Arbeitspflicht versus Erkrankung eines Kindes

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Welche Eltern kennen das nicht? Vor der Arbeit werden die Kinder noch schnell versorgt und zur Kindertagesstätte oder Schule gebracht. Dann geht es ab zur Arbeit. Was aber ist, wenn das Kind auf einmal Fieber hat, sich erbricht oder andere Krankheitszeichen hat? Dürfen Eltern dann einfach von der Arbeit fernbleiben?

Nach § 616, S. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB) haben Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlte Freistellung, wenn Sie unverschuldet für kurze Zeit aus einem persönlichen Grund verhindert sind, ihre Arbeit zu verrichten. Hierzu zählt auch die Erkrankung eines Kindes.

Diese Regelung kann aber durch Tarif- oder Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden. Zahlt der Arbeitgeber danach den Arbeitsausfall nicht, sichert die gesetzliche Krankenkasse die wirtschaftliche Existenz, sofern die Eltern und das Kind dort krankenversichert sind und das Kind nicht älter als 12 Jahre alt ist. Die Altersgrenze fällt aber weg, wenn das Kind behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Die Eltern müssen darüber hinaus durch ein ärztliches Attest belegen, dass die Betreuung des Kindes durch das Elternteil erforderlich ist. Das ist der Fall, wenn im Haushalt niemand sonst das Kind beaufsichtigen, betreuen und pflegen kann, § 45 Abs. 1 SGB V.

Die Kasse zahlt in solchen Fällen an die 90% bis 100% des Nettolohns. Insgesamt darf jeder beschäftigte Elternteil für die Betreuung eines erkranken Kindes bis zu 10 Tage pro Jahr beanspruchen, Alleinerziehende sogar bis zu 20 Tage pro Jahr, § 45 Abs. 2 SGB V. Wer zwei Kinder hat, hat die doppelte Anzahl an Tagen. Die Grenze bilden aber 25 Tage pro Elternteil und Jahr, bei Alleinerziehenden sind es 50 Tage.


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