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BAföG zurückzahlen, wenn man Haus geschenkt bekommt?

 Von 
franky2
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)
BAföG zurückzahlen, wenn man Haus geschenkt bekommt?

Hallo,

folgender Fall:

Jemand lebt die ganze Zeit von BAföG. Im Juli 2018 bekommt er ein Haus im Wert von 400.000 € geschenkt, welches er vermietet. Dann bekommt er ab August 2018 kein BAföG mehr.
Muss er auch das BAföG, welches er im Zeitraum Januar 2018 bis Juli 2018 bekommen hat zurückzahlen???

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 523 weitere Fragen zum Thema
BAföG Haus zurückzahlen


17 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
alida
Status:
Student
(2594 Beiträge, 532x hilfreich)

Aber ist denn mit dem Monat Juli der Bewilligungszeitraum abgelaufen? Sonst gibt es sogar weiter BAföG für den BWZ.

Nein, für die Vergangenheit muss er wegen Vermögen nichts zurückzahlen. Nur wegen Einkommen könnte sich da etwas ergeben, wenn die Miete entsprechend hoch ist.

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#2
 Von 
franky2
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)

danke.

Der Bewilligungszeitraum geht bis Ende September 2018.

Nehmen wir an, dass die Miete so hoch, ist dass er jeden Monat 2.000 € Gewinn macht (ab Juli 2018). Muss er dann die gesamten BAföG-Leistungen für das ganze Jahr 2018 zurückzahlen?

Die Person hat auch Schulden, so dass sie die 2.000 € zur Schuldentilgung verwendet! Ändert das etwas?

-- Editiert von franky2 am 04.01.2018 23:15

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#3
 Von 
fb367463-2
Status:
Student
(2854 Beiträge, 1192x hilfreich)

Nein, das ändert nichts. Bafög ist nicht dazu da, private Schulden zu tilgen.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#4
 Von 
alida
Status:
Student
(2594 Beiträge, 532x hilfreich)

Wenn er tatsächlich ab Juli 2000 € Überschuss aus Vermietung und Verpachtung hat, wären das 6.000 € im Bewilligungszeitraum. Das überschreitet das anrechensfreie Einkommen um 1.600 € brutto und würde zu einer Rückzahlung von 1.260,80 € führen.

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#5
 Von 
franky2
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von fb367463-2):
Nein, das ändert nichts. Bafög ist nicht dazu da, private Schulden zu tilgen.

Sicher?

In jedem BAföG-Antrag wird man danach gefragt, wie viele Schulden man hat. Ich schließe daraus, dass wenn man monatlich 2.000 € Gewinn macht und nachweisen kann, dass man z.B. 300.000 € Schulden hat, von denen man monatlich 2.000 € an den Gläubiger zahlt, weil der Gläubiger sonst pfänden würde, dann muss man das BAföG, dass man von Januar bis Juli 2018 bekommen hat nicht zurückzahlen.

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#6
 Von 
franky2
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)

.

-- Editiert von franky2 am 05.01.2018 18:13

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#7
 Von 
franky2
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)

.

-- Editiert von franky2 am 05.01.2018 18:13

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#8
 Von 
franky2
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von alida):
Wenn er tatsächlich ab Juli 2000 € Überschuss aus Vermietung und Verpachtung hat, wären das 6.000 € im Bewilligungszeitraum. Das überschreitet das anrechensfreie Einkommen um 1.600 € brutto und würde zu einer Rückzahlung von 1.260,80 € führen.

Wieso 6.000 € ?

Von Juli 2018 bis Dezember 2018 sind 6 Monate x 2.000 € = 12.000 €

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#9
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(22703 Beiträge, 12032x hilfreich)

Ja und? Laut Ihnen endet der BWZ aber schon vorher: Der Bewilligungszeitraum geht bis Ende September 2018.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#10
 Von 
fb367463-2
Status:
Student
(2854 Beiträge, 1192x hilfreich)

Es gibt ja nicht nur ein staatliches BAföG, sondern auch ein Bankdarlehen für Studiumszwecke. Das ist mit "Schulden" gemeint, nicht die Schulden fürs Haus oder Auto oder sowas. Interessante Informationen: https://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/rueckzahlung.php

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#11
 Von 
alida
Status:
Student
(2594 Beiträge, 532x hilfreich)

@franky2
Bitte unterscheiden zwischen Vermögen und Einkommen.
Vermögen wird beim BAföG nur zum Stichtag der Antragstellung überprüft und evt. Angerechnet.
Einkommen ist das, was man während des BWZ verdient.
https://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/einkommen.php

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#12
 Von 
fb367463-2
Status:
Student
(2854 Beiträge, 1192x hilfreich)

DD
LOL Alida, zwei Narren, ein Gedanke :)

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#13
 Von 
alida
Status:
Student
(2594 Beiträge, 532x hilfreich)
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#14
 Von 
franky2
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Ja und? Laut Ihnen endet der BWZ aber schon vorher: Der Bewilligungszeitraum geht bis Ende September 2018.

danke.
Also ist nicht das Einkommen des Kalenderjahres 2018 entscheidend, sondern das Einkommen des Bewilligungszeitraumes vom 01.10.2017 bis 30.09.2018 ?

Die Person hat erhebliche Schulden, weil sie Schadensersatz bezahlen muss. Aber egal welchen Betrag sie monatlich an Schadensersatz bezahlt, sie muss in jedem Fall 1.260,80 € des BAföG zurückbezahlen (wenn man mit den Daten aus Beitrag Nr.8 rechnet). Habe ich das so richtig verstanden?

2) Die einzige Möglichkeit zu verhindern, dass die Person einen Teil des BAföG zurückzahlen muss, wäre indem sie das Haus erst einen Monat später geschenkt bekommt. Dann hat die Person erst ab August 2018 monatlich 2.000 € Einkommen.
Im August + September 2018 jeweils 2.000 € = 4.000 € Einkommen im Bewilligungszeitraum. Dann muss die Person gar kein BAföG zurückzahlen richtig?
Dass die Person in den Monaten Oktober, November und Dezember 2018 jeweils auch 2.000 € Einkommen hat spielt überhaupt keine Rolle, richtig?

danke für eure Hilfe.

-- Editiert von franky2 am 05.01.2018 20:10

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#15
 Von 
alida
Status:
Student
(2594 Beiträge, 532x hilfreich)

Eigentlich ist es noch viel komplizierter, aber ich wollte dich nicht verwirren.

Zuerst wird das Einkommen im Kalenderjahr genommen und auf die einzelnen Monate umgelegt. 6 x 2.000 = 12.000 /12 = 1000 € monatlich. Bei 9 Monaten Bewilligungszeitraum in diesem Kalenderjahr hättest du dann 9.000 € Einkommen.
Da du aber eindeutig erst ab Juli dieses Einkommen hattest, kannst du beantragen, dass es so berechnet wird, wie ich es bereits vorgerechnet habe.

Aber ich glaube, du gehst von falschen Voraussetzungen aus.
Brutto-Mieteinnahmen sind nicht gleichbedeutend mit (steuerlichen) Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

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#16
 Von 
franky2
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 0x hilfreich)

danke.

Welches Einkommen wird denn für die BAföG-Berechnung zugrunde gelegt? Die Brutto-Mieteinnahmen sind es sicherlich nicht. (Nehmen wir an die Brutto-Mieteinnahmen sind 3.000 € monatlich seit Juli 2018)

Darf ich zur Berechnung des BAföG von den Bruttomieteinnahmen die gleichen Kosten abziehen, die auch in der Steuererklärung geltend gemacht werden? (wie, z.B. Handwerkerkosten / Reparaturkosten, Gebäudeabschreibung, Werbungskosten usw.)
Nach Abzug dieser Kosten sind die Mieteinnahmen nur noch 2.000 € monatlich.

Auf diesen Betrag wird die Einkommenssteuer berechnet. Unterstellen wir, dass es nach Abzug der Einkommenssteuer nur noch 1.400 € monatlich sind.

Sind diese 1.400 € dann maßgeblich für die BAföG-Berechnung? Dann müsste ja kein BAföG zurückgezahlt werden, richtig?

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#17
 Von 
alida
Status:
Student
(2594 Beiträge, 532x hilfreich)

Richtig!

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