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Ämterwahnsinn, ich drehe bald durch

11.1.2017 Thema abonnieren
 Von 
Aileene23
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Ämterwahnsinn, ich drehe bald durch

Hallo,

Ich habe schon seit rund 1 Jahr Probleme mit sämtlichen Ämtern. Es kommt mir vor, als hätten mich alle im Stich gelassen. Ich bin psychisch krank, und das schon seit meinem 15. Lebensjahr, mittlerweile bin ich 23 und im letzten Klinikbericht steht fett und deutlich: "Frau ****** wird leicht gebessert bei schwerer Grunderkrankung entlassen".

Aufgrund meiner finanziellen Lage und meiner seelischen Beeinträchtigungen, lebe ich noch bei meinen Eltern, leider. Zwischenmenschlich habe ich mit meinem Vater kein gutes Verhältnis. Er ist quasi Täter. Er bzw. sein Verhalten ist mit Hauptgrund für eine traumatische Kindheit und Jugend.

Musste mehrere Ausbildungsversuche aufgeben, da ich psychisch nicht belastbar bin. Trotzdem habe ich mich immer durchgekämpft. Habe im kranken Zustand meine Mittlere Reife erfolgreich absolviert, habe meinen Führerschein gemacht, habe ein FSJ im Krankenhaus durchgezogen, und habe auch zwischen den Ausbildungsversuchen immer gearbeitet, immer wieder von vorne angefangen, bin immer wieder aufgestanden. Obwohl ich nie wirklich belastbar war. Der Dank dafür ist, dass ich von nirgends her Unterstützung bekomme, seit ich tatsächlich nicht mehr arbeiten kann. Alle Ämter scheren sich anscheinend einen Dreck um mich.

Mir wurde im Laufe des Jahres 2016 nach 7 Wochen Krankmeldung beim Arbeitsamt die Weiterzahlung durch die Krankenkasse verweigert, mit dem Argument, ich sei familienversichert. Ok. Das wurde mir aber genau von dieser KRankenkasse empfohlen. Da ich eine Zeit lang keinen Versicherungsschutz hatte, hatte ich keine andere Wahl, als mich familienversichern zu lassen. Also bekam ich kein Krankengeld, aufgrund dessen. Mich hat aber auch nie irgendeine Sau, entschuldigung, aufgeklärt. Es kam nicht einmal eine schriftliche Info, dass ich nichts bekomme. Das musste ich beim Blick auf den Kontoauszug feststellen.

So viel zur Vorgeschichte. Kurzfassung, es ist in Wahrheit noch viel komplizierter. Familienkasse etc. Aber darum geht es nicht. Nun ist es so, dass ich wieder kein Krankengeld bekomme. Diesmal mit dem Argument, dass ich mich nicht lückenlos krankgemeldet habe. Mein ALG1 ist am 26.12.16, also am 2. Weihnachtsfeiertag, ausgelaufen. Am 27. bin ich dann zum Arzt gegangen, war ja vorher nicht möglich. Der Arzt hat mich ab dem 27. krankgeschrieben. Wegen einem halben Tag wird mir jetzt das komplette Geld verweigert. Es war Feiertag, der Arzt selbst war nicht mein Arzt, weil ich in der Notfallpraxis war und da nicht immer der Selbe ist. Da Feiertage waren, hat der Arzt es auch von sich aus nicht für nötig gehalten, die AU auch für vorherige Tage auszustellen.

Ich habe jetzt mit meinem Arzt persönlich gesprochen, und der meinte, es wäre kein Problem, die Krankmeldung einfach ein bisschen vor zu datieren. Also aus der 27 eine 25 zu machen. Die Trulla :D ... entschuldigung ... bei der Krankenkasse hat mir gesagt, dass das nicht anerkannt würde, weil das Betrug wäre. Aber mein Arzt weiß, was er tut. Er hat mir schonmal eine Krankmeldung verweigert, die länger als 3 Tage rückwirkend sein sollte. Daher weiß ich, dass er darauf achtet, nichts Verbotenes zu tun. Und am Telefon hat er sofort, ohne zu zögern, gesagt, dass das kein Problem ist. Dabei stützt er sich auf einen Klinikbericht von mir. Auf diesen steht dick und fett, dass ich nicht arbeitsfähig bin. Und dieser Bericht ist von September. Die Klinik hat es aber versäumt, mir rechtzeitig einen richtigen Bericht zu schicken, weshalb ich selbst lange gar nicht wusste, dass das da drin stehen würde. Mein Arzt meinte, dass das kein Problem wäre, da die Klinik schon vorher die Feststellung gemacht hat. Also wäre das auch nicht Betrug. Es wird nur vordatiert. Also war das da ein Fehler des Arztes und dieser würde nun behoben. Dann wären das ja weniger als 3 Tage rückwirkend. Weil ich ja am 27. da war und da hätte ich schon das Recht auf Krankmeldung ab 25. gehabt. Aber es konnte ja keiner Ahnen, wie das läuft. Es gab nie eine Aufklärung darüber. Eins ist sicher, ich werde Leistung bekommen. So schnell gebe ich nicht auf. Der Fehler lag nie bei mir. Ich kämpfe mich doch nicht auf dem Zahnfleisch 5 Jahre lang durch einen sozialen Beruf, um im eigenen Krankheitsfall in den Arsch getreten zu werden. Notfalls mache ich mir die schwierige Art meines Vaters zunutze. DER heizt denen dann aber richtig ein. Er bekommt immer, was er will. Die Art von ihm, die mich einst seelisch kaputt gemacht hat, kann ich mir jetzt in bestimmten Situationen zunutze machen.

Aus der Klinik wurde ich übrigens viel zu früh entlassen, weil die Krankenkasse die weitere Bezahlung der Behandlung verweigert hat. Eigentlich war ich überhaupt nicht bereit, entlassen zu werden. Viele Mitpatienten waren teilweise ein halbes Jahr in der Klinik bzw, in Kliniken. Bei mir waren es 3 Aufenthalte für höchstens 11 Wochen. Und die waren nicht schwerer krank als ich. Aber jedes Mal war es die Krankenkasse, die es beendet hat. Ich bin nie bereit gewesen, ´von irgendwo entlassen zu werden. Aber bei mir sparen sie an allen Ecken, so kommt es mir vor. Mit Ach und Krach hat es der Oberarzt noch geschafft, 2 Wochen länger für mich rauszuschlagen. Eigentlich wäre ich noch früher entlassen worden. Eigentlich sollten die Krankenkassen dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sich ein, aus der Psychiatrie zu früh entlassener, Patient das Leben nimmt oder sich was antut, einen Unfall hat, etc. Eigentlich müsste das Konsequenzen haben. Machen die das bei Krebspatienten eigentlich auch so? Wird da auch einfach die Behandlung abgebrochen, weil die Kasse nicht zahlen will? So nach dem Motto: Ach egal, lass den doch verrecken!?

Oder werden psychische Krankheiten einfach nicht ernst genommen?

Ist das Rechtens mit der Vordatierung der Krankmeldung? Und wie ist das mit den Zahlungen? Dürfen die das einfach so entscheiden? Ohne zu wissen, ob der Patient überhaupt in der Lage ist, entlassen zu werden? Ich weiß, dass ich als Mensch dem Amt nichts wert bin, dass ich nur eine Nummer bin und sich im Endeffekt alles nur ums Geld dreht. Der Mensch ist egal. Das ist mir schon klar. Aber ich frage mich, ob die nicht irgendwie auch von irgendwo Einhalt geboten bekommen. Es kommt mir so vor, als hätten die Narrenfreiheit. Kann da jemand was zu sagen?! Gibt es ähnliche Erfahrungen?

Nur Probleme mit sämtlichen Ämtern. Ganz ehrlich ... wenn ich allein wäre und keine Unterstützung von meinen Eltern hätte, wäre ich schon lange tot. Mich hätte das alles hier schon längst in den Suizid getrieben. Dafür fehlt mir schlichtweg die Kraft und dadurch auch der Biss ... und vor Allem der Halt.

Dankeschön. MfG.

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3 Antworten
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#1
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2276 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von Aileene23):
Mir wurde im Laufe des Jahres 2016 nach 7 Wochen Krankmeldung beim Arbeitsamt die Weiterzahlung durch die Krankenkasse verweigert, mit dem Argument, ich sei familienversichert.

Man war während des ALG1-Bezugs familienversichert oder ist ALG2 gemeint? Kann ich grad nicht nachvollziehen.


Zitat (von Aileene23):
Nun ist es so, dass ich wieder kein Krankengeld bekomme. Diesmal mit dem Argument, dass ich mich nicht lückenlos krankgemeldet habe. Mein ALG1 ist am 26.12.16, also am 2. Weihnachtsfeiertag, ausgelaufen. Am 27. bin ich dann zum Arzt gegangen, war ja vorher nicht möglich. Der Arzt hat mich ab dem 27. krankgeschrieben.


Bis zum 26.12. hat man ALG1 bezogen (Bewilligungsende?) und wollte dann Krankengeld?


Bitte etwas mehr Fakten in einer nachvollziehbaren Darstellung.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52996 Beiträge, 24012x hilfreich)

Zitat (von Aileene23):
und der meinte, es wäre kein Problem, die Krankmeldung einfach ein bisschen vor zu datieren. Also aus der 27 eine 25 zu machen.

Der gute Mann sollte sich man zum Thema Urkundenfälschung und Betrug von einem Anwalt beraten lassen ...

Zwar kann man unter bestimmten Umstäden was zurückdatieren, aber bestimmt nicht so wie da beschrieben.

Und das ganze wird dann auch misstrauisch von der Kasse geprüft, die Hürden sind hoch.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
TimeLady
Status:
Schüler
(160 Beiträge, 24x hilfreich)

fälst du dan nicht in alg 2 jetzt da das alg 1 ausgelaufen ist? wie lange wurdest du jetzt krankgeschrieben? lange genug um alg 2 zu beantragen?

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