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Einarbeitung Bezahlung? Bei Harz4?

7.1.2016 Thema abonnieren
 Von 
go431888-42
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Einarbeitung Bezahlung? Bei Harz4?



Hallo Leute.
Ich wollte mal fragen, ob das rechtlich ist, dass, wenn ich im Harz4 bin und mich beworben habe (mittlerweile schon eine Woche zur Probe ohne Geld gearbeitet habe), die Bäckerei mich für weitere 3 Wochen als Einarbeitung einstellen dürfen (ohne Bezahlung), wenn eine Festeinstellung erst fürn 1.2. mitn JobCenter ausgemacht wurde. Also mir wurde das dann mitgeteilt, wo die beiden (Bäckerei und JobCenter) schon ausgemacht haben. Ich wollte das heute beim Amt klären, dass ich ohne Bezahlung das nicht machen möchte, da mir dann Geld fehlt (arbeite momentan in einer Masnahme, wo ich Geld bekomme. Das geht mir dann ab somit) und ich schauen muss, wie ich um die Runden komme....

Vorher, im Dezember wurde mir von der Bäckerei gesagt, dass ich ab dem 18ten fest eingestellt werde und von da ab bezahlt werde. Anscheinend haben die danach dann was anderes mit dem Amt ausgemacht und mir danach dann mitgeteilt.
Jetzt heißt es, wenn ich am Montag da nicht auftauche, werde ich eine Kürzung bekommen...

(Ich hab mich damals selbstständig bei der Bäckerei beworden)

Kann mir dazu jemand was sagen?

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Heinzelmännchen2
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 10x hilfreich)

Weshalb hast du denn beim Vorstellungsgespräch gesagt, dass du ALG II erhältst. Das geht doch niemanden etwas an.

Davon abgesehen, es ist wohl erlaubt. Ich hatte vor Jahren auch schon mal ein solches vierwöchiges unbezahltes Praktikum. Ich hatte mich damals bei dem Sohn einer Bekannten vorgestellt, der daher natürlich wusste, dass ich arbeitslos bin. Er hat dann gesagt, ich solle vier Wochen unentgeltlich arbeiten und wollte von der Arbeitsagentur (ich war im ALG I-Bezug), dass mir diese sämtliche Kurse die ich im Betrieb benötige zahlen. Die Bundesagentur hat die Kurse nicht bezahlt. Fanden das auch unmöglich. Ich habe in der Zeit glücklicherweise eine andere Tätigkeit gefunden und musste nicht zu diesem Geizkragen gehen.

Wer Personal braucht, soll es auch anständig bezahlen - aus eigener Tasche und sich nicht vom Staat subventionieren lassen

Mein Rat: Lasse von solchen "Geiz-ist-Geil-Betrieben" die Finger. Als Bäckereifachverkäuferin findest du auch woanders etwas. Werden bei uns in BW jedenfalls händeringend gesucht.

Und erzähle das nächste Mal nicht, dass du ALG II beziehst. Das tut nichts zur Sache.

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#2
 Von 
go431888-42
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für deine Antwort. BW heißt Betriebswirtschaft?

Ja, ich weiß auch nicht. Bin glaub ich oft zu ehrlich... :-(

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(22208 Beiträge, 11786x hilfreich)

BW heißt Betriebswirtschaft? Nein, in der Betriebswirtschaft sucht man selten Bäckereifachverkaufer. Gemeint ist ein Bundesland im Südwesten der Republik....

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
Ed Wood
Status:
Schüler
(315 Beiträge, 214x hilfreich)

Zitat:
Und erzähle das nächste Mal nicht, dass du ALG II beziehst. Das tut nichts zur Sache.

Das wird der Arbeitgeber aber sowieso schon wissen, sofern der TE sich auf einen Vermittlungsvorschlag des Jobcenters hin beworben hat (und das meine ich herauszulesen).
Seit einiger Zeit verschickt das Jobcenter nämlich gleichzeitig mit dem Vermittlungsvorschlag ein Formular an den jeweiligen AG, das dieser bitte ausfüllen und zurücksenden möchte (Wann hat er sich vorgestellt? - Warum nicht eingestellt usw).
Darin steht zwar nicht ausdrücklich, dass der Bewerber ALG II bezieht, aber was sonst - bei dem Absender? ;)

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23660 Beiträge, 9016x hilfreich)

Ich habe immer Bauchschmerzen mit dem Arbeiten auf Probe, was über ein paar Tage hinaus geht. M.E. sind wir dann schon im Bereich der Schwarzarbeit. Kläre die Angelegenheit mit dem Job-Center. Weise die darauf hin, dass Du einen Monat unentgeltlich arbeiten sollst. Dem Betrieb würde ich sagen, dass Du für Geld sofort dort gerne anfängst, ansonsten am 1. Febr. für Geld.

wirdwerden

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#6
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2254x hilfreich)

Zitat (von Ed Wood):

Das wird der Arbeitgeber aber sowieso schon wissen, sofern der TE sich auf einen Vermittlungsvorschlag des Jobcenters hin beworben hat (und das meine ich herauszulesen).

Im ersten Beitrag steht genau das Gegenteil - vorletzter Satz in Klammern.

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#7
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11254 Beiträge, 3450x hilfreich)

@wirdwerden:

Zitat:
Ich habe immer Bauchschmerzen mit dem Arbeiten auf Probe, was über ein paar Tage hinaus geht.

Dem schließe ich mich uneingeschränkt an. Man könnte das auch ganz schlicht Ausbeutung nennen.

Zitat:
M.E. sind wir dann schon im Bereich der Schwarzarbeit.

Das wird wohl dadurch vermieden, dass das Jobcenter aus der Probearbeit ein Praktikum machen wird.

Zitat:
Kläre die Angelegenheit mit dem Job-Center.

Ich gehe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Initiative für die 4-wöchige Probearbeit vom Jobcenter ausgeht. Warum die sowas machen? Ganz einfach. Der Vermittler kann so seine "Erfolgsstatistik" aufbessern, weil er - obwohl sich der TE eigeninitiativ beworben hat - die erfolgreiche Vermittlung für sich verbuchen kann.

Zitat:
Dem Betrieb würde ich sagen, dass Du für Geld sofort dort gerne anfängst, ansonsten am 1. Febr. für Geld.

Das dürfte dann wohl eine 30%-ige Sanktion (wenn der TE unter 25 ist = 100%) nach sich ziehen, wenn der Betrieb nicht mitspielt.

@go:

Zitat:
Jetzt heißt es, wenn ich am Montag da nicht auftauche, werde ich eine Kürzung bekommen...

Und genau das wird wohl auch passieren. So verständlich Dein Ärger und Unmut ist, Du wirst Dich für das - für Dich - kleinere Übel entscheiden müssen: Entweder 4 Wochen kostenlos arbeiten und danach ein Job mit (hoffentlich) bedarfsdeckendem Einkommen, oder vorerst kein Job + 3 Monate 30% Sanktion, also rund 120,- € monatlich weniger in der Tasche als jetzt.

Das einzige was Du vielleicht noch beim Jobcenter aushandeln kannst ist, - je nachdem, was für eine Maßnahme Du besuchst - das Praktikum als Bestandteil der Maßnahme zu deklarieren, damit Du die dortige "Vergütung" weiter erhälst, oder eine Übernahme von Fahrtkosten zur Arbeitsstelle durch das Jobcenter.

Du kannst es natürlich auch auf eine Sanktion ankommen lassen und dich dann mittels Widerspruch und Klage dagegen wehren. Die Erfolgsaussichten halte ich aber eher für gering bis nicht gegeben. So leid es mir tut.

Gruß,

Axel

Signatur:Ausführliche Infos zu ALG II finden Sie auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info
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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23660 Beiträge, 9016x hilfreich)

Es ist nach gerichtsfester Definition kein Praktikum, das ist doch inzwischen ausgepaukt.

wirdwerden

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#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23660 Beiträge, 9016x hilfreich)

In Ergänzung (sorry musste kurz unterbrechen, deshalb zwei Nachrichten): Wetten, dass dann am 1. Februar festgestellt wird, dass die Leistung nicht ausreicht? Dass das Job-Center doch bitte einen anderen Kandidaten zur Verfügung stellen möchte, für einen Monat finanzieren?

wirdwerden

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#10
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11254 Beiträge, 3450x hilfreich)

Zitat:
Es ist nach gerichtsfester Definition kein Praktikum, das ist doch inzwischen ausgepaukt.

Ach ja? Von welchem mindestens 2.instanzlichen Sozial- bzw. Landessozialgericht wurde das denn so festgestellt? Die alltägliche Praxis der Jobcenter ist jedenfalls nach wie vor die, dass 4-wöchige Praktikas geradezu gefordert werden. Insbesondere natürlich bei solchen Leistungsempfängern, die - aus welchen Gründen auch immer - schwer vermittelbar sind.

Zitat:
Wetten, dass dann am 1. Februar festgestellt wird, dass die Leistung nicht ausreicht? Dass das Job-Center doch bitte einen anderen Kandidaten zur Verfügung stellen möchte, für einen Monat finanzieren?

Durchaus möglich und sogar nicht ganz unwahrscheinlich. Und damit wir uns nicht missverstehen: Ich befürworte diese Praxis keineswegs. Ganz im Gegenteil. Nur droht hier halt ganz klar eine Sanktion in erheblichem Umfang und die Wahrscheinlichkeit, dass das zuständige Sozialgericht die ggf. wieder aufhebt und zunächst einmal mittels einstweiliger Anordnung den Vollzug unterbindet, ist aus meiner Sich recht gering. Und das sollte man bei allem Ärger über den Arbeitgeber und das Jobcenter nicht verschweigen.

Gruß,

Axel

Signatur:Ausführliche Infos zu ALG II finden Sie auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info
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#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23660 Beiträge, 9016x hilfreich)

Dann heisst es Probearbeit und nicht Praktikum. Und die muss wie auch immer bezahlt werden. Praktika sind seit Einführung des Mindestlohnes zu bezahlen. Also seit einem Jahr. Das hat sich vielleicht noch nicht so richtig rumgesprochen. Ausnahme sind die sog. Schnupperpraktika, einige Tage, oder die Praktika, die gesetzlich vorgeschrieben integrierter Teil einer Ausbildung sind.

Da hat sich also einiges geändert seit einem Jahr.

wirdwerden

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