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Arbeit annehmen trotz Entfernung?

8.1.2006 Thema abonnieren Zum Thema: Arbeit
 Von 
Geert
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeit annehmen trotz Entfernung?

Hallo zusammen!
Mein Vater hat ein folgendes Problem. 2005 wurde ihm die Stelle als Industriemechaniker nach mehreren Jahren aus betrieblichen Gründen gekündigt.
Jetzt wird ihm eine sehr ähnliche Stelle in ca.130km Entfernung angeboten. Aus 3 Gründen möchte er diese Arbeit nicht annehmen: 1.Familientrennung, 2.starke Schlafprobleme und damit zusammenhängende Verkehrsgefährdung(2Std.Fahrt nach körperlich harter Arbeit) , 3.finanzielle Rentierung hinsichtlich der Miet- und Fahrtkosten...
Meine Frage nun: Welche Entfernungen sind zumutbar und hat man Konsequenzen wenn man diese Stelle ablehnt. Sind die o.g. Argumente als Ablehnungsgründe verwendbar? Ich weiß, daß man bestimmte Beträge steuerlich geltend machen kann, aber ob diese alle Ausgaben decken können...?

Kann mir jemand darauf paar Tips geben? Danke!

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Arbeit


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10637 Beiträge, 2031x hilfreich)

@geert

wie alt sind denn vorhandene kinder?
gibt es vom arzt ein attest über die schlafprobleme?
er könnte sich ein möbliertes zimmer nehmen

ich persönlich bin sogar umgezogen-600km- wegen arbeit.

sunbee

-- Editiert von sunbee1 am 08.01.2006 22:19:45

-- Editiert von sunbee1 am 08.01.2006 22:20:11

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#2
 Von 
CForce
Status:
Praktikant
(661 Beiträge, 76x hilfreich)

ob es irgendwelche Probleme (was die Arbeitsagentur angeht) mit sich bringt, die Stelle nicht anzunehmen kann ich leider nicht beantworten.

Die Frage ist auch nicht so wichtig.
Wichtiger ist: Wieviele derartige Jobs gibt es überhaupt? Wieviele davon in der Umgebung? Wann könnte er wieder Arbeit finden?
Und wenn man nicht die nächsten Jahre arbeitslos sein will, dann sollte man schon abwägen, ob die Stelle nicht doch annehmbar wäre.

Außerdem kann man sich ein Zimmer nehmen, wo man dann eben unter der Woche wohnt.
Klar, sowas ist nicht toll für das Familienleben, besonders wenn die Familie nicht nachzieht. Aber hier muss man wirklich abwägen, was wichtiger ist. Geht das Familienleben wirklich soweit kaputt, dass es durch die Wochenenden nicht mehr zu retten ist?
Diese Frage kann man aus der Ferne sicher nicht beantworten.

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#3
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 1847x hilfreich)

@Geert, wie lange ist dein Vater jetzt arbeitslos?

MfG

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#4
 Von 
murgab123
Status:
Student
(2962 Beiträge, 520x hilfreich)

Die 3 o.g. Gründe sind keine ausreichenden um den Job nicht anzunehmen.

Viele Leute haben weitaus weitere An- und Abfahrten. Die familiäre Trennung müssen iele andere auch über sich ergehen lassen und Schlafprobleme und daraus resultierende Verkehrsgefährdung? Wurde das vom Arzt festgestellt oder ist das eigene Einschätzung?

Bei der Afrbeitsmarktsituation und dem wahrscheinlich auch schon fortgeschrittenen Alter würde ich mir überlegen, dieses Angebot auszuschlagen. Denn zumutbar ist diese Entfernung wohl schon.

-----------------
"Eigentlich bin ich ganz lieb, manchmal!"

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#5
 Von 
Geert
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für eure Antworten!

Bei der Familientrennung geht es eher um die Trennung meiner Eltern selbst (nach 30 Jahren glücklicher Ehe können sie es sich nur schwer vorstellen). Es ist halt bereits eine andere Generation.
Vater ist bereits seit Mai 05 arbeitslos. Ähnliche Jobs gibs nicht in unmittelbarer Nähe, höchstens Angebote von Leihfirmen wo der Verdienst geringer ist als das Arbeitlosengeld.
Meine Mutter könnte ebenso nicht nachziehen, da sie selbst eine gute Anstellung in unserem Städchen hat, zudem wir vor 10 Jahren hier ein Haus gekauft haben.
Trotz schlechter Aussichten auf eine berufsspezifische Anstellung, will mein Vater nicht umziehen. Er würde lieber eine schlechtere Stelle besetzen, dafür in der Nähe.
Wegen Schlaflosigkeit befindet er sich bei einem Neurologen in Behandlung und wird medikamentös eingestellt. Die Probleme beruhen auf früherem 3 Schicht Arbeitssystem.
Das Problem ist, dass wenn er der Arbeitsagentur verweigert, wird ihm das Geld gestrichen, höchstwahrscheinlich ohne dass ihm dafür eine Alternative vorgeschlagen würde... Tja, so siehts aus!

-- Editiert von Geert am 09.01.2006 23:38:07

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#6
 Von 
Lene40
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 9x hilfreich)

Hallo,

derzeit bezieht er ja erstmal ALG. Ich denke die können höchstens kürzen - aber nicht gänzlich streichen.

Ich nehme mal an, es kommt auch auf das Alter an. Ich würde mich da mal richtig bei einer Fachstelle erkundigen.
Vielleicht hat er als Industriemechaniker auch eine Möglichkeit etwas ähnliches zu machen?

Wenn jedoch im Umkreis kein ähnlicher Job zu kriegen ist und er nicht länger arbeitslos bleiben möchte, dann wird er wohl darauf eingehen müssen.

Ich war in Vergangenheit, als Alleinerziehende, auch 200 km für Job weggezogen. Muss man heute leider so hinnehmen.

Bzgl. seiner Schlafkrankheit: Dass sollte er sich vom Arzt bescheinigen lassen. Dann werden die aber vermutlich sagen, er kann mit Bahn und Bus fahren.

Steuerlich absetzbar ist daß alles. Aber es wirkt sich ja nur steuermindernd aus. D.h. er wird schon unterm Strich Abstriche machen müssen.

Viel Glück und viele Grüsse
Lene

-- Editiert von Lene40 am 10.01.2006 08:29:01

-- Editiert von Lene40 am 10.01.2006 08:29:34

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#7
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11244 Beiträge, 3445x hilfreich)

@Lene40:

quote:
derzeit bezieht er ja erstmal ALG. Ich denke die können höchstens kürzen - aber nicht gänzlich streichen.

Das ist allerdings ein Irrtum. Wenn der Arbeitslose eine zumutbare Tätigkeit nicht annimmt, kann das AA ein Sperrzeit von bis zu 12 Wochen verhängen. Für diese Zeit wird dann kein ALG gezahlt.

@Geert:

Ich denke, dass man von Deinem Vater, nebst Ehefrau, allein schon auf Grund des Wohneigentums keinen Umzug verlangen kann.

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass die Stelle dennoch zumutbar ist, denn

1. Sie entspricht - wenn ich Dich richtig verstanden habe - der Ausbildung und den bisherigen Tätigkeiten Deines Vaters und

2. die Entfernung ist nicht so groß, dass die Pendelei nicht zumutbar wäre. Hier gilt meines Wissens die Zumutzbarkeit noch als gegeben, wenn die Arbeitsstelle innerhalb von maximal 2 Stunden erreichbar ist.

Einzi die Krankheit Deines Vaters könnte möglicherweise ein Grund sein, die Stelle abzulehnen, wenn sie medizinisch nachweisbar ist und eine entsrpechende ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden kann. Wenn dieses der Fall ist, würde ich an Stelle Deines Vaters mit dem zuständigen Sachbearbeiter des AA sprechen und auf dem Wege versuchen, die Zustimmung des AA zu bekommen, die Stelle nicht antreten zu müssen.

Im Übrigen gilt aber auch aus meiner Sicht, dass Dein Vater sich schon gut überlegen sollte, was ihm wichtiger ist: Weiterhin arbeitslos zu sein oder einen adäquaten Job anzunehmen und dafür gewisse familäre Einschränkungen in Kauf zu nehmen.

Gruss,

Axel

-----------------
"Rechtschreibfehler dienen der allgemeinen Belustigung. Wer welche findet, darf sie gerne behalten."

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