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Eigentum meiner Lebesgefährtin vor Pfändung schützen

4.10.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Pfändung
 Von 
Amberger1
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Eigentum meiner Lebesgefährtin vor Pfändung schützen

Ich ziehe zum Anfang November zu meiner Freundin in ihre Wohnung. Ich bringe nur meine persönlichen Dinge zum leben mit ein. Ich habe einige Gläubiger, wo ein Besuch des Gerichtsvollzieher in naher Zukunft ansteht. Wie kann ich das Eigentum meiner Freundin vor Pfändung schützen? Gibt es Formulare oder würde eine notarielle Vereinbarung reichen, das mir in der Wohnung nichts gehört? Würde mich über eine konstruktive Antwort freuen. Danke

-- Editiert von Moderator am 04.10.2017 22:37

-- Thema wurde verschoben am 04.10.2017 22:37

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Pfändung


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52903 Beiträge, 24000x hilfreich)

Zitat (von Amberger1):
Wie kann ich das Eigentum meiner Freundin vor Pfändung schützen?

Nicht dort einziehen und kein Eigetnum von Ihr in Deiner Bleibe haben.

Ansonsten wirst Du es nicht schützen können, das muss sie dann selbst machen (z.B. durch Vorlage von Kaufbelegen o.ä. im Falle des Falles).



Die notarielle Vereinbarung könnte auch funktionieren, das müsste dann eine komplette Vermögens- / Eigentumsauflistung (idealerweise mit Herkunftsnachweisen) sein, die der Notar dann beglaubigt.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Xipolis
Status:
Lehrling
(1575 Beiträge, 564x hilfreich)

Wie Harry schon schrieb, gibt es diese Möglichkeit nicht. Deine Freundin muss bei einem gemeinsamen Haushalt Ihr Eigentum selbst schützen durch geeignete nachweise und bei Pfändungen ggf. Interventionsklage nach § 771 ff. ZPO einlegen.

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17892 Beiträge, 11911x hilfreich)

Ich wüsste nicht, wie eine notarielle Vereinbarung zwischen den beiden helfen soll. Behaupten kann man da viel, das muss nicht der Wahrheit entsprechen. Wenn überhaupt würde eine Bestätigung der Eigentumsverhältnisse durch einen Verkäufer helfen.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52903 Beiträge, 24000x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Ich wüsste nicht, wie eine notarielle Vereinbarung zwischen den beiden helfen soll.

Es geht um ein notariell beglaubigtes Vermögensverzeichnis, nicht um eine notarielle Vereinbarung zwischen den beiden.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17892 Beiträge, 11911x hilfreich)

Der TE sprach von einer "Vereinbarung", nicht von einer notariellen Vermögensaufstellung. Wenn man Eigentumsnachweise hat, ist doch eine notarielle Bestätigung des Eigentums überflüssig, oder?
Und wenn nicht: Was soll der Notar dann beglaubigen?

-- Editiert von mepeisen am 06.10.2017 08:04

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#6
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15951 Beiträge, 6262x hilfreich)

Ohne Herkunftsnachweise läuft da gar nichts. Schließlich würden Schuldner ja sonst immer behaupten oder vereinbaren, dass ihnen nichts gehört. Ist doch logisch.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#7
 Von 
Kalanndok
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 47x hilfreich)

Was ist aber aus dem Grundsatz geworden, dass wer die Behauptung aufstellt diese auch beweisen muss?
Wo liegt der ANSCHEIN(!), dass ein Schuldner Gegenstände in einer Wohnung, in der er bis vor kurzem noch nicht gewohnt hat, auch tatsächilch eignet?
Müsste nicht der Gerichtsvollzieher (gerade in so einem Fall) den Nachweis über Eigentum positiv führen?

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52903 Beiträge, 24000x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Was ist aber aus dem Grundsatz geworden, dass wer die Behauptung aufstellt diese auch beweisen muss?

Der gilt doch.
Der Schuldner welcher die Behauptung aufstellt es sei nicht "seins" dieses auch beweisen muss.
Der Nichtschuldner welcher die Behauptung aufstellt es sei "seins" dieses auch beweisen muss.



Zitat (von Kalanndok):
Wo liegt der ANSCHEIN(!), dass ein Schuldner Gegenstände in einer Wohnung, in der er bis vor kurzem noch nicht gewohnt hat, auch tatsächilch eignet?

Der liegt darin, das man sich nach allgemeiner Lebenserfahrung in seinem höchstpersönlichem Lebensraum mit seinem Eigentum zu umgeben pflegt. Und das man hier die Gläubiger auch vor weiteren Schäden schützen will.

Ein Gerichtsvollzieher urteilt im Lebensraum des Schuldners daher nur anhand des tatsächlichen Gewahrsams an einer Sache.
Er ist weder in der Lage noch rechtlich befugt Eigentumsverhältnisse zu klären, seine Aufgabe ist das sichern verwertbarer Mittel und da zufürhren zur Verwertung derselben.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17892 Beiträge, 11911x hilfreich)

Zitat:
Wo liegt der ANSCHEIN(!), dass ein Schuldner Gegenstände in einer Wohnung, in der er bis vor kurzem noch nicht gewohnt hat, auch tatsächilch eignet?

Wie kommst du denn auf den absurden Gedanken, dass jemand Außenstehendes einen Beweis, den er unmöglich (!) erbringen kann, auch erbringen muss?

Kein Gläubiger der Welt kann beispielsweise lückenlose Videodokumentationen vorlegen, dass wirklich der Schuldner den Gegenstand X erworben hat.

Manchmal hilft es, ganz kurz nachzudenken ;-)

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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