Die zertifizierte Signatur im praktischen Einsatz

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Einfache, fortgeschrittene und qualifizierte Signaturen

Nach der Definition von § 2 Abs. 1 Ziff. 1 SigG sind einfache Signaturen „Daten in elektronischer Form, die anderen elektronischen Daten beigefügt oder logisch mit ihnen verknüpft sind und die zur Authentifizierung dienen“. Die einfache Signatur werden die meisten Leser bereits aus ihren E-Mail-Clients kennen. Dort besteht in der Regel die Möglichkeit, eine Nachricht mit einer Signatur zu versehen. Diese Form der Signatur gewährleistet nicht viel. Der Beweiswert einer einfach signierten E-Mail ist vor Gericht gering, wenn nicht weitere Indizien für die Authentizität vorgetragen werden.

Unter einer fortgeschrittenen Signatur i.S.v. § 2 Abs. 1 Ziff. 2 SigG sind die Dienste der oben beschriebenen Signaturanbieter, wie PGP, zu verstehen. Die Signatur ist „ausschließlich dem Signaturschlüssel-Inhaber zugeordnet“, sie wurde „mit Mitteln erzeugt“, „die der Signaturschlüssel-Inhaber unter seiner alleinigen Kontrolle halten kann“, „die Identifizierung des Signaturschlüssel-Inhabers“ ist möglich und die „Daten, auf die sie sich beziehen,“ sind „so verknüpft..., dass eine nachträgliche Veränderung der Daten erkannt werden kann“.

Bei den hier besonders interessierenden qualifizierten elektronischen Signaturen i.S.v. § 2 Abs. 1 Ziff. 3 SigG und den qualifizierten elektronischen Signaturen mit Anbieter-Akkreditierung i.S.v. § 15 Abs. 1 S. 4 SigG kommen zwei entscheidende Voraussetzungen hinzu. Die qualifiziert zertifizierte elektronische Signatur muss „auf einem zum Zeitpunkt ihrer Erzeugung gültigen qualifizierten Zertifikat beruhen und mit einer sicheren Signaturerstellungseinheit erzeugt“ worden sein. Um ein Maximum an Authentizität zu garantieren, übernimmt der Staat als Hoheitsträger auf dem Gebiet des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenlebens die staatliche Aufsicht und Kontrollfunktion ein. Oberste Aufsichtsbehörde ist die Regulierungsbehörde für Post- und Telekommunikation (RegTep). Bei den qualifizierten elektronischen Signaturen mit Anbieter-Akkreditierung i.S.v. § 15 Abs. 1 S. 4 SigG wird die Sicherheit durch gesetzlich anerkannte fachkundige Dritte gewährleistet.

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Nur wer erfolgreich ein umfangreiches Prüfungsverfahren, das in der Signaturverordnung (SigV) festgelegt ist, durchlaufen hat, kann als Zertifizierungsdiensteanbieter ein qualifiziertes Zertifikat ausstellen. Das qualifizierte Zertifikat wird regelmäßig, aber nicht zwingend auf einer Chipkarte mit eingebauten Prozessor gespeichert. Die Kombination aus der Chipkarte und dem Chipkartenlesegerät nennt man sichere Signaturerstellungseinheit, die an den Computer angeschlossen, den Benutzer in die Lage versetzt, elektronische Erklärungen abzugeben, die schriftlichen Erklärungen im klassischen Sinne in nichts nachstehen. Mit den Signaturanwendungskomponenten und den technischen Komponenten für Zertifizierungsdienste ist das „System der digitalen Signatur“ in der Lage, alle Voraussetzungen nach dem Signaturgesetz einzuhalten und den Kommunikationspartnern ca. 98,99 Prozent Vertraulichkeit zu gewährleisten.

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Seite  1:  Die zertifizierte Signatur im praktischen Einsatz
Seite  2:  Einfache, fortgeschrittene und qualifizierte Signaturen
Seite  3:  Einfache, fortgeschrittene und qualifizierte Signaturen
Seite  4:  Praxisbeispiel: Rechtsanwälte
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