Die fiktive Abrechnung des Unfallschadens nach Gutachten

Mehr zum Thema: Verkehrsrecht, Unfallschaden, Gutachten
0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Der durch einen Verkehrsunfall Geschädigte darf bei Haftung des Unfallgegners seinen Schaden nach Sachverständigengutachten abrechnen. Der Gutachter wird in der Regel die Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legen.

Der BGH hat nun durch Urteil vom 20.10.2009 entschieden, dass die Haftpflichtversicherungen bei älteren Fahrzeugen den Geschädigten auf eine günstigere, technisch gleichwertige Reparaturmöglichkeit in einer „freien Werkstatt“ verweisen dürfen. Dementsprechend werden dann bei fiktiver Abrechnung nach Gutachten auch nur die günstigeren Stundensätze zugrunde gelegt.

Sascha Steidel
seit 2008 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Familienrecht
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:
Arbeitsrecht, Miet und Pachtrecht, Internet und Computerrecht, Verkehrsrecht, Erbrecht, Vertragsrecht, Grundstücksrecht
Preis: 69 €
Antwortet: ∅ 4 Std. Stunden

Bei einem Fahrzeugalter bis zu 3 Jahren sei dies allerdings unzumutbar. Bei älteren Fahrzeugen hingegen ist ein Verweis auf die billigere Reparaturmöglichkeit grundsätzlich möglich. Diese Rechtsprechung war in dem so genannten „Porsche-Urteil“ erstmals aufgetaucht und wurde nun in dieser weiteren Entscheidung dem Grunde nach bestätigt.

Die Verweisungsmöglichkeit auf eine billigere Werkstatt setzt allerdings voraus, dass dem Geschädigten die Reparatur dort zumutbar ist. Unzumutbar soll ein solcher Verweis dann sein, wenn der Geschädigte nachweisen kann, dass er vorangegangene Reparaturen stets in markengebundenen Fachwerkstätten ausführen lassen hat. 

Hervorzuheben ist allerdings, dass es sich um eine technisch gleichwertige, günstigere Reparaturmöglichkeit handeln muss.


Wir
empfehlen

Unfallschaden kostenlos geltend machen

Erfahrene Anwälte regulieren komplett kostenfrei für Sie Ihren Unfallschaden mit der gegnerischen Versicherung.

Jetzt loslegen

Es ist aufgrund der komplexen Rechtslage allgemein zu empfehlen, bei der Regulierung von Verkehrsunfällen anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Rechtsanwaltskosten stellen eine von der Rechtsprechung anerkannte Schadensposition dar, die ebenfalls vom haftenden Unfallgegner zu erstatten ist.

Sofern Sie zu diesem oder einem ähnlichen Thema weitere Fragen haben, wenden Sie sich gern unverbindlich an meine Kanzlei.

Selbstverständlich stehe ich Ihnen gern persönlich für eine Beratungsgespräch oder eine weitere Interessenvertretung zur Verfügung.

Wollen Sie mehr wissen? Lassen Sie sich jetzt von diesem Anwalt schriftlich beraten.
Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Verkehrsrecht Neufassung des Bußgeldkataloges