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Brandstiftung / Sachschaden durch Feuer

14.1.2014 Thema abonnieren
 Von 
go381489-5
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Brandstiftung / Sachschaden durch Feuer

Hallo liebe Forummitglieder,

ich habe da eine Frage bezüglich Brandstiftung.

Vor einigen Tagen wurde die Tischlerei meines Vaters durch ein Feuer zerstört. Polizeiermittlungen nach war es Brandstiftung, was sich dann auch so erwies.
Täter wurden auch schon 'festgenommen' und gaben die Tat auch zu. Die Polizei sagte uns, dass wir uns einen Anwalt nehmen sollten und die Jugendlichen (derzeitiges Alter ist uns noch nicht bekannt)auf Schadensersatz verklagen sollten.

Nun meine Fragen:

1. Wie sieht es aus wenn die Jugendlichen nicht Strafmündig sind und die Eltern keine Haftpflicht haben bzw auch so keine Haftpflicht vorhanden ist.

2. Können wir die Jugendlichen falls Haftpflichversicherung besteht, auch auf die ausgefallene Arbeit und dem somit enstanden Gewinn den er nicht erwirtschaften konnte verklagen?

Wie nennt man dies dann?

Ich danke euch schonmal für hilfreiche Antworten

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
TheCat
Status:
Lehrling
(1031 Beiträge, 694x hilfreich)

quote:
Wie sieht es aus wenn die Jugendlichen nicht Strafmündig sind

Das hätte auf einen Schadensersatzanspruch keine Auswirkungen (sofern diejenigen nicht unter 7 Jahre alt sind).

quote:
und die Eltern keine Haftpflicht haben bzw auch so keine Haftpflicht vorhanden ist.

Haftpflicht zahlt nicht bei Vorsatz. Dann könntest du nur hoffen, daß es eine Fahrlässigkeitstat war.

Du müßtest die Jugendlichen verklagen (oder ein notarielles Schuldanerkenntnis erwirken, da müssen dann aber die Eltern zustimmen) und hoffen, daß sie irgendwann man genug Geld verdienen, daß bei denen was zu pfänden ist - verjähren tut ein Titel effektiv nie, wenn man alle paar Jahre einen Vollstreckungsversuch unternimmt, laufen die 30 Jahre Frist wieder von vorne los. Und mit einer Privatinsolvenz kommt man auch nicht aus Schulden heraus, die aus Straftaten herrühren (k.A. wie es in dem Sonderfall aussieht, daß die Tat strafbar ist, die Täter aber nicht strafmündig sind).


quote:
Können wir die Jugendlichen falls Haftpflichversicherung besteht, auch auf die ausgefallene Arbeit und dem somit enstanden Gewinn den er nicht erwirtschaften konnte verklagen?


Ja, das wäre Teil des Schadens. Aber wie gesagt, dafür kommt keine Versicherung der Welt auf, sofern man nicht zufällig irgendwas spezielles sauteures bei Lloyd's abgeschlossen hat...

-- Editiert TheCat am 14.01.2014 17:03

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#2
 Von 
little-beagle
Status:
Lehrling
(1567 Beiträge, 863x hilfreich)

Ihr solltet unbedingt auch die eigenen Versicherungen prüfen, insbesondere eine evtl. vorhandene Betriebsunterbrechungsversicherung.

Vielleicht geht diese in Vorleistung und hält sich bei den Tätern schadlos; dann habt ihr kurzfristig wenigstens das Geld, um wieder aufzubauen...

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#3
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(765 Beiträge, 536x hilfreich)

Hallo,

in der Regel geht bei Brandstiftung die Gebäudebrandversicherung hinsichtlich des Gebäudeschadens in Vorleistung und holt sich dann das Geld von den Verursachern wieder.

Hinsichtlich der Schäden an der Betriebs- und Geschäftsaussattung geht ebenfalls die Inhaltsversicherung in Vorleistung und holt sich das Geld dann von den Verursachern wieder.

Auch die Betriebsunterbrechungsversicherung, sofern vorhanden, geht i. d. R. in Vorleistung und holt sich das Geld bei den Verursachern wieder.


Dennoch sollte man natürlich zum Anwalt gehen und sich fachkundig vertreten und beraten lassen und auch Ihn mit den Versicherungen sprechen lassen. Hier geht es ja offensichtlich um einige Euros und da können kleine Fehler fatal sein. Auch diese Kosten können ggf. den Tätern im Falle der Verurteilung auferlegt werden. Wann man jedoch dieses Geld wieder sieht ist fraglich, wenn es jugendliche Täter sind.

Auch hinsichtlich der Härte der Justiz in Sachen Strafmaß sollte man sich nicht zu große Hoffnungen machen.

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#4
 Von 
TheCat
Status:
Lehrling
(1031 Beiträge, 694x hilfreich)

quote:
Auch hinsichtlich der Härte der Justiz in Sachen Strafmaß sollte man sich nicht zu große Hoffnungen machen.

Das kann ja auch vorteilhaft sein. Mal als Beispiel, wären die Täter volljährig, würde es dem Opfer nicht helfen, wenn diese zu einer Geldstrafe verurteilt würden, die diese dann bezahlen müßten, bevor das Opfer mit seinen Schadensersatzforderungen ankommen kann. Im worst case macht die Geldstrafe die Täter dann erst mal unpfändbar pleite...

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#5
 Von 
go381489-5
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

danke erstmal für die zahlreichen Antworten.

Das Problem nur ist das mein Vater sein Geschäft nicht versichert hat, da er mit Kunstgegenständen gearbeitet hat und diese unmengen an Versicherungsbeiträgen gekostet hätten.

Die einzigen Versicherungen die er gezahlt hat waren Gebäudeversicherung und Haftpflichtversicherung. Beide springen aber für seinen entstandenen Schaden nicht ein.

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#6
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(765 Beiträge, 536x hilfreich)

Hallo,

das ist in diesem Fall natürlich sehr ärgerlich und leider, so hart es klingt, Pech.

Jedenfalls ist es jetzt allerhöchste Zeit zum Anwalt zu gehen, eventuell nochmal über den Anwalt auf die Versicherung zuzugehen und dieser abprüft ob wirklich keine Ansprüche ggü. der Versicherung bestehen.

Die Versicherung kann natürlich sagen sie springt nicht ein. Das heisst noch lange nicht, dass sie nicht zahlen muss.

Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass Ihr Vater für das Gebäude keine Gebäudebrandversicherung abgeschlossen hat, welche in diesem Fall evtl. in Vorleistung gehen würde.

Muss tatsächlich keine Versicherung zahlen, dann könnte es sehr lange dauern bist der Schaden ersetzt ist, da anzunehmen ist, dass die jugendlichen Täter den Schaden nicht unmittelbar ersetzen können und wahrscheinlich Jahre oder Jahrzehnte ins Land gehen bis der Schadensersatz geleistet ist.


Ein Gang zu einem fachkundigem Anwalt ist hier unerlässlich!

Alles Gute.

Grüße
PP

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