjenigen, denen potentiell ein Erbschein vorzulegen wäre, abklären, ob dieser wirklich erforderlich ist - wie gesagt, häufig ist es rechtlich nicht notwendig.

Amtlich ist ja schließlich schon das Eröffnungsprotokoll.

Der Erbschein bedeutet erst einmal nach formal-rechtlichen Grundsätzen, dass jemand (Mit-)Erbe geworden ist. Es wird lediglich vermutet, dass demjenigen, welcher in dem Erbschein als Erbe bezeichnet ist, das in dem Erbschein angegebene Erbrecht zustehe und dass er nicht durch andere als die angegebenen Anordnungen beschränkt sei.

Dieses muss nicht unbedingt mit der wahren Rechtslage übereinstimmen.

Dritte können sich aber zunächst im Rechtsverkehr darauf berufen, wenn sie nicht bösgläubig sind:

Erwirbt jemand von demjenigen, welcher in einem Erbschein als Erbe bezeichnet ist, durch Rechtsgeschäft einen Erbschaftsgegenstand etc., so gilt zu seinen Gunsten der Inhalt des Erbscheins als richtig, es sei denn, dass er die Unrichtigkeit kennt oder weiß, dass das Nachlassgericht die Rückgabe des Erbscheins wegen Unrichtigkeit verlangt hat.

Ergibt sich also, dass der erteilte Erbschein unrichtig ist, so hat ihn das Nachlassgericht einzuziehen. Mit der Einziehung wird der Erbschein kraftlos.

Dieses können beispielsweise die tatsächlichen Erben beantragen.

Das Nachlassgericht kann aber auch von Amts wegen über die Richtigkeit eines erteilten Erbscheins Ermittlungen veranstalten.

Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt


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