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Diskussion um die aktive Sterbehilfe

24.4.2001 Thema abonnieren
 Von 
Mark Joosten
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Diskussion um die aktive Sterbehilfe


Ich habe gerade diesen Artikel gelesen und mir mal beim „Quikie“ angeschaut wie die Deutschen über dieses Thema denken. Ich bin nämlich Holländer und mache hier ein Praktikum. Ich bin sehr froh über „unser“ neues Gesetz, dass aktive Sterbehilfe ermöglicht. Es kann doch nicht sein, dass in dieser Zeit Menschen nicht frei über ihr eigenes Leben entscheiden können, weil die Prinzipen der Gesellschaft wichtiger sind, als die des Individuums. Es geht nämlich um diese Leute, die jetzt und in der Zukunft jeden Tag in einer aussichtlosen Situation leben die nur noch daraus besteht, unglaubliche Schmerzen zu durch die Einnahme vieler Medikamente zu lindern. Ein Leben, dass nur noch aus dem Wunsch nach Ruhe besteht, ist kein Leben.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, mit welchem Grund man die aktive Sterbehilfe ablehnen kann. Mit dieser Entscheidung nimmt man den Betroffenen die Entscheidung über das eigene Leben ab. Wer maßt sich an, über das Leben anderer zu entscheiden? Bevor ich hier weiterspekuliere also meine Frage an alle, die die aktive Sterbehilfe ablehnen: Warum?

Mit freundlichen Gruß,

Mark

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Wischnek
Status:
Beginner
(103 Beiträge, 38x hilfreich)

Hallo Mark,
gegenfrage: wenn jemand in seiner verzweifelten Lage nun die Hoffnung zu schnell aufgibt. Kann man diese Anmaßung nicht auch als die Übernahme von Verantwortung interpretieren? Wie man das auch immer beurteilen mag, richtig oder falsch gibt es da wohl nicht.
Wir leben nun mal im sogenannten christlichen Abendland. Es ist bei uns Tradition, das Leben als etwas sehr kostbares zu betrachten, dass es unter allen Umständen zu erhalten gilt. Nicht umsonst verpflichten sich Ärzte per Eid zum Erhalt des Lebens (auch wenn das wohl nicht mehr so streng gehandhabt wird).
Meines erachtens nach sollte man auch die indirekten Folgen einer solchen Legalisierung berücksichtigen.
Gruß
Martin

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#2
 Von 
Annette Wegner
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Mein Mann hat seine Eltern in früher Kindheit durch Krebs verloren. Er mußte als Kind mit ansehen wie Sie vor sich hin vegetiert sind,
von Tag zu Tag , es wurde immer schlimmer bis die Erlösung (der Tod) kam.
Da sollte man helfen.

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#3
 Von 
pOtH
Status:
Lehrling
(1232 Beiträge, 329x hilfreich)

meine mutter lag nach einem schlaganfall u. einer hirnblutung 3 3/4j. im koma, wir bekamen gleich am ersten tag gesagt das ueber 80 prozent des hirnes geschädigt sind (durch die menge des blutes die sich im schädel angesammelt hat) u. das sich ihr zustand nie verbessern wird. bei ihr waren glücklicherweise/leider (wie man es sehen will) die lebennotwendigen funktionen noch vorhanden, aber sonst war sie (schuldigung wenn ich es als sohn sag aber es war nunmal so) nurnoch ein atmendes stück fleisch)

sie hatte immer gesagt das sie sterben will bevor sie so endet.

wir haben vor ca. 1j. "mithilfe" des vom AG bestellten betreuers, eine patientenverfügung in ihrem nahmen geschrieben.

-hab ich schon erwähnt das ihr in den 3 3/4j. 2 mal der katäter falsch gesetzt wurde.
-ihr im ersten jahr der arm ausgekugelt wurde sie seitdem morphin bekam.
-ihr die halb schädeldecke gefehlt hat.
(die schädeldecke wurde entfernt um den druck vom hirn zu nehmen( gleich am ersten tag) )
ihr wurde die schädeldecke aufgesetzt woraufhin sich der knochen entzündete, u. die schädeldecke seither nichtmehr aufgesetzt wurde.

naja auf alle fälle hatte sie vor ein 1/4j. nierenversagen, bedingt durch die patientenverfügung in der stand das wir/sie lebendsverlängernde maßnahmen ablehen wurde die nahrungs u. flüssigkeitszufuhr eingestellt u. sie bekam nurnoch schmerzmittel u. sie starb innerhalb eines tages, da durch das nierenversagen sich flüssigkeit im körper sammelte u. ihr herz u. lunge abgedrückt wurden.

ich habe mir die letzten 3 3/4 j. vorwürfe gemacht warum ich den schlaganfall nicht bei ihr bemerkt habe b.z.w warum das Krankenhaus das net gerafft hat u. sie nur nach hause geschickt hat.
hab mir persönlich gedanken gemacht obs net vielleicht besser gewesen wäre wenn ich sie nicht gleich gefunden hätte.

ich persönlich bin dafür das es in deutschland aktive sterbehilfe geben sollte.

ich für meinen teil habe schon ein testament,patientenverfügung,betreuungsverfügung im fall von psychischer krankheiten, div. bank- u. kontovollmachten u. denke somit gut abgesichert zu sein u. das mit 21j. :D

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#4
 Von 
ks-schnecke
Status:
Schüler
(194 Beiträge, 27x hilfreich)

Hhhmmm... gute Frage. Ich selbst hatte Krebs, scheint geheilt, aber Therapie musste und muss ich dennoch machen mit diversen mehr oder minder Sch...Nebenwirkungen. Weiß aber, dass ich, sollte nochmal was auftreten, die Therapie nicht noch einmal machen würde! Lieber nur ein halbes Jahr leben, aber dafür LEBEN, und nicht nur existieren. Verstehe seitdem Patienten, die ebenso wie ich denken. Ich denke grundsätzlich auch, man sollte es jedem überlassen, ob er sein Leben fortführen will. Problematisch aber zB folgender Fall: Ich sage "Wenn ich Koma liege, schnallt mich los und lasst mich sterben." So, nun liege ich im Koma, krieg (unsichtbar für meine Umgebung) alles mit, aber die wollen mich - wie ich es ja festgelegt habe - abkabeln und somit sterben lassen.
Alles eine Frage der Betrachtungsweise... Obwohl ich eher zu "Ja zur Selbsthilfe" tendiere...

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#5
 Von 
pOtH
Status:
Lehrling
(1232 Beiträge, 329x hilfreich)

man kann in der patientenverfügung festhalten wann man keine lebensverlängerden maßnahmen will. z.B. wenn keine aussicht auf besserung des zustandes in sicht ist.
wie ichs oben schon geschrieben hab, haben uns die ärzte am ersten tag gesagt das keine aussicht auf besserung besteht da 80% des hirnes geschädigt ist.

ich persönlich habe keine bedenken zu sagen ja zur sterbehilfe.

meine mutter war wie schon gesagt 3 3/4j. im koma, es gibt auch leute die 15j. u. mehr im koma liegen, man weiß nicht was sie noch mitbekommen. wenn ich mir vorstell so lange da zuliegen, mich nicht mit meiner umwelt beschäftigen kann, keine gespräche fürhen kann, einfach nichts tun können nur daliegen u. ggf. noch zuhören.
das ist für mich das schlimmste.


da ich im pflegebereich arbeite u. weiß was manchmal so bei uns abgeht.

Wir hatten diese woche erst die diskusion das ein kollege im dienst alk trinkt, bew. anschreit u. sie schonmal geschlagen hat (er hat nur einmal einen bew. geschlagen, aber das ist meiner meinung nach einmal zuviel). dieser durfte sich das vorm versammelten team anhören u. wenn es noch einmal vorkommt holt er seine papiere u. darf niemehr im pflegebereich arbeiten b.z.w wird deshalb niemehr arbeit im pflegebereich bekommen.

stellen wir uns mal vor das ein mitarbeiter bew. schlägt u. die anderen bekommen es nicht mit b.z.w WOLLEN es nicht mitbekommen.

man ist als zu pflegende person total der Mitarbeiterwillkür ausgesetzt, man bekommt essen,trinken, zuwendung, pflege u.s.w nur wenn es der MA will, nicht wenn man es will.

ich würd mir eher nen strick nehmen bevor ich in ein altersheim gehe!!!

die MA können nicht immer was dafür, aber die pflegeheime bekommen immer weniger geld u. müssen sehen das die arbeit trotzdem gemacht wird, ich sag da nur:.
Eingiermaßen satt u. einigermaßen sauber.

zum glück ist das bei uns in der diakonie noch nicht so es wird aber wahrscheinlich irgendwann so kommen.

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#6
 Von 
guest123-320
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 1x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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