Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
480.015
Registrierte
Nutzer

40 Stundenwoche

1.1.2005 Thema abonnieren
 Von 
akos
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
40 Stundenwoche

Mein Chef hat uns 10 Angestellten zwischen Tür und Angel jeden einzeln mittgeteilt das wir Ab Januar die 40 Stundenwoche haben.

Das heist von 37.5 auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich.Als Begründung
wird gesagt das Umsatz zwar stimmt aber der Gewinn im Minus ist ( was ich anhand meiner Provisonsabrechnung und bekannter Einkaufspreise und Verkaufspreise als glatte Lüge bezeichne)

Wir haben noch nichts schriftliches bekommen,und wenn wir was bekommen sollten ist es nur eine Erweiterung zum Arbeitsvertrag.

Wie verhalten? Bis zum schriftlichen Überstunden aufschreiben?Ab wann ist es wirksamm?

Danke für die Hilfe

Verstoß melden



19 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 156x hilfreich)

Hallo Akos,

Provision wird eigentlich nicht auf erzielten Gewinn gezahlt sondern auf Umsatz, das nur vorweg. Provision soll ja den Anreiz bewirken, Umsatz zu steigern. Das andere ist eine Gewinnbeteiligung, diese wird i.d. R. nur an Investoren u.Ä. gezahlt.

Umsatz sagt weiterhin nichts über den Gewinn eines Unternehmens aus, vielleicht ist eine Tendenz erkennbar (vermutbar) aber da hängen noch viele Faktoren "dran".

Außerdem lese ich heraus, dass du neben einem Grundgehalt noch eine Provision erhältst, damit geht es dir besser, wie den meisten anderen "Sterblichen" unter uns, vielleicht ist meine Antwort hier zu hart, aber du hast die Möglichkeit über eigene Leistung ein höheres Einkommen zu erzielen - viele andere können das nicht.

Vielleicht wird man mir jetzt vorwerfern, dass ich Pro-Arbeitgeber denke, aber ich finde es nicht überdramatisch 2,5 Std. mehr zu arbeiten, es ist allemal besser, als garnicht arbeiten zu können und es gibt schlimmere, weit schlimmere Ungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Da heißt es Augen zu und durch.

Im Moment haben wir einfach ein Angebot-Nachfrage-Ungleichgewicht, ergo sitzen die AG´s am längeren Hebel, warten doch draußen X-Tausend Arbeitslose, und jetzt von Hartz drangsalierte und ebenso qualifizierte pot. Arbeitnehmer...

Recht haben, heißt nicht auch Recht zu bekommen - im Moment ist die Zeit nicht reif für dieses Haben-Wollen-Denken, es tut mir leid, wenn dir meine Antwort nicht gefällt - es ist eben einfach so!

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 156x hilfreich)

Hallo Akos,

Provision wird eigentlich nicht auf erzielten Gewinn gezahlt sondern auf Umsatz, das nur vorweg. Provision soll ja den Anreiz bewirken, Umsatz zu steigern. Das andere ist eine Gewinnbeteiligung, diese wird i.d. R. nur an Investoren u.Ä. gezahlt.

Umsatz sagt weiterhin nichts über den Gewinn eines Unternehmens aus, vielleicht ist eine Tendenz erkennbar (vermutbar) aber da hängen noch viele Faktoren "dran".

Außerdem lese ich heraus, dass du neben einem Grundgehalt noch eine Provision erhältst, damit geht es dir besser, wie den meisten anderen "Sterblichen" unter uns, vielleicht ist meine Antwort hier zu hart, aber du hast die Möglichkeit über eigene Leistung ein höheres Einkommen zu erzielen - viele andere können das nicht.

Vielleicht wird man mir jetzt vorwerfern, dass ich Pro-Arbeitgeber denke, aber ich finde es nicht überdramatisch 2,5 Std. mehr zu arbeiten, es ist allemal besser, als garnicht arbeiten zu können und es gibt schlimmere, weit schlimmere Ungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Da heißt es Augen zu und durch.

Im Moment haben wir einfach ein Angebot-Nachfrage-Ungleichgewicht, ergo sitzen die AG´s am längeren Hebel, warten doch draußen X-Tausend Arbeitslose, und jetzt von Hartz drangsalierte und ebenso qualifizierte pot. Arbeitnehmer...

Recht haben, heißt nicht auch Recht zu bekommen - im Moment ist die Zeit nicht reif für dieses Haben-Wollen-Denken, es tut mir leid, wenn dir meine Antwort nicht gefällt - es ist eben einfach so!

-----------------
"VLG nefertari1968 <img src="http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=1924">"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 156x hilfreich)

Ansonsten bleibt das Übliche... Vertrag prüfen und ggf. Betriebsrat und Anwalt einschalten....



-----------------
"VLG nefertari1968 <img src="http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=1924">"

-- Editiert von nefertari1968 am 02.01.2005 00:09:31

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15950 Beiträge, 6260x hilfreich)

Mit einer "Erweiterung des Arbeitsvertrags" kann ein Arbeitgeber nicht die Arbeitszeit einseitig verlängern. Dazu bedarf es einer Änderungskündigung.
Ein Arbeitsvertrag ist ein Vertrag, der von zwei Parteien rechtskräftig abgeschlossen wird. Der Sinn davon ist ja gerade, die Bedingungen des Arbeitsverhältnisses für beide Seiten eindeutig festzulegen.
Der Arbeitnehmer kann ja auch nicht den Arbeitsvertrag erweitern und darin festlegen, ich arbeite ab Januar nur noch 35 Stunden.
Wenn Ihr Arbeitgeber eine Änderungskündigung ausspricht, können Sie rechtlich dagegen vorgehen und dann müßte er spätestens vor dem Arbeitsgericht schon sehr genau beweisen können, weshalb er die Arbeitsbedingungen verschlechtern will.
Es ist ja leider offensichtlich, dass inzwischen auch viele Arbeitgeber auf den Zug aufspringen, den Siemens, Opel und andere ins Rollen gebracht haben, Lohnkürzungen und ARbeitszeitverlängerungen sind auch bei denen in Mode gekommen, die genug Gewinne machen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(28829 Beiträge, 8835x hilfreich)

Die Überlegungen von nefertari1968 muss man sicher anstellen.

Rechtlich gesehen ist jedoch eine Änderungskündigung erforderlich, wenn die Arbeitszeit erhöht werden soll.

Eine einseitige, noch dazu mündliche Erklärung des Arbeitgebers reicht dazu nicht aus.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
guest123-255
Status:
Praktikant
(807 Beiträge, 130x hilfreich)

wie wäre es mit mehr flexibilität ... was sind schon 2,5 h in der woche?? ich denke das trägt zur arbeitsplatzsicherung bei ...

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15950 Beiträge, 6260x hilfreich)

2.5 Stunden die Woche sind eine Menge Arbeitszeit oder eben unbezahlte Mehrarbeit.

Der Trend geht ja nun eindeutig dahin, Mehrarbeit aus Arbeitnehmern kostenlos rauszuholen, aber solange es noch Arbeitsgerichte und gültige Arbeitsverträge und/oder Tarifverträge gibt, sollte sich ein Arbeitnehmer dagegen wehren.

Wenn wir als Arbeitnehmer alles erdulden, um überhaupt arbeiten zu dürfen, müssen unsere Kinder wieder "Lehrgeld" zahlen, um eine Ausbildung machen zu dürfen!

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
Dreamer66
Status:
Schüler
(378 Beiträge, 81x hilfreich)

seh ich genauso wie Hamburgerin.
Bei 20 Arbeitnehmern sind das 50 Stunden, also mindestens einer ist dann überflüssig und "darf" gehen. Ob das der richtige Weg ist um tatsächlich Arbeitsplätze zu schaffen, wage ich zu bezweifeln

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
1soul
Status:
Beginner
(73 Beiträge, 11x hilfreich)

Suuuper Antwort nefertari, echt suuuper. Mit dieser Einstellung unterläufst du jegliche Art gewerkschaftlicher Tätigkeit. Genau mit diesen Argumenten werden Tag für Tag AN angehalten, freiwillig auf Lohn zu verzichten oder Überstunden zu leisten. Anstatt neue Arbeitsplätze zu schaffen, werden die bestehnden einfach etwas mehr ausgepresst. Boah..ich könnte mich echt aufregen über deine Einstellung. Die ist ja wie zu Beginn des Industriezeitalters.

Ohne Gruß
Jörg

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 156x hilfreich)

Ach Jörg,

hatte ich geschrieben, dass ich das angenehm finde oder das mir die Entwicklung etwa gefallen würde? Nein!

Es ist nicht OK - keine Frage, aber jetzt mal ganz ehrlich, welche Betriebe sind schon mit Betriebsrat etc. versehen? Doch nur die ganz Großen... Wie sehen die Realitäten aus, wenn sich einzelne Beschäftigte aus kleinen und mittelständischen Betrieben tatsächlich wehren? Wer hält dem Druck eigentlich noch wirklich stand?

Bis vor kurzem hatte ich auch so einen "tollen" Job - Zeitarbeitsverträge am Stück, keinen Betriebsrat, Einschränkung hier, Urlaubstage streichen dort etc. Sicherlich spielt man mit dem Gedanken, sich an einen Anwalt zu wenden, aber was passiert dann - noch mehr Stress, noch mehr Angst, ev. Kündigung, Arbeitsgericht, sog. Vergleiche, die auch noch angerechnet werden auf ALG I und II, womöglich die Familie nicht mehr ernähren können etc.?

Und habe ich etwas Falsches geschrieben? Es ist doch so, dass dort draußen viele Menschen bereit sind, diesen oder andere Preise zu zahlen in Zeiten chronischer Arbeitsverknappung, nur um eben wieder in Arbeit zu kommen - und die Arbeitgeber wissen das auch.

Auch ich wäre bereit, statt 40 Std. nur 36 Std. zu arbeiten, wenn dadurch Arbeitsplätze geschaffen werden - Es werden aber keine neuen Arbeitsplätze geschaffen - es wird dann eben erwartet, dass das Arbeitspensum in kürzerer Zeit bewältigt wird - So einfach ist das.

Wenn meine Elternzeit um ist, vermutlich sogar vorher, werde auch ich mich wieder unter Wert verkaufen (müssen) um wieder arbeiten zu "dürfen". Die bessere Argumentation liegt auch da wieder bei den AG´s - Aus dem Beruf raus, zu lange Pause, kein aktueller Kenntnisstand und pipapo... Also schlecht bezahlt und wieder "gear..."

Hat heute jemand Plusminus geschaut? Sogar bei Siemens verzichten die Arbeitnehmer mal eben auf rund 600 Euro für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, weil gedroht wurde sonst ins Ausland zu gehen - die zuständige Gewerkschaft räumte im Interview ein, dass sie dagegen nicht wirklich etwas tun kann...

Es würde nicht einmal helfen, aus Protest eben keine Siemens-Telefone mehr zu erwerben, weil dann ebenfalls Arbeitsplatzabbau droht.

-----------------
"VLG nefertari1968 "

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15950 Beiträge, 6260x hilfreich)

Die Erpressung von Siemens erlebe ich hautnah mit, mein Partner arbeitet jetzt seit 1 Jahr in einer "Tochtergesellschaft", nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit bei Siemens, natürlich zu erheblich schlechteren Bedingungen. Ach ja, wenn die Geschäftsführung es geschafft hat, die noch bei Siemes angestellten AN auf das gleiche Niveau herabzudrücken, wollen sie seine Abteilung dahin zurückholen, weil so erfolgreich. grrrr...

Gegenfrage:Was passiert, wenn wir alle kleinbei geben und jeder Verschlechterung unserer Arbeitsbedingungen zustimmen? Gar nichts, außer dass sich der Chef die Hände reibt oder wie bei Siemens, denen es ja wirklich blendend geht, die Aktienbesitzer freuen.
Ich glaube nicht mal, dass dann die AN ihre Arbeitsplätze behalten, wenn sie die Einschränkungen mitmachen, wer den Trend der "Job-Auktionen" im Internet verfolgt, weiß wohin das führt....
Wir sind in einem Abwärtsstrudel, der kaum zu stoppen ist, aber da, wo es noch ein paar Rechte gibt, sollten die AN darauf beharren.

Ich glaube auch kaum, dass so viele AN einfach zu ersetzen sind, wer "Leistungsträger" ist, wird auch von halbwegs intelligenten Chefs als solcher erkannt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 156x hilfreich)

@Jörg

PS. Schau dich doch mal in diesem Forum um... Lehrlinge, die nicht ausgebildet werden, Menschen, die monatelang kein Gehalt mehr erhielten, Mobbing, Bossing... usw.

Im Vergleich dazu 2,5 Std. mehr arbeiten ist sicherlich nicht schön, aber eben auch nicht so schlimm, wie so viele geschilderte, andere "Fälle" hier.

Formal ja auch alle recht, die dann sagen, es bedarf einer Änderungskündigung seitens des AG und die ist natürlich erklärungsbedürftig im Falle einer gerichtlichen Prüfung... Ein Restrisiko bleibt aber auch da - ist der Richter Pro-AG eingestellt, hat der AG vielleicht die bessere Argumentation, hat man den Nerv (und das Geld) um eine Instanz höher zu gehen?

Und wie sieht es aus, wenn der Richter Pro-Arbeitnehmer entscheidet? Geht man dann mit Bauchgrimmen zur Arbeit, weil der Boss das "Bossen" anfängt? Ich glaube, ich würde das nicht mehr ertragen!

Übrigens mag ich Menschen nicht, die meinen, sie müssten sich eine vorgefasste Meinung über andere Menschen bilden, ohne sie wirklich beurteilen zu können - Ich habe hier genügend Beiträge geschrieben, die dein Bild von mir korrigieren dürften - im Übrigen bin/war ich selbst "AG-gebeutelt".

-----------------
"VLG nefertari1968 <img src="http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=1924">"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
1soul
Status:
Beginner
(73 Beiträge, 11x hilfreich)

@nefertari

Ich habe mir keine vorgefasste Meinung über dich gebildet (geht das überhaupt?)und dich zu beurteilen würde ich mir nie anmaßen. Wenn du allerdings so etwas hier schreibst und andere zum Resignieren vor den AG auforderst, dann regt mich dass auf. Sicherlich ist es nicht einfach sich gegen Ungerechtigkeiten vor allem in Arbeitsleben zu wehren, doch zu allem ja und armen zu sagen, halte ich für falsch und gefährlich. Hätten sich die AN nie organisiert, dann würden wir heute immer noch die 50+ Stundenwoche haben und die Arbeitsbedingungen wären sicher auch viel schlechter, weil wohl die wenigsten AG freiwillig auf Gewinnmaximierung verzichten würden und damit von sich aus den AN entgegenkommen. Wenn wir immer gleich alles aus Angst akzeptieren, wird die Angst dadurch nicht geringer, sondern immer größer, die Verhältnisse nicht besser und die AG immer unverschämter.

Gruß
Jörg

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#14
 Von 
Purzelbär
Status:
Lehrling
(1604 Beiträge, 156x hilfreich)

Hallo Hamburgerin,
hallo Jörg

"wer Leistungsträger ist, wird von halbwegs intelligenten Chefs auch als solcher erkannt..."

möglicherweise, aber um als Leistungsträger eingestuft zu werden, also eine minimale Karrierechance zu erhalten, reicht es längst nicht aus, eine Grundqualifikation zu haben und sich ständig auf dem Laufenden zu halten.

Es muss möglichst ein Beruf sein, den nicht auch X Andere beherrschen und es wird von "Oben" erwartet, dass auf "Arbeitsspitzen" flexibel reagiert wird, unabhängig vom Inhalt des Arbeitsvertrages.

Vielleicht sollten wir hier auch einmal das Heer der "nur normal" qualifizierten AN sehen, Bürokaufleute, Friseure, KfZ-Schlosser etc. gibt es wie Sand am Meer, davon sind auch noch viel zu Viele arbeitslos. Dann hat der Tischlerbetrieb eben z.B. als neue AN eine kfm. Angestellte mit drei Fremdsprachen, was solls - er hat ja die "Qual" der Wahl....

Es liegt mir fern, jemand zum Resignieren zu bewegen. Allerdings hört sich der Fall mit der Provision hier auch nicht wirklich nach ausgenutzten AN an, für mich jedenfalls nicht und deswegen habe ich auch so darauf reagiert.

Die meisten Vorgesetzten machen ohnehin nichts Hochoffizielles daraus, sondern fahren auf der Schiene, dass dieses oder jenes "mal eben" noch schnell erledigt werden muss - wer mag da schon nein sagen...
Oder aber sie schmettern ihre Angestellten mit viel Arbeit voll... Fazit: wer es nicht in der vorgegebenen Zeit schafft, hat eben nicht pünktlich Feierabend und gilt zudem noch als lahme Ente... auch eine geliebte Variante. Schwuppdiwupp arbeitet man doch mehr....

Das ausschließlich die Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen gesorgt haben, glaube ich nicht - Mein Vater hat mir erzählt, dass er in den späten 60-ern von Job zu Job geflubbt ist, vorstellen - arbeiten - vorstellen und arbeiten, alles sehr viel unkomplizierter als heute. Damals gab es eben mehr Arbeit und die Firmen waren darauf bedacht, ihre Mitarbeiter auch etwas zu "pflegen". Da brauchte man auch noch keinen Rhetorikkurs vor einer Gehaltsverhandlung.

Hoffen wir einfach, dass sich die Zeiten wieder umkehren.

Viele Grüße



-----------------
"VLG nefertari1968 <img src="http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=1924">"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#15
 Von 
Der Gerechte
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 1x hilfreich)

auch bei uns haben wir die 40 stundenwoche einführen müssen...das ehemalige Familienunternehmen wurde vor 6 jahren in einen gmbh umgewandelt wo vater, tochter und sohn nun geschäftsführer sind.die hallen der gmbh gehören der firma des vaters( er hat eine verwaltungs und vermietungs gmbh gegründet ) wofür er pacht bekommt.aus dem mehr als 30 jahre bestehenden guten unternehmen ist nun in den letzten jahren eine verschuldete kurz vor der insolvenz stehende gmbh geworden die allen mitarbeitern ( noch 35 von 60) das weihnachtsgeld nicht mehr zahlt.alle mitarbeiter sind um die 20 jahre meist länger da beschäftigt...die forderung lautete ende 2004..entweder 40 std. oder wir machen den laden zu....ganz toll...........

-- Editiert von Nightman am 06.01.2005 18:23:04

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#16
 Von 
alice0505
Status:
Beginner
(86 Beiträge, 21x hilfreich)

Hallo,

habe die Diskussion interessiert gelesen, ich wollte bloß mal schnell schildern wie ich das Arbeiten "kennen gelernt" habe:
Ich komme aus einer Region wo 4,50 Euro Stundenlohn brutto gezahlt wird. Wo eine Arbeitswoche 50 und mehr Stunden hat (40 werden natürlich nur bezahlt), pro Arbeitsplatz 5 Arbeitslose warten. Was will man machen??? Froh sein das man einen Arbeitsplatz hat. Wenn ich Eure Geschichten höre, kann ich nur schmunzeln habt Ihr es gut. (Arbeitszeitmäßig u. sicherlich auch Geldmäßig).
Viele Grüße

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#17
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15950 Beiträge, 6260x hilfreich)

Hallo alice (leider nicht im Wunderland..)
natürlich ist es Realität, dass ein Arbeitsloser unter schlechtesten Bedingungen eine Arbeit annimmt, weil er weiß, wenn er es nicht tut, macht's ein anderer. Ich denke, ich würde mich als Betroffene nicht anders verhalten(müssen!!).

Auch sehe ich ein, dass man als Arbeitnehmer zurücksteckt, wie ich es auch tue, wenn es dem Arbeitgeber schlecht geht, um die Zukunft des Unternehmens und des Arbeitsplatzes zu sichern.

Ich weiß, bei dem Heer von Arbeitslosen bin ich als Arbeitnehmerin schon privilegiert, arbeiten zu "dürfen".

Andererseits ist es jedoch schon selbstverständlich für sehr erfolgreiche Unternehmer, und davon gibt es viele, aufgrund des Klimas einfach Gehälter zu kürzen oder Arbeitszeiten zu erhöhen, das ist inzwischen salonfähig. Und der neue Mercedes jedes Jahr auch, von solchen Unternehmern kenne ich einige.

Und dagegen wehre ich mich, und gebe eben auch Tips an Betroffene.
So einfach, wie sich das diese Unternehmer machen, ist es eben noch nicht in Deutschland aufgrund der Rechtslage.

Aber mit der Angst der Arbeitnehmer werden diese zum Freiwild, die machen ja doch mit, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten.

Wenn wir immer nur froh sind, einen Arbeitsplatz zu haben, können wir uns bald alle an das Sozialamt wenden, um Wohngeld zu erhalten.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#18
 Von 
Der Gerechte
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 1x hilfreich)

Wie die Kühe grasen...kurz hochschauen und weitergrasen...dann geht Deutschland den Bach runter!!

-----------------
"weiter,weiter ins verderben wir müssen leben bis wir sterben"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#19
 Von 
sika0304
Status:
Schlichter
(7949 Beiträge, 2182x hilfreich)

Also, mein Mann hat dieselben Probleme. Er ist seit 30 Jahren im Unternehmen. 3 Stunden mehr und gleichzeitig noch den übertariflichen Lohn (-,16 die Stunde) gestrichen, aber 2 % mehr Lohn.
Sein wir ehrlich. Als er angefangen hat zu arbeiten, hatte er auch 40 Stunden. Das ist also zu wuppen, besser als weniger Geld.
Ich habe vor 2 Jahren wechseln müssen (alte Firma fusionierte) und habe seitdem 300,- € weniger im Monat.
Mein Mann sucht seit 5 Monaten nach einem anderen Job, aber mit 45 Jahren ist das nicht so einfach.
2 Kinder kosten auch Geld, vor allem da hier in Hamburg immer mehr Belastungen auf die Eltern gepackt werden (Hort-Erhöhung, Büchergeld in der Schule, Grundsteuererhöhung, Stromerhöhung.
Also, ich finde das die "Mittelstandsfamilien" langsam nach unten rutschen.
Trotzdem will ich nicht klagen, meine Eltern hattens schwerer. Bei denen wurde es mit der Zeit leichter, wir sind halt die Generation, wos mit der Zeit schwerer wird, das Lebensniveau zu halten.
Aber noch schlafen wir nicht unter Brücken oder müssen betteln.
Ich arbeite in einem Obdachlosen/ Familienprojekt mit, da sieht man echte Armut und wird dankbar für das was man hat.
Wenn es dann mal irgendwann mit Deutschland arbeitsplatzmässig wieder aufwärts geht, erinnern sich hoffentlich alle an die "freundlichen" Arbeitgeber. Aber vielleicht werden das erst Zeiten, wenn meine Kinder groß sind.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Denise Gutzeit Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer Richard Claas
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Die wichtigsten Probleme im Arbeitsrecht
Die Antworten findet ihr hier:


Die wichtigsten Probleme im Arbeitsrecht

Abmahnung, Kündigung, Urlaub, Datenschutz und mehr - die häufigsten Probleme zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber / Mit dem Arbeitsrecht kommt man oft schon während der Schul- oder Studienzeit beim Jobben in Berührung. Als Berufstätiger sind Kenntnisse der wesentlichen arbeitsrechtlichen Regelungen in jedem Fall notwendig.. mehr