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Bei Vertragsbeginn Kündigung unterschreiben

 Von 
Ne0x
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Bei Vertragsbeginn Kündigung unterschreiben

Guten Tag,

darf der Arbeitgeber am Tag an dem der Arbeitsvertrag (Aushilfe, unbefristet) unterzeichnet wird, ebenfalls verlangen, dass eine einvernehmliche Kündigungsbestätigung als Bedienung für den Arbeitsvertrag mit unterschrieben wird?

Die Begründung des AG ist dabei, dass viele Aushilfen einfach nicht mehr kommen und so nicht so viel Papierkram entstehen würde, da diese ja dann schon die Kündigung (123recht.net Tipp: Kündigung Arbeitsvertrag Arbeitnehmer ) unterschrieben hätten.

Sollte eine solche Unterschrift zustande gekommen sein, gibt es für die Arbeitnehmer noch die Möglichkeiten dagegen anzugehen solange dieser noch beschäftigt ist, bevor / damit der AG nicht willkürlich diese "erzwungene" Kündigung einsetzt?

Gruß,
K. aus B.

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Kündigung unterschreiben


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52996 Beiträge, 24012x hilfreich)

Kann er.

Ob er sich dann auch daruf berufen kann ist was anderes.
Denn so eine Kündigung ganz ohne Datum wird vor Gericht zu Stirnrunzeln führen.
Das Datum kann man ja auch selbst neben die Unterschrift setzen.

Und wenn man nach der "Kündigung" ohne Widerspruch weiterbeschäftigt wird, entsteht ein neuer Arbeitsvertrag.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23659 Beiträge, 9016x hilfreich)

Kannste unterschreiben, ist völlig wertlos. Eine Kündigung ist eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung. Da bedarf es keines Einvernehmens. Und eine Bestätigung einer Kündigung, die nicht existiert, das ist ein Nichts.

Ideen haben die Leute .....

wirdwerden

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#3
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6121 Beiträge, 3977x hilfreich)

Nein, bloss nicht unterschreiben. Das Datum wird blanko sein, das heisst der AG könnte jederzeit das Ding mit passenden Datum ausfüllen und hat damit die von dir unterzeichnete Bestätigung, dass du fristgerecht eine Kündigung erhalten hast! Dann hilft es dir auch nichts, wenn es die Kündigung nie gab, der AG kann den Empfang dennoch beweisen und du stehst dumm da! Ich weiss nicht wie wirdwerden auf die Idee kommt, dass du das gefahrlos unterschreiben kannst.

-----------------
"Ach Horst...."

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52996 Beiträge, 24012x hilfreich)

quote:
Ich weiss nicht wie wirdwerden auf die Idee kommt, dass du das gefahrlos unterschreiben kannst.

Eventuell wegen meinesn Hinweises das Datum bei Unterschrift selbst zu ergänzen?





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23659 Beiträge, 9016x hilfreich)

Meine Güte, man muss keine Kündigung bestätigen. Das ist ein Nichts. Wenn sie den Job haben will, dann soll sie sich keinen Kopf machen. Schön wäre allerdings eine Ablichtung für die eigenen Unterlagen.

wirdwerden

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#6
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6121 Beiträge, 3977x hilfreich)

Nur weil man eine Kündigung nicht bestätigen muss, heisst das nicht, dass eine Kündigungsbestätigjng einfach nichts wäre. Es gibt nichts besseres als eine gegengezeichnete Kündigungsbestätigung, um den Zugang der Kündigung zu beweisen. Richtig ist: Eine Kpndigung muss nicht bestätigt werden, daher unterzeichnet man eine solche Bestätigung nicht und fertig.

@Harry: Das verwenden des Datums bei Unterschrift mag vielleicht etwas besser sein, ist aber auch nicht das gelbe vom Ei und stärkt im Streitfall trotzdem eher die Position des Arbeitgebers. Es ist einfacher darzulegen, dass ein AN beim angeblichen Erhält der Kündigung einfach ein anderes Datum eingesetzt hat, als dass der AN schon zu Beginn eine Blankobrstätigung unzerzeichnet hat.

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"Ach Horst...."

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#7
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2473 Beiträge, 1152x hilfreich)

Das ist wieder mal eine Fragestellung, bei der man nach Herzenslust streiten kann. Auch wenn ich in der Sache hier zu den Positionen von Harry beziehungsweise wirdwerden neige, scheint mir folgendes sicher: selbst wenn man die Absicht des Arbeitgebers nicht von vornherein als unlauter abstreitet , verlagert diese Praxis das Risiko letztendlich doch ausschließlich auf den Arbeitnehmer . Der Arbeitgeber möchte sich Stress ersparen wegen einiger unzuverlässiger Aushilfskräfte und setzt dafür alle seine Leute in einem Zustand permanenter Verunsicherung beziehungsweise Unsicherheit – denn es ist ja nicht gesagt, das dieser Arbeitgeber nicht doch auch in anderen Fällen auf diese vermeintliche Zustimmung zurückgreift und dann hat der Arbeitnehmer den Stress damit.

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(28893 Beiträge, 8867x hilfreich)

quote:
Meine Güte, man muss keine Kündigung bestätigen. Das ist ein Nichts. Wenn sie den Job haben will, dann soll sie sich keinen Kopf machen.

Das ist wohl wahr. Allerdings scheint es sich im darauffolgenden Satz der Ausgangsfrage nicht um eine Kündigungsbestätigung, sondern um die eigene Kündigung zu handeln. Nur die Unterschrift unter die eigene Kündigung macht für den AG überhaupt Sinn und so eine Unterschrift sollte man tunlichst nicht leisten.

Da eine Kündigung gar kein Datum enthalten muss, verstehe ich die Diskussion darüber nicht wirklich.

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#9
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6121 Beiträge, 3977x hilfreich)

quote:
Allerdings scheint es sich im darauffolgenden Satz der Ausgangsfrage nicht um eine Kündigungsbestätigung, sondern um die eigene Kündigung zu handeln.
Nein. Hier ist ganz offenbar die Unterschrift unter die Kündigung im Sinne von "Bestätige hiermit, die Kündigung am xx.xx.xxxx erhalten zu haben" gemeint. Das meint TE mit Kündigungsbestätigung.

Und da ihr dem TE alle weismachen wollt, dass er eine Kündigungsbestätigung, die nicht anderes darstellt als eine Empfangsbestätigung der eigenen Kündigung durch den AG, ruhig unterscheiben kann, hoffe ich, dass ihr ihm dann auch für den möglichen Schaden geradesteht, wenn der AG eines Tages vor dem AN steht und ihm mitteilt, dass er ab sofort nicht mehr kommen braucht, weil der AG ja schriftlich hat, dass der AN die Kündigung vor sagen wir mal 3 Monaten fristgerecht erhalten hat.

Was glaubt ihr denn, für was der AG das sonst will? Da der AN den Erhalt einer Kündigung nicht bestätigen muss, sondern nur der AG den fristgerechten Zugang, ist das Gerede von wegen "Papierkram" Unsinn und hat nur den Hintergrund, den AN bei Bedarf schnellstmöglich loszuwerden. Falls es ein Kleinbetrieb ohne KSchG ist, ist das für den AG das beste, was ihm passieren kann.

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"Ach Horst...."

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