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Aussage verweigern.. etwas komplizierterer Fall

2.1.2008 Thema abonnieren Zum Thema: Aussage
 Von 
Strifecrow
Status:
Beginner
(83 Beiträge, 8x hilfreich)
Aussage verweigern.. etwas komplizierterer Fall

Guten Tag!
Hallo erstmal an alle, ich benötige schnelle Hilfe da ich bereits übermorgen geladen bin.

Und zwar haben ich und paar andere eine Straftat begangen. (Das war mein erstes und letztes mal!)Aufgrund einer Aussage eines Zeugen der etwa gehört hat, wurde ich dann angeklagt. Ich hab es auch zugegeben und wurde verurteilt... jedoch hab ich die Namen der anderen nicht genannt!
Und da ist das Problem, ich bin Freitag geladen bei der Strafsache gegen Unbekannt. Unbekannt,sind also die Leute die an dem Abend mit dabei waren, deren Namen ich jedoch nicht verraten habe und das habe ich auch nicht vor!
Gibt es eine Möglichkeit um die Aussage herum zukommen? Weil ich bin zwar verurteilt, dennoch war ich Mittäter und kein "Zeuge", oder wie ist das? Weil als Mittäter ja keine Aussagepflicht besteht.

Vielen Dank schonmal!

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Aussage


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unsterblich
(22706 Beiträge, 5321x hilfreich)

Und da ist das Problem, ich bin Freitag geladen bei der Strafsache gegen Unbekannt.

Das kann nicht sein. Zumindest nicht bei Gericht. Gegen 'unbekannt' kann keine Anklage erhoben werden.

Wenn Sie bei der Polizei geladen sind (in dem Ermittlungsverfahren gegen unbekannt), können Sie die Ladung ignorieren. Einer polizeilichen Ladung muß man in diesem Fall keine Folge leisten.

Blöd wird es nur, wenn Sie von der Staatsanwaltschaft geladen werden, denn dort besteht Aussagepflicht, § 161 StPO . Verweigern dürften Sie dort nur, wenn Sie einen Verwandten belasten müßten oder sich selbst. Sich selbst können Sie in dieser Sache aber kaum noch belasten da Sie bereits abgeurteilt sind. Verweigern Sie ohne Rechtsgrund, drohen Ordnungsstrafen bis hin zu 6 Wochen Ordnungshaft.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

-- Editiert von !streetworker! am 02.01.2008 19:19:15

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#2
 Von 
Strifecrow
Status:
Beginner
(83 Beiträge, 8x hilfreich)

Entschuldigeung, ich meinte ja Staatsanwaltschaft...
Also da steht auch "Ermittlungsverfahren gegen unbekannt"
Aber der Absender ist die Staatsanwaltschaft Gera, und da steht auch nix von Polizei!

Aber wie gesagt, ich bin doch Mittäter? Kann man einen Verurteilten Täter einfach so als Zeuge nehmen? Ich hab auch das Geständnis unter der Bedingung gemacht, das ich die anderen Namen nicht nennen muss... und dann bei Gericht sagt die Staatsanwältin aufeinmal ich muss das sagen sonst kann sie mich dazu zwingen, und ich bekomm deshalb noch ne Vorladung...

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#3
 Von 
net-surfer
Status:
Beginner
(114 Beiträge, 11x hilfreich)

@Strifecrow

leider ist es nun mal so,dass Du kein Mittäter mehr sein kannst,denn Du bist schon
bereits abgeurteilt worden. So wird aus den Mittäter ein Zeuge. !Streetworker! hat leider Recht damit kannst Dich nicht mehr selber belasten mit einer Aussage

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#4
 Von 
Strifecrow
Status:
Beginner
(83 Beiträge, 8x hilfreich)

Das heisst, ich muss aussagen wenn ich nicht in Knast will :( ? Und wie siehts aus wenn man dann bedroht wird?..

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unsterblich
(22706 Beiträge, 5321x hilfreich)

Bedroht wird man in aller Regel nicht mehr nach der Aussage, weil es dann für den 'Bedroher' keinen Sinn mehr macht einen zu bedrohen, denn die Aussage ist dann ja bereits erfolgt. Bedroht er trotzdem weiter, dies der Staatsanwaltschaft mitteilen. Die Bedrohung eines Zeugen in der Absicht ihn von einer Aussage abzuhalten, stellt regelmäßig den Haftgrund der Verdunkelungsgefahr dar, d.h. der Bedroher kann in Untersuchungshaft genommen werden.

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#6
 Von 
morones
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Könntest einfach sagen du warst mit Jamal, Murat und Ivan unterwegs, Nachnamen kennst du nich, Wohnorte genauso wenig. Das Gegenteil beweisen kann dir keiner, auf Fotos wirst du keinen erkennen. So kommst du vielleicht drum herum, irgendwen zu verpfeifen. Aber ob das was bringt oder nicht, müssen hier die Sachkundigen Menschen klären, und das es auch nicht die feine englische Art ist, weiss ja jeder hier^^

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#7
 Von 
guest-12325.07.2009 16:01:16
Status:
Schüler
(220 Beiträge, 46x hilfreich)

Wie kann man nur so einen Unfug raten, morones!

Wenn der TE vor der Polizei oder StA lügt und das kommt raus, wird er gleich nochmal verurteilt. Und zwar mindestens wegen Strafvereitelung (Strafrahmen: bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe).

Macht er das Ganze dann auch noch vor Gericht, wird es richtig teuer.

Delikte gegen die Rechtspflege werden unnachgiebig und konsequent verfolgt!

Man kann übrigens häufig ziemlich genau nachweisen, wer wen wann gekannt hat...

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#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unsterblich
(22706 Beiträge, 5321x hilfreich)

Zumal er hiermit:

Ich hab auch das Geständnis unter der Bedingung gemacht, das ich die anderen Namen nicht nennen muss...

ja bereits zugegeben hat, die anderen zu kennen.

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#9
 Von 
Strifecrow
Status:
Beginner
(83 Beiträge, 8x hilfreich)

So ein Mist... tuts irgendwas zur Sache ich 17 bin ?

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#10
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(22186 Beiträge, 11775x hilfreich)

Hi,

nun ja, der Strafrahmen, den IDYBELL nennt, ist nicht mehr relevant, sondern es wird Jugendstrafrecht angewandt (Sozialstunden, Jugendarrest etc.). Ansonsten aber spielt das keine Rolle.

Gruß vom mümmel

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#11
 Von 
Strifecrow
Status:
Beginner
(83 Beiträge, 8x hilfreich)

Was wäre wenn man nur die Spitznamen kennt und die einem das nicht glauben? Können die einen da einfach so in Beugehaft stecken etc.

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#12
 Von 
Strifecrow
Status:
Beginner
(83 Beiträge, 8x hilfreich)

Oder was in meinem Fall passender wäre, die Namen nicht nennen weil man sich nicht sicher is, und keinen Unschuldigen belasten will?

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#13
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unsterblich
(22706 Beiträge, 5321x hilfreich)

Prinzipiell sind Sie als Zeuge verpflichtet die Wahrheit zu sagen. Alles andere ist -wie gesagt- strafbar [min. Strafvereitelung]. Da Sie offenbar bereits kundgetan haben, dass Sie aus Angst vor den Leuten die Namen nicht nennen wollen, wird man Ihnen jetzt nicht glauben, dass Sie plötzlich nur die Spitznamen kennen. Ob die anderen ggf. 'unschuldig' wären, würden die Strafverfolgungsbehörden klären. Die Namen dürfen Sie desw. nicht verschweigen. Wenn Sie bedroht werden, teilen Sie das der StA mit. Sie werden sehen, dass Ihnen geholfen wird. Wie auch schon gesagt hören Bedrohungen nach einer Aussage in der Regel auf, da sie dann keinen Sinn mehr machen. Im Gegentell. Sie bringen dem Bedroher nur noch mehr Ärger. StA/Gericht verstehen bei Zeugenbeeinflussung absolut keinen Spaß.

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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