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Ende Mietverhältnis - völlig vor den Kopf gestoßen

11.1.2013 Thema abonnieren Zum Thema: Mietverhältnis
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)
Ende Mietverhältnis - völlig vor den Kopf gestoßen

Hallo Forumsgemeinde,

ich hatte vor einiger Zeit schon mal gepostet, da ging es um das Problem der korrekten Kündigung durch Mieter. Hat sich dann alles aber gut aufgelöst und sie ziehen Ende Januar aus.

Nun ging keine Januarmiete ein. Ich fragte dann mal nach und es hieß, 1000 Mal Entschuldigung, was jahrelang klappte, klappt natürlich auch im letzten Monat und wird sofort erledigt. Kam nichts. Heute frage ich wieder nach und es wurde mir gesagt, die ausstehende Miete würde erst bei Übergabe gezahlt, man habe "Gründe" dafür, die man nicht nennen wolle.

Ich bin vor den Kopf gestoßen, denn das Mietverhältnis lief durchweg ohne die kleinste Irritation.

Meine Frage an Euch: Muss ich überhaupt eine Übergabe machen, wenn die Miete nicht gezahlt wurde? Bin ich dazu verpflichtet, die Übergabe zu machen und danach (vielleicht oder vielleicht auch nicht) die Miete irgendwann überwiesen zu kriegen? Oder sie gar als Barzahlung anzunehmen? Vermutlich auch nur dann, wenn ich keine Mängel ins Übergabeprotokoll aufnehme?

Dann stellte ich fest, dass die Öltanks komplett leer sind. Da es ein Haus ist, haben die Mieter immer selbst getankt. Sie haben sich geweigert, die Heizung bis zum Ende des Mietverhältnisses in Betrieb zu halten. Auf Nachfrage wurde erklärt, man habe die Tanks "leergezogen" und wohne schon in der neuen Wohnung. Man werde garantiert nichts mehr tanken.

Was würdet Ihr raten?

Ich fühle mich zum einen ungerecht behandelt, da das Mietverhältnis beidseitig stets korrekt war, vor allem aber fühle ich mich genötigt, erst die Übergabe zu machen und dann Miete zu bekommen.

EDIT: Öl habe ich natürlich sofort auf meine Rechnung bestellt, da knackiger Frost angesagt ist.

Gruß,

Morcheeba





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-- Editiert Morcheeba am 11.01.2013 14:35

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Mietverhältnis


59 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Michael32
Status:
Senior-Partner
(6339 Beiträge, 1244x hilfreich)

Die Miete ist natürlich zu bezahlen.
Denke hier kannst Du wohl gleich einen Anwalt einschalten, auf Kosten der Mieter (sind die solvent ??)

Das Thema Öltank hatten wir auch schon 2x bei Auszug aus einem jeweils gemieteten Haus. Ist recht schwierig, das auf einen gerechten Nenner zu bekommen, wer kauft die Restmenge zu welchem Preis ?? Wert lt. Rechnung oder aktueller Ölpreis ??? Da haben die Mieter wohl vorgesorgt, müssten sich aber darum kümmern, dass nichts einfrieren oder Schimmeln kann ohne Heizöl....

Eine Übergabe an sich muss gar nicht gemacht werden, es reicht, wenn der Mieter dem Vermieter die Schlüssel aushändigt. Eine Übergabe hat halt den Sinn, dass man vor Ort sich austasuchen kann.

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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17878 Beiträge, 11908x hilfreich)

Unabhängig davon hast du eine Mietkaution, oder? Diese auf jeden Fall bis zur Klärung des Schadens zurückbehalten. So würde ich das auch ankündigen.

Ohne Übergabe ist immer schwierig nachzuweisen, was für Schäden wie wann aufgetreten sind. Wenn denn im Sinne des Mietvertrages renoviert werden müsste ziehen die Mieter ohne Übergabeprotokoll auch gerne mal den Kürzeren. Auf jeden Fall den Zustand ds Hauses gut dokumentieren, wenn irgendwas auffällig ist.

Wie lange waren die Mieter im haus? Wieviele heizperioden gab es? Wann sind sie eingezogen? War im Mietvertrag vereinbart, dass sie die Menge, die beim Einzug im Tank war frei verwenden können? Dass Sie bei Auszug die gleiche Menge zu hinterlassen haben?

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#3
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Den MietV habe ich bei Eigentümerwechsel übernommen. Dieser Vertrag wurde leider nur mündlich geschlossen und es wurde auch keine Kaution gezahlt. Schönheitsreparaturen sind also auch nicht zu machen.

Das Mietverhältnis bestand seit mehr als 10 Jahren.

Mit dem Vormieter hatten diese Mieter eine Abrechnung über den Rest Öl gemacht, der bei Einzug noch im Tank war.
Der Nachmieter hätte nun seinerseits eine Regelung mit dem Vormieter finden sollen. Da noch kein Nachmieter da ist, hätte ich das Öl übernommen.

Ich werde dann nun einen Übergabetermin ablehnen, das seht ihr doch auch so, oder? Die fehlende Miete klage ich dann notfalls ein, wenn meine Anwältin nichts erreicht. Habe meine Mietrechtsanwältin schon angememailt deswegen; sie war leider unterwegs.
Ich lasse mich doch nicht erpressen, von wegen, machen sie mal ein Übergabeprotokoll in unserem Sinne und dann gibt es vielleicht die Miete.
Vielleicht gebe ich auch dem neuen VM, der mir bekannt ist, einen Hinweis.

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-- Editiert Morcheeba am 11.01.2013 15:35

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#4
 Von 
Michael32
Status:
Senior-Partner
(6339 Beiträge, 1244x hilfreich)

:???: Wie schon geschrieben, der Mieter muss lediglich die Schlüssel Dir zurückgeben und dann kannst Du Dir alles ansehen. Eine gemeisname Übergabe hat ja nur den Sinn, dass man zusammen erst mal alles besprechen und evtl. gleich vereinbaren kann, was gemacht werden muss.

Verkaufst Du das Haus dann jetzt ?? (Denn wenn ich Deine Beiträge lese, dann komme ich zu dem Schluss, dass Du zum Vermieten zu wenig Ahnung hast)



-- Editiert Michael32 am 11.01.2013 15:49

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#5
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Weil ich so wenig Ahnung habe, bin ich bei Haus & Grund, fachanwaltlich beraten und in diesem Forum :grins:
Bei Haus & Grund gleicht es leider einem Sechser im Lotto, mal durchzukommen und die Anwältin ist eventuell später noch erreichbar.

Dürfen hier nur Fachleute Fragen stellen?



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#6
 Von 
Barni Gröllheimer
Status:
Lehrling
(1441 Beiträge, 219x hilfreich)

quote:
Dürfen hier nur Fachleute Fragen stellen?

natürlich nicht, dafür ist ja das Forum da

quote:
Bei Haus & Grund gleicht es leider einem Sechser im Lotto, mal durchzukommen und die Anwältin ist eventuell später noch erreichbar.

kenne ich leider auch, allerdings muss man auch sagen, dass bei einem Jahresbeitrag von € 40-60 je nachdem keine Wunder zu erwarten sind. Da muss man mitunter auch ein wenig Geduld mitbringen.

Unterm Strich lohnt es sich dennoch, da einmal ein Anwaltstermin ohne eine Mitgliedschaft selten unter € 100-300 abgeht, je nach Länge der Beratung und Umfang der Fragen.

-- Editiert Barni Gröllheimer am 11.01.2013 16:34

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#7
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Ist mir schon klar mit H & G, war auch nicht als Vorwurf gemeint.

Insgesamt komme ich da leider aber kaum weiter und gehe lieber gleich zum Anwalt.

Allein schon dieses permanent dauerbesetzte Telefon bei H & Grund kann ich mir nicht geben, wenn ich dringend eine Auskunft brauche.


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#8
 Von 
Barni Gröllheimer
Status:
Lehrling
(1441 Beiträge, 219x hilfreich)

Ohne Kaution und ohne vernünftigen Mietvertrag bleibt nur zu hoffen, dass das Mietobjekt in einem nicht allzu schlimmen Zustand ist.

Natürlich muss man sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen mit der 1 MM, dennoch glaube ich, dass man bei dem geschilderten Sachverhalt keinen grossen Blumentopf gewinnen kann.

Und Tschüs, so ist es halt, diese Erfahrung macht wohl jeder VM früher oder später....

-- Editiert Barni Gröllheimer am 11.01.2013 17:01

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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(28857 Beiträge, 8849x hilfreich)

quote:
Ich werde dann nun einen Übergabetermin ablehnen, das seht ihr doch auch so, oder?

Nein, das sehe ich nicht so. Ich würde zur Abnahme Verstärkung (= Zeugen) mitbringen und diese Abnahme mit äußerster Gründlichkeit durchführen, d.h. jede kleine Macke und jeden kleinen Schaden dokumentieren. Die Mieter haben wahrscheinlich kein Protokoll aus dem hervorgeht, das ein bestimmter Schaden bereits beim Einzug vorhanden war.

Wenn die Mieter ihre Miete dann weiter zurückhalten wollen, dann solltest Du gleich klar machen, dass Du somit gezwungen bist, einen Anwalt einzuschalten und dass dessen Kosten natürlich vom Mieter zu zahlen sind.

Wenn Du erst nach dem Auszug eine Bestandsaufnahme machst, dann entsteht schnell das Problem, dass der Mieter behauptet, ein bestimmter Schaden sei bei seinem Auszug nicht vorhanden gewesen und daher wohl vom Vermieter verursacht worden.

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#10
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Ich habe die Wohnung vor wenigen Wochen gesehen. Sie ist zum Glück in sehr gutem Zustand.

Habe mit der Anwältin gesprochen und sie schreibt die Mieter kurz an und setzt ihre eigene Kosten mit drauf, da die Mieter in Verzug sind. Wenn dann nix kommt, wird ein Mahnbescheid beantragt.

Sie wird auch noch was zu der Pflicht zur Betankung mit Öl während der Zeit, in der das Haus noch in deren Besitz ist, sagen. Es ist das Letzte, einfach zu verschwinden und während das Mietverhältnis noch läuft das Öl abzupumpen. Selbst wenn es zu Ende wäre, spricht man doch mit dem VM und vermeidet damit die Gefahr, dass alles kaputt geht, weil der VM nicht auf die Idee kommt, dass mitten im Winter bis auf den letzten Tropfen das Öl abgesaugt wird.


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#11
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Stimmt auch wieder, hh, es gibt kein Protokoll vom Einzug.

Die Mieter haben das Bad in Eigenregie komplett umgestaltet, überall andere Böden verlegt, z.B. einen hochwertigen Natursteinboden mit PVC überklebt, großflächig Böden gefliest und Decken abgehängt.

Theoretisch könnte der komplette Rückbau verlangt werden.

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#13
 Von 
Anjuli123
Status:
Bachelor
(3595 Beiträge, 1334x hilfreich)

quote:
Die Mieter haben das Bad in Eigenregie komplett umgestaltet, überall andere Böden verlegt, z.B. einen hochwertigen Natursteinboden mit PVC überklebt, großflächig Böden gefliest und Decken abgehängt.

Nachtigall, ick hör dir trapsen...

Ich würde mal vermuten, dass sie die letzte Miete nicht bezahlen wollen, weil sie der Meinung sind, dass ihnen Geld für diese Umbauten zusteht. Laß dich darauf bloß nicht ein.

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#14
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Ich habe zusätzlich das große "Glück", dass weitere Mieter, gerade erst eingezogen, schon die erste Miete bisher nicht gezahlt haben und der Öl-Tank auch so gut wie leer ist. Sie wollten tanken, taten es aber nicht. Sie gehen nicht ans Telefon und sind auch daheim nicht anzutreffen.
Da der Heizungsraum für mich zugänglich ist, habe ich heute Abend den Warmwasserbereiter abgeschaltet, den Brenner maximal runtergefahren und die Tür zum Heizungsraum abgeschlossen.

Nun werde ich mal sehen, ob die Leute ein Lebenszeichen von sich geben, auf Rückruferbeten oder Schreiben reagieren, wenn´s kalt wird.

Da sie selbst lt. Mietvertrag für das Öl zuständig sind, dürfte da auch keine eV helfen. Ich bin nicht dazu verpflichtet, zu tanken, um die Wohnung warm zu halten. Sondern ich tanke nun, um mein Eigentum vor Frostschäden zu schützen.

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#16
 Von 
werner_r
Status:
Student
(2194 Beiträge, 482x hilfreich)

Sondern ich tanke nun, um mein Eigentum vor Frostschäden zu schützen.

Sooo teuer sind ein paar geplatzte Leitungen auch wieder nicht.

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#17
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Die Heizraumtüre wurde nicht aufgebrochen.
Ich habe so gut ich konnte ausgewählt. Schufa-Auskunft verlangt, Verdienstbescheinigungen kopiert, gesehen, dass dauerhafte Arbeitsverhältnisse bestehen. Kenne sogar einen der Arbeitgeber, den des Mannes. Mehr konnte ich nicht tun.
Ich hätte auch gerne das Minsterialbeamtenehepaar. Aber in der Provinz wird es immer schwieriger, überhaupt noch Leute zu finden, der Leerstand ist in der Region groß. Bisher waren die Mietverhältnisse immer sehr langfristig (mind. 10 Jahre) und problemlos. Wenn sich das so ändern sollte, dass nur noch Dauerärger angesagt ist, dann würde ich die Objekte abstoßen, egal wie.
Ich bin auf die Einnahmen zum Glück nicht zwingend angewiesen. Es ist schön, wenn ohne viel Arbeit ein wenig bei rumkommt (eh nicht viel bei unter 4 Euro/qm), aber wenn es nur noch Stress gibt, steht die Rendite halt in keinem Verhältnis mehr zum Aufwand.

Die Leuten haben sich heute gemeldet und gemeint, bei der Überweisung der Miete hätte sich ein Zahlendreher eingeschlichen und sie würden sofort erneut überweisen. Mit dem Öl da hätten sie einem Lieferanten vor Weihnachten Bescheid gegeben, aber der habe sich nie mehr gemeldet.....
Au Mann....

Die Mieterin des Ausgangsfalls hat sich heute übrigens gemeldet und zugesagt, die Miete nun doch zu zahlen. Es scheint, als habe der Hinweis auf anwaltlichen Beistand den Meinungswechsel erwirkt.


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#18
 Von 
werner_r
Status:
Student
(2194 Beiträge, 482x hilfreich)

hätte sich ein Zahlendreher eingeschlichen
einem Lieferanten vor Weihnachten Bescheid gegeben

na dann ...

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#19
 Von 
Anjuli123
Status:
Bachelor
(3595 Beiträge, 1334x hilfreich)

Na na, bleib skeptisch. Warte ab, ob die Miete in den nächsten 2-3 Tagen eingeht - länger dauert sowas nicht. Wenn nicht, gleich Mahnbescheid raus und dann abwarten. Nicht dass du dir Nomaden reingeholt hast.
Kommt auch die zweite Miete nicht: SOFORT die Fristlose raus, sonst verschwendest du nur unnötige Zeit. Hast du die Kaution schon?

Und das nächste Mal bitte endlich beachten: 1. Miete und Kaution bei Vertragsabschluß cash auf Kralle.

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#21
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Hallo,

eben waren die neuen Mieter da und haben einen Überweisungsbeleg über die Miete gebracht. Demnach haben sie heute am Bankautomaten überwiesen.

Sie sagten, sie hätten heute bei dem von mir vorgeschlagenen Öllieferanten angerufen, aber da sei ein Band gelaufen und er sei ab Montag erreichbar. Das mit dem Band und Montag stimmt, da ich diese Ansage selbst auch kenne. Nun werde ich sehen, ob nächste Woche was in den Tank kommt.

Ich hoffe einfach, dass es nach Anfangsschwierigkeiten laufen wird. Immerhin haben sie beide feste, bereits mehrjährige Arbeitsverhältnisse.

Ja, das mit der ersten Miete und Kaution stimmt wohl....Aber wenn die Leute zunächst doppelt Miete zahlen müssen, den Umzug zu stemmen haben und dann noch direkt die komplette Kaution zahlen müssen, dann ist das sehr viel. Die Realität sieht dann in der Provinz so aus, dass die Wohnungen leer stehen. Das ist da nicht machbar wie in der Stadt, wo ein reiner Vermietermarkt besteht. In der Provinz können die Mieter frei wählen.

Ich war selbst Mieterin und in der Großstadt kann man von einem Umzug von einer 2-Zimmer-Wohnung (nur, also kein ganzes Haus) in die nächste, wenn man Pech hat an die 8.000 Euro rechnen. Allein der Makler will dann schon locker 1.600 Euro. Dann noch ca. 2.100 Euro Kaution, die erste Miete von vielleicht 800 - 900 Euro inkl. NK. IdR zahlt man 1 bis 2 Monate doppelt, hat die Kaution der alten Wohnung noch nicht zurück, renoviert dort bei Auszug, bei der nächsten vielleicht bei Einzug, zahlt das Umzugsunternehmen, braucht das ein oder andere neue Möbelstück und der Gau ist dann, wenn die EBK nicht mehr passt.
Wer das nicht packt, kriegt eben keine Wohnung. Die Auswahl an Interessenten ist groß. 30 Bewerber und mehr auf jede Wohnung, egal wie doof sie ist, sind völlig normal. Bei schönen Objekten kann man nur noch von einer Flut an Interessenten sprechen. EINER ist immer dabei, der genug Kohle hat.

In der Provinz könnte auch keiner 3 MM Kaution verlangen. Utopisch.
2 MM werden in Raten gezahlt, das ist dort absolut üblich.

Es ist halt nicht überall München, Hamburg, Köln, Frankfurt...

Eine Bekannte zahlte mal in Genf 2.500 Euro (umgerechnet)/Monat für 60 qm Durchschnittsmietwohnung.

Von dem Ort, wo ich vermiete bis zum nächsten Ballungsgebiet sind es ca. 80 km. Die Mietsteigerung liegt auf dieser Distanz bei 250 % bis 300 %.

Sowohl als ehemalige Mieterin als auch als Klein-Vermieterin kann ich nur sagen, dass ich es abartig finde, was sich auf dem Mietmarkt abspielt. In der Stadt lächerlich hohe Preise, auf dem Land für die VM runiös geringe Mieten, wobei die Mieter dann noch komplett energiesanierte Häuser wünschen.




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-- Editiert Morcheeba am 12.01.2013 18:01

-- Editiert Morcheeba am 12.01.2013 18:05

-- Editiert Morcheeba am 12.01.2013 18:05

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#22
 Von 
Barni Gröllheimer
Status:
Lehrling
(1441 Beiträge, 219x hilfreich)

quote:
Sowohl als ehemalige Mieterin als auch als Klein-Vermieterin kann ich nur sagen, dass ich es abartig finde, was sich auf dem Mietmarkt abspielt. In der Stadt lächerlich hohe Preise, auf dem Land für die VM runiös geringe Mieten, wobei die Mieter dann noch komplett energiesanierte Häuser wünschen

das kann ich ebenfalls bestätigen, eine extreme Spreizung des Mieter- bzw. Vermietermarktes kaum z.B. 80 km entfernt von Stuttgart.

und...je günstiger die Miete, desto höher die Ansprüche am besten Whirlpool mit Luxusdusche und dann € 4,00 pro m² ....

ich wäre auch gerne VM in München....

-- Editiert Barni Gröllheimer am 12.01.2013 18:22

-- Editiert Barni Gröllheimer am 12.01.2013 18:24

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#23
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Hallo Barni,

in ca. 50 min ist man von uns aus mit dem Auto mitten in der Großstadt. Wir sind zwar weit draußen, aber mit der Straßenbahn fahre ich innerhalb meiner Stadt von einem Ende zum anderen auch eine Stunde.
Dann kann jemand fast genauso gut spottbillig auf dem Land wohnen und ist auch nicht länger zur Arbeit unterwegs.
Aus meine Heimatdort pendelt kaum jemand unter 50 km (nächste sog. Großstadt, aber deutlich kleiner als das nächste Ballungsgebiet), bis hin zu deutlich über 100 km.

Bei uns sind die Mieten bei so 3,40 - 4,00 Euro (Neubau, gehobene Ausstattung). Wenn ich ein EFH für deutlich unter 4 Euro anbiete, sagen viele Leute noch "ist uns zu teuer", oder "das ist dann inkl. NK, oder?".

Andere Eigentümer sagen, die Vermietung sei kein Problem. Klar: Minimalstmieten und die BK wurden auch zu eimem erheblichen Teil vom VM getragen. Klar fühlt sich ein Mieter wohl, wenn er für ein Haus mit Garage, Terrasse und Garten vielleicht 300 Euro kalt zahlt.

Ich finde die Entwicklung schade, da ich eigentlich gerne vermiete und mich um die Sachen kümmere.

Verkaufen bringt aber auch nichts, weil die Immopreise völlig kaputt sind. Ein stets gut gewartetes Haus mit Garten für ca. 80.000 Euro zu verkaufen kann es auch nicht sein.

Es wird aber auch auf Dauer nicht klappen, dass nur noch Spitzenverdiener Wohnraum in der Stadt zahlen können. Und selbst WENN man ihn zahlen kann: Wer hat noch Freude am Wohnen bei Preisen, die jenseits jeglicher Anstandsgrenze sind?

Wäre ich VM in München, müsste ich nie mehr arbeiten und könnte noch Familie, Freunde, Vereine etc. pp. unterstützen ;-).
So reicht es manchmal nicht mal für die Erhaltungskosten. Teures Hobby, das Vermieten *g*


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-- Editiert Morcheeba am 12.01.2013 20:22

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#24
 Von 
kathi2008
Status:
Student
(2700 Beiträge, 862x hilfreich)

Man darf aber auch nicht vergessen, dass im Moment die Immobilienpreise in den Grossstädten und im unmittelbaren Umfeld der Großstädte förmlich explodieren. Im Bereich Ein-oder Mehrfamilienhäuser bekommt man für 400 000€ nur noch absolute Schrottimmobilien. 50 km ausserhalb kosten sie nur noch einen Bruchteil, bzw. man bekommt für sein Geld noch das, was ich als angemessen bezeichnen würde.
Ein Freund von mir hat sich kurz vor der Euroumstellung ein altes Mehrfamilienhaus für 360000 DM gekauft. Das Teil hat noch Gaseinzelöfen, alte Elektrik, uralte Bäder, alte Holzfenster etc. Er hat in den gut 10 Jahren fast nichts in die Modernisierung der Immobilie gesteckt und nur die notwendigsten Reparaturen durchgeführt. Jetzt hat er für knapp 600 000 Euro verkauft.
Klar schlägt sich diese Preisexplosion auf die Mieten nieder. Irgendwie muss man seine jetzt zu Wahnsinnspreisen gekauften Immobilien schliesslich finanzieren.

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#25
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Neulich fiel ich in das Raster einer Kaltaquise. Der Anruf ging im Büro ein und mir wurden

in meiner Stadt 45 (!!) qm für 220.000 Euro angeboten.

Das ist kein Scherz.

Ich erlebe das genau wie Du, kathi.

Es gibt aber offenbar sehr viele Menschen, die sehr reich sind. Auch in meiner Stadt gibt es alte, großzügige Objekte (villenartig, großzügige Grundstücke). Diese werden von Erben für schwindelerregende Summen verkauft und dann von den Käufern noch kernsaniert. Da ziehen dann junge Familien in den 30ern rein und sind bei Einzug ganz sicher 1,5 Mio Euro los.

Wer einem Makler steckt, wo ein Haus zum Verkauf steht oder bald stehen wird, bekommt hohe Prämien versprochen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass heute in der Großstadt Menschen noch nur mit ihrem Gehalt Wohneigentum finanzieren können. Da müssen große Vermögen aus anderen Quellen kommen.

Es werden auch überall Sozialwohnungen abgebaut und in Luxus-Eigentumswohnungen umgewandelt. So lange es die Nachfrage mit nach oben open end gibt, wird das so weitergehen.
Ab wie viel Euro/qm bricht so ein System zusammen?

Fahre ich durch Wohngebiete meiner Stadt, habe ich den Eindruck, überall investieren nur Millionäre. Da ist es dann schwer vorstellbar, dass so viele Menschen arm sind. Es scheint Geld ohne Ende zu geben.



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-- Editiert Morcheeba am 12.01.2013 22:40

-- Editiert Morcheeba am 12.01.2013 22:41

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#26
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17878 Beiträge, 11908x hilfreich)

Die Schere geht weiterhin auseinander, ohne Frage. Dass wir Deutschen nicht nur den Ruf haben, korrekt, fleissig und pünktlich zu sein, sondern dass wir auch richtige Jammerlappen auf hohem Niveau sind, ist allgemeinhin aber bekannt oder?
Das gerede von der Finanzkrise und dergleichen geht mir auch persönlich gegen den Strich. Uns hat die nur punktuell überhaupt getroffen. Genauso die Schuldenkrise. Heisst nicht, dass wir uns nicht damit beschäftigen müssen. Aber wer nur die großen Pleiten sieht, den Boom aber nicht, den es nach wie vor ungebrochen gibt, der liest nur die Bild. Große Pleiten hat es immer gegeben, die wird es weiterhin geben.
Die Automobilindustrie leidet unter den Folgen der Abrackprämie und trotzdem gehts ihr trotz Finanzkrise Und Co. immer noch solide gut. Quelle ist Pleite, die anderen (Otto und co) freuen sich nen Ast und schalten Werbung ohne Ende um die alten Quelle-Stammkunden zu ködern. Vieles wird auf Schuldenkrise und Co. geschoben wo allerdings Jahre Missmanagement für verantwortlich sind.

Dass allerdings auch viele, die früher eher spekulativ investiert haben, lieber ihre (geerbten?) Millionen in Eigenheimen Und Co. umsetzen, das ist auch ein Ausdruck der Krise.

Dazu kommen Immobilienzinsen. Rechne mal aus, was man bei einem Zinsniveau von 6%-7% bei gleichem Einkommen investieren kann und was beim jetzigen Zinsniveau von unter 3%, teilweise 2,5%. Die Unterschiede sind enorm. Und teilweise bekommst 3% auf 25 Jahre festgeschrieben. Da kanns auch mal 200tsd bis 500tsd mehr sein für das Investment. Und dennoch hat man nur eine gut bezahlte Angestellten-Position.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

-- Editiert mepeisen am 12.01.2013 23:45

-- Editiert mepeisen am 12.01.2013 23:45

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#27
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Hallo mepeisen,

stimme Dir in vielem zu.

Ich nehme eigentlich nur Aufschwung war. Kann aber auch an der Altersklasse meines Umfelds (ca. 35 - 45) liegen. Da sind doch einige auf dem Höchepunkt ihrer beruflichen Entwicklung.

Es ist nicht lange her, da war ich so kirre vor lauter Panikmache, dass ich fast schon selbst Lebensmittelvorräte in zuvor noch zu bauenenden unterirdischen Bunkern angelegt hätte.

Dann die Panik, man müsse sofort alles in Gold anlegen, als der Goldpreis längst jenseits von Gut und Böse war.

Oder eben der Zwang Immobilien zu kaufen, die überteuert bis zum Exzess sind.

Es wird umeinandergerannt wie aufgescheuchte Kaninchen.

Nur die Bezieher von Hartz-IV blieben gelassen, so scheint es mir.
Diese sind bei mir in der Provinz übrigens die beliebeste Klientel, weil das Geld immer pünktlich vom Amt kommt.
An zweiter Stelle stehen die Berufstätigen mit recht hohem Wohngeldanspruch.




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-- Editiert Morcheeba am 12.01.2013 23:59

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#29
 Von 
Morcheeba
Status:
Lehrling
(1060 Beiträge, 140x hilfreich)

Ganz klasse. Nun ließ ich gestern gleich den leergezogenen Öltank betanken und dann ging die Heizung nicht mehr an.
Heute dann den Notdienst rauskommen lassen. Öldüse und Filter mussten ausgetauscht werden. Wenn ich das richtig verstanden habe, hängt das damit zusammen, dass kein Öl getankt wurde. Muss das aber noch genau nachfragen, heute fehlte die Zeit.
Für 800 l Öl und Notdienst bin ich nun bei geschätzten knapp 1000 Euro.






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-- Editiert Morcheeba am 13.01.2013 21:45

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#30
 Von 
bear
Status:
Bachelor
(3178 Beiträge, 1028x hilfreich)

Ja, unten im Öltank ist oft eine Art Schlamm. Wenn er fast leer ist und man dann tankt, wird das aufgewirbelt. Schaltet man jetzt die Heizung an, verstopft die Ölzufuhr.

In der grauen Vorzeit im (gemieteten) Haus mit Ölheizung haben wir immer ein paar Stunden gewartet mit dem Einschalten der Heizung. Dann hatte der Dreck sich wieder gesetzt und es kommt sauberes Öl.

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