Berufsunfähigkeitsversicherung: Verweis auf andere Tätigkeit nicht zumutbar bei 28% geringerem Einkommen

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Ein Versicherer darf einen Versicherungsnehmer nicht auf eine andere Tätigkeit verweisen, wenn dadurch ein 28 % geringeres Einkommen erzielt wird, als in dem zuletzt ausgeübten Beruf.

Dies hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Urteil vom 16. 1. 2008 - 20 U 17/07).

Nikolaos Penteridis
seit 2008 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Sozialrecht, Fachanwalt für Versicherungsrecht, Fachanwalt für Medizinrecht
Am Vorderflöß 58
33175 Bad Lippspringe
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Schadensersatzrecht, Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Kläger litt an einer Parkinsonerkrankung und war in seinem Beruf als Isolierhelfer zu 80% berufsunfähig. Die Versicherung verwies den Kläger auf eine Tätigkeit als Pförtner/Mitarbeiter im Empfangsdienst. Dies sei dem Kläger auf Grund seiner bisherigen ungelernten Tätigkeit zumutbar. Dem hat das Gericht jedoch widersprochen.

Der Kläger hat in seinem zuletzt ausgeübten Beruf ein monatliches Bruttoeinkommen von ca. 2.496,00 EUR erzielt. Als Pförtner ohne Nachtschicht könne er allenfalls 1.300,00 EUR brutto erhalten. Die Versicherung hat diesem Vortrag widersprochen und einen Bruttoverdienst als Pförtner ohne Nachtschicht in Höhe von ca. 1.800,00 EUR brutto monatlich für möglich erachtet. Dies sind ca. 28% weniger als der Kläger in seinem zuletzt ausgeübten Beruf verdient hat.

Das Gericht hat entschieden, dass diese Differenz nicht mehr zumutbar ist. Denn dies entspricht nicht der bisherigen Lebensstellung. Das ist jedoch zwingende Voraussetzung, wenn eine Verweisung zulässig sein soll.

Meine Empfehlung

Lassen Sie sich durch die Versicherer nicht einschüchtern, wenn Sie eine andere Tätigkeit ausüben sollen, obwohl Sie berufsunfähig sind. Lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt beraten. Denn insbesondere die Rechtsprechung zur Verweisung ist umfangreich und kompliziert.

Mit freundlichen Grüßen
Nikolaos Penteridis
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Fachanwalt für Sozialecht
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Melzer Penteridis Kampe Rechtsanwälte PartGmbB

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Nikolaos Penteridis
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Bad Lippspringe
Guten Tag Herr Penteridis,
ich habe Ihren Artikel " Berufsunfähigkeitsversicherung: Verweis auf andere Tätigkeit nicht zumutbar bei 28% geringerem Einkommen" gelesen und würde darüber gerne mit Ihnen sprechen.
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Leserkommentare
von zauberer am 12.02.2009 18:06:55# 1
Hallo, ich hatte 2007 ein Urteil als ich gegen meine Berufsunfähigkeitsversicherung klagte. In 2. Instanz urteilte das Gericht das meine 28% weniger Verdienst hinnehmbar sind. Gleichzeitigt drohte mir das Gericht eine Geldbuse an, falls ich weiter in Berufung gehe. Kann man nach diesem Urteil noch mal in meinem Fall was machen? Viele Grüße Zauberer
    
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