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2 Wochen offene Rechnung, direkt Inkasso+Anwalt

4.10.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Rechnung
 Von 
Neferel
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
2 Wochen offene Rechnung, direkt Inkasso+Anwalt

Hallo,
ich bin etwas ratlos und hoffe mir kann hier jemand helfen.
Mein Mann hat heute einen Brief vom Rechtsanwalt bekommen wegen einer offenen Forderung. Er hat am 15.09.2017 an einer Tankstelle mit der Karte bezahlt (44,56€ ;) . Die Zahlung wurde am 19.09. abgebucht und am gleichen Tag zurückgebucht weil nicht genug Geld am Konto war. Die Forderung wurde dann am 28.09. beglichen (also 4 Tage "Bearbeitungszeit" + 9 Tage überfällig). Der Anwaltsbrief ist vom 02.10. Drin steht, dass ein Inkasso Unternehmen den Anwalt beauftragt hat, die Forderung geltend zu machen plus natürlich die Geschäftsgebühren die sich auf 70,20€ belaufen. Mich wundert es jetzt, dass es so schnell ging? Keine Mahnungen, kein Schreiben vom Inkasso, direkt Anwalt der ja vom Inkasso beauftragt wurde und das nach so einer kurzen Zeit. Sowas habe ich noch nie gesehen.

Meine Frage ist jetzt, müssen wir die Anwaltskosten zahlen, obwohl der Brief abgeschickt wurde, nachdem die Rechnung beglichen wurde? Kennt sich da Jemand etwas aus und kann sagen was man am Besten jetzt machen sollte? Klar ist es unsere Schuld, dass es dazu gekommen ist, aber man bekommt normalerweise etwas Zeit um die Sache zu klären.

Was mich zudem wundert, in der Hauptforderung steht, dass Mahnkosten (vom Auftraggeber) entstanden sind und Adressrecherchekosten (10€ ;) . Mein Mann ist z.Z. wegen Arbeit auf einer anderen Adresse gemeldet. Vielleicht hat er auf diese eine Mahnung bekommen, warum kam dann dieser Brief an die alte Adresse?

Also binnen 2 Wochen, Mahnung (vermutlich von der Tankstelle), Inkasso (zwar ohne Gebühren aber keine Auffoderungen zur Zahlung) und Anwalt und das obwohl schon längst bezahlt wurde. Zwischen Zahlung und der Verfassung des Briefs liegen 5 Tage mit Wochenende)

Ich wäre für Tipps sehr dankbar.
LG Neferel

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Rechnung


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17878 Beiträge, 11908x hilfreich)

Dass direkt ohne eigene Mahnung ein Inkasso oder Anwalt beauftragt wird, wird durchaus in der Fachliteratur kritisch gesehen.
Dass zudem ein Inkasso Zuhilfe eines Anwalts braucht, ist eher lachhaft.

Zitat:
Mein Mann ist z.Z. wegen Arbeit auf einer anderen Adresse gemeldet.

Welche Adresse kennt denn die Bank? Die ist entscheidend, denn von der Bank gibt es auch die Info, wo der Kontoinhaber wohnt.
Habt ihr eure Bank mal gefragt, ob sie jemals eine Rechnung über 10€ erstellt hat für die Adressanfrage?

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52902 Beiträge, 23997x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Dass zudem ein Inkasso Zuhilfe eines Anwalts braucht, ist eher lachhaft.

Ich finde das ist peinlich für das Inkasso, das es so offen seine Unfähigkeit demonstriert ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Xipolis
Status:
Lehrling
(1575 Beiträge, 564x hilfreich)

Zitat (von Neferel):
Mein Mann hat heute einen Brief vom Rechtsanwalt bekommen wegen einer offenen Forderung. Er hat am 15.09.2017 an einer Tankstelle mit der Karte bezahlt (44,56€ ;) . Die Zahlung wurde am 19.09. abgebucht und am gleichen Tag zurückgebucht weil nicht genug Geld am Konto war. Die Forderung wurde dann am 28.09. beglichen (also 4 Tage "Bearbeitungszeit" + 9 Tage überfällig).

Wenn am 28. September (Donnerstag) die Überweisung zu Bankarbeitszeiten online oder am Terminal ausgeführt wurde, ist die Zahlung am 29. September (Freitag eingegangen). Falls das Konto des Gläubiger bei der gleichen Bank ist, dann erfolgt die Gutschrift ohnehin sofort.

Zitat:
Der Anwaltsbrief ist vom 02.10. Drin steht, dass ein Inkasso Unternehmen den Anwalt beauftragt hat, die Forderung geltend zu machen plus natürlich die Geschäftsgebühren die sich auf 70,20€ belaufen. Mich wundert es jetzt, dass es so schnell ging? Keine Mahnungen, kein Schreiben vom Inkasso, direkt Anwalt der ja vom Inkasso beauftragt wurde und das nach so einer kurzen Zeit. Sowas habe ich noch nie gesehen.

Bei dieser überfallartigen Beauftragung sind die Kosten nicht zu ersetzen, denn der Gläubiger hätte hier in dem Fall zunächst selbst mahnen müssen und dabei zumindest eindeutig auf die erheblichen Mehrkosten bei Beauftragung eines Rechtsanwaltes hinweisen müssen.

Zitat:
Meine Frage ist jetzt, müssen wir die Anwaltskosten zahlen, obwohl der Brief abgeschickt wurde, nachdem die Rechnung beglichen wurde?

Entscheidend ist der Zeitpunkt der Beauftragung, weil in dem Moment Kosten entstehen. Hier sind diese Kosten allerdings aus vorgenannten Grund nicht zu ersetzen.

Zitat:
Kennt sich da Jemand etwas aus und kann sagen was man am Besten jetzt machen sollte? Klar ist es unsere Schuld, dass es dazu gekommen ist, aber man bekommt normalerweise etwas Zeit um die Sache zu klären.

Ersetzt werden müssen mindestens die Kosten der Bankrücklastschrift, die Kosten der Adressermittlung, angemessene Kosten für die Anwaltsmahnung und Verzugszinsen.

Zitat:
Was mich zudem wundert, in der Hauptforderung steht, dass Mahnkosten (vom Auftraggeber) entstanden sind und Adressrecherchekosten (10€ ;) .

Wenn die Gesamtkosten für Rücklastschrift, Adressermittlung und Mahnung 10.- € betragen, erscheint mir der Betrag, obwohl keine Mahnungen eingegangen sind, als angemessen, so dass sich hier eine Belegvorlage erübrigt.

Zitat:
Mein Mann ist z.Z. wegen Arbeit auf einer anderen Adresse gemeldet. Vielleicht hat er auf diese eine Mahnung bekommen, warum kam dann dieser Brief an die alte Adresse?

Spekulationen helfen nicht weiter, entscheidend ist hier welche Adresse die Bank dem Gläubiger mitgeteilt hat. In dem Fall stellt sich dann aber auch die Frage, woher Sie von der Rücklastschrift wissen, denn die Bank versendet diese Informationen nur an die Ihr bekannte Adresse per Brief.

Zitat:
Also binnen 2 Wochen, Mahnung (vermutlich von der Tankstelle), Inkasso (zwar ohne Gebühren aber keine Auffoderungen zur Zahlung) und Anwalt und das obwohl schon längst bezahlt wurde.

Letztlich weis nur Ihr Mann ob er unter seiner Meldeadresse Post bekommen hat. Das wäre zu klären sowie unter welcher Adresse das Konto Ihres Mannes geführt wird.

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#4
 Von 
Xipolis
Status:
Lehrling
(1575 Beiträge, 564x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von mepeisen):
Dass zudem ein Inkasso Zuhilfe eines Anwalts braucht, ist eher lachhaft.

Ich finde das ist peinlich für das Inkasso, das es so offen seine Unfähigkeit demonstriert ...

Ich sehe da keine Unfähigkeit. Sondern im Gegenteil scheint hier die Fähigkeit besonders gut ausgeprägt zu sein, möglichst viel Umsatz mit der Partnerkanzlei zu generieren.

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