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Bewerbung durchgesickert

7.1.2015 Thema abonnieren Zum Thema: Bewerbung
 Von 
Lichtgestalt
Status:
Schüler
(390 Beiträge, 92x hilfreich)
Bewerbung durchgesickert

Guten Abend,

mich würde die rechtliche Beurteilung dieser Situation interessieren:

Ein Arbeitnehmer (AN) bewirbt sich bei einem anderen Unternehmen (U). Eine Woche später wird AN von deinem Chef (C) auf die Bewerbung angesprochen und diesbezüglich zur Minna gemacht.

Fall 1:
Chef C erwähnt, dass man von der Bewerbung bei Unternehmen U wisse.
Kann AN gegen U rechtlich vorgehen und ggf. Schadensersatzansprüche geltendmachen?

Fall 2:
Chef C erwähnt nicht den Namen der Firma U, sondern nur, dass er von U über die Bewerbung informiert worden sei. Kann der AN (der sich bei mehr als 1 Firma beworben hat) die Herausgabe des Namens der Firma verlangen, die von der Bewerbung gepetzt hat, um gegen diese (wie in Fall 1) vorzugehen?

Darüber hinaus noch die grundsätzliche Frage, ob der AN durch die Bewerbung eine Pflichtverletztung ggü. dem bisherigen Arbeitgeber begeht (Loyalitätsgebot, Vertrauensbruch) und mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu fürchten hat.

Vielen Dank vorab!

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Bewerbung


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Schüler
(440 Beiträge, 216x hilfreich)

Du hast nichts darüber geschrieben, ob der AN ausdrücklich um vertrauliche Behandlung seiner Bewerbung gebeten hat. Hat er?

Nachtrag: Arbeitsrechtliche Konsequenzen braucht der AN wohl nicht zu befürchten, er hat ja nichts verbotenes getan. Trotzdem wird es in der Regel das Ende der Karriere bedeuten, jedenfalls bei diesem Arbeitgeber.


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"Grüße vom metttwurstkneckebrot :) "


-- Editiert metttwurstkneckebrot am 07.01.2015 17:59

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23659 Beiträge, 9016x hilfreich)

Tja, wenn kein Sperrvermerk in der Bewerbung ist ....Dafür gibt es die ja. Und dass man sich ohne Sperrvermerk erkundigt, das ist doch normal.

wirdwerden

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#3
 Von 
Lichtgestalt
Status:
Schüler
(390 Beiträge, 92x hilfreich)

Das andere Unternehmen sichert in der Stellenanzeige bzw. auf den "Karriereseiten" vertrauliche Behandlung zu. Aber der Chef dort ist mit dem Chef hier bekannt... vom Kegelclub, vom Fußballverein, vom Schützenverein her... Man hat sich privat ausgetauscht.

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#4
 Von 
Blaki
Status:
Praktikant
(867 Beiträge, 670x hilfreich)

Guten Abend,

um irgendeinen Schadenersatz geltend machen zu können, müsste Ihnen ein Schaden entstanden sein. Ein solcher ist nicht zu sehen.

Gelegentlich kommt es vor, das AG´s, die sich durchaus kennen können, austauschen.



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#5
 Von 
Lichtgestalt
Status:
Schüler
(390 Beiträge, 92x hilfreich)

Na ja... Drangsalierung, entgangene Boni, entgangene Beförderungen. Das ist schon ein Schaden. Müssen Chefs nicht auch Bewerbungen geheimhalten / vertraulich behandeln? Geschäftsgeheimnisse wie Preise, Lieferanten, Kunden, Rezepte, Verfahren müssen sie ja auch vertraulich behandeln.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52996 Beiträge, 24012x hilfreich)

quote:
Kann AN gegen U rechtlich vorgehen und ggf. Schadensersatzansprüche geltendmachen?

Klar.

Man muss nur gerichtsfest beweisen
- das U schuld daran ist
- das ein tatsächlicher Schaden entstanden ist



quote:
Kann der AN (der sich bei mehr als 1 Firma beworben hat) die Herausgabe des Namens der Firma verlangen, die von der Bewerbung gepetzt hat,

Ja, verlangen kann er es. Nur steht im Falle der Weigerung kein geeignetes Zwangsmittel zur Verfügung.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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