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ESUG-Verfahren - Lohnfortzahlung durch Agentur für Arbeit bzw. National Insolvenzbank

11.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Arbeit Lohnfortzahlung
 Von 
Marmal
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
ESUG-Verfahren - Lohnfortzahlung durch Agentur für Arbeit bzw. National Insolvenzbank

Hallo Zusammen,

mein Arbeitgeber befindet sich derzeit im ESUG-Verfahren.

Angemeldet am Montag, 02.01.2017.

Bereits am 24.06.2016 wurde mir schriftlich eine Gehaltserhöhung von brutto 500,- Euro zugesichert, welche ab dem 01.01.2017 in Kraft treten sollte.

Der Chef sagt jedoch nun, dass das nicht möglich ist derzeit.

Das Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit wird nun durch eine Ankauferklärung an die National-Bank abgetreten, welche mir 3 Monate Gehalt "vorstreckt". In einer Infoveranstaltung der Firma hieß, dass das Gehalt vom Dezember als Grundlage genommen wird.

Meine Gehaltserhöhung begann doch bevor die "Insolvenz" / ESUG-Verfahren angemeldet wurden.

ich müsste doch nun von der National-Bank das höhere Gehalt bekommen, oder?

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Arbeit Lohnfortzahlung


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6121 Beiträge, 3976x hilfreich)

Sehe ich nicht so.

Signatur:Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?
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#2
 Von 
Marmal
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Flo Ryan):
Sehe ich nicht so.

Weshalb, wie siehst Du das?

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#3
 Von 
hiphappy
Status:
Student
(2789 Beiträge, 1468x hilfreich)

Die Höhe des Insolvenzgeldes richtet sich nach dem gezahlten Arbeitsentgelt während der letzten 3 Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Daher spielt keine Rolle, was vereinbart wurde für die Zukunft, es gilt das, was in den letzten 3 Monaten war.

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#4
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6121 Beiträge, 3976x hilfreich)

Exakt

Signatur:Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?
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#5
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6644 Beiträge, 3308x hilfreich)

Zitat (von hiphappy):
Die Höhe des Insolvenzgeldes richtet sich nach dem gezahlten Arbeitsentgelt während der letzten 3 Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens


Das ist falsch. Bitte mal §§ 165 ff. SGB III lesen.

Insolvenzgeld wird für die letzten drei Monate vor einem Insolvenzereignis, im Regelfall die Insolvenzeröffnung oder aber die Abweisung eines Antrags auf Insolvenzeröffnung mangels Masse, gezahlt, sofern für diese Zeit noch Lohnrückstände bestehen (§ 165 SGB III )

Die Höhe des Insolvenzgeldes wird durch das Nettoarbeitsentgelt begrenzt durch die Beitragsbemessungsgrenze gebildet.

Im Fall des TS wird vermutlich jetzt gerade erst ein Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt worden sein. Wenn bisher keine Lohnrückstände bestehen, wird regelmäßig dann in drei Monaten voraussichtlich die Eröffnung des Insolvenzverfahrens stattfinden. Wenn wir mal unterstellen, dass das der 01.04.2017 sein wird, dann würde der TS für Januar bis März Insolvenzgeld erhalten. Das berechnet sich dann nach dem Entgeltanspruch, den der TS für diese Monate auch hätte, also auch zzgl. der Gehaltserhöhung, wenn sein Gehalt nicht die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt.

Trotzdem muss die National-Bank momentan die Lohnerhöhung noch nicht mit berücksichtigen. Der TS weist ja selbst darauf hin, dass es hier um die Vorfinanzierung geht. Da wird dann noch nicht spitz gerechnet. In unserem Büro ist es sogar üblich, dass nur ein Teil des Insolvenzgeldes (in der Regel 95 %) vorfinanziert wird, um noch Luft zu haben, falls etwas zu korrigieren ist.

Die fehlenden Differenzbeträge gibt es dann von der Arbeitsagentur als Insolvenzgeld nach der Insolvenzeröffnung.

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#6
 Von 
Marmal
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Eidechse):
Zitat (von hiphappy):
Die Höhe des Insolvenzgeldes richtet sich nach dem gezahlten Arbeitsentgelt während der letzten 3 Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens


Das ist falsch. Bitte mal §§ 165 ff. SGB III lesen.

Insolvenzgeld wird für die letzten drei Monate vor einem Insolvenzereignis, im Regelfall die Insolvenzeröffnung oder aber die Abweisung eines Antrags auf Insolvenzeröffnung mangels Masse, gezahlt, sofern für diese Zeit noch Lohnrückstände bestehen (§ 165 SGB III )

Die Höhe des Insolvenzgeldes wird durch das Nettoarbeitsentgelt begrenzt durch die Beitragsbemessungsgrenze gebildet.

Im Fall des TS wird vermutlich jetzt gerade erst ein Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt worden sein. Wenn bisher keine Lohnrückstände bestehen, wird regelmäßig dann in drei Monaten voraussichtlich die Eröffnung des Insolvenzverfahrens stattfinden. Wenn wir mal unterstellen, dass das der 01.04.2017 sein wird, dann würde der TS für Januar bis März Insolvenzgeld erhalten. Das berechnet sich dann nach dem Entgeltanspruch, den der TS für diese Monate auch hätte, also auch zzgl. der Gehaltserhöhung, wenn sein Gehalt nicht die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt.

Trotzdem muss die National-Bank momentan die Lohnerhöhung noch nicht mit berücksichtigen. Der TS weist ja selbst darauf hin, dass es hier um die Vorfinanzierung geht. Da wird dann noch nicht spitz gerechnet. In unserem Büro ist es sogar üblich, dass nur ein Teil des Insolvenzgeldes (in der Regel 95 %) vorfinanziert wird, um noch Luft zu haben, falls etwas zu korrigieren ist.

Die fehlenden Differenzbeträge gibt es dann von der Arbeitsagentur als Insolvenzgeld nach der Insolvenzeröffnung.


Vielen Dank! Der Chef hat mir die Erhöhung jetzt auch zugesagt. Mal sehen was passiert.

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