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2. Handy nun wieder defekt - Gewährleistung?

1.1.2009 Thema abonnieren Zum Thema: Defekt Handy
 Von 
the_damien
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 3x hilfreich)
2. Handy nun wieder defekt - Gewährleistung?

Hallo,

wie sieht hier die Rechtslage aus:

Handyvertrag am 01.11. 2006 abgeschlossen.

Handy defekt am 05.10.2008. Neues Gerät erhalten.

Neues Handy defekt am 23.12.2008

(Kamera produziert nur weiße Bilder)

Besteht das Recht auf eine kostenlose Reparatur oder Austausch des Gerätes?

Fängt mit Erhalt des neuen Handys nicht nochmal neu die 24 Monate Gewährleistung an?

danke damien

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Defekt Handy


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
misi
Status:
Beginner
(98 Beiträge, 3x hilfreich)

ja da hast du Recht, bei einem neuen Gerät fängt die Gewährleistung (123recht.net Tipp: Gewährleistung geltend machen ) von neuen an!!! Hatte dazu mal eine BGH- Entscheidung gelesen....musst du mal googlen. Du kannst jetzt ein neues Gerät oder Reparatur verlangen, wobei es dem Verkäufer frei steht was er von beiden macht. Er kann das Gerät zweimal reparieren und wenn es danach wieder defekt ist kannst du ein neues verlangen.

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#2
 Von 
the_damien
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 3x hilfreich)

Danke für dein Antwort, ich google mal ein wenig, denn das interessiert mich genau, meine Mutter wurde in einem Shop abgewimmlet mit den Woren dass man da absolut nix machen kann. Ihr wurden daraufhin neue, teure Handys aufgeschwatzt

Möchte morgen gerne mit ihr zusammen in den Shop und die Sache klären. Am besten mit einem Satz aus dem Gesetz.

Falls der Laden sich weigert, wie gehen wir weiter vor?

Ein Schreiben aufsetzen?

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#3
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1270x hilfreich)

> Handy defekt am 05.10.2008. Neues Gerät erhalten.
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Grundsätzlich hat man zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung auf eine Ware. Wenn der Verkäufer anerkannt hat, dass er gesetzlich verpflichtet war, die Nacherfüllung zu leisten - in diesem Fall eine Ersatzlieferung - beginnt die Verjährung von neuem. Das Problem ist natürlich, dass die Händler das anders sehen. Aber ab dem Moment des Austauschs beginnt die Verjährung neu zu laufen. (Zitat)

http://www.swr.de/swr1/rp/tipps/geld/-/id=446850/nid=446850/did=1498762/2tm91f/index.html
--------------------------------------------
Aber:

a) Ob Mängelbeseitigungsmaßnahmen oder -versuche des Verkäufers nach der gesetzlichen Regelung nur zu einer Hemmung (§ 203 BGB ; § 639 Abs. 2 BGB a. F. analog) oder zum Neubeginn (§ 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB ; § 208 BGB a. F.) der Verjährung der Mängelansprüche des Käufers führen, hängt davon ab, ob die betreffenden Maßnahmen unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls als konkludentes Anerkenntnis der Mängelbeseitigungspflicht des Verkäufers anzusehen sind. Das ist entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts keineswegs regelmäßig, sondern nur dann anzunehmen, wenn der Verkäufer aus der Sicht des Käufers nicht nur aus Kulanz oder zur gütlichen Beilegung eines Streits, sondern in dem Bewusstsein handelt, zur Mängelbeseitigung verpflichtet zu sein. Erheblich sind hierbei vor allem der Umfang, die Dauer und die Kosten der Mängelbeseitigungsarbeiten (Senat, Urteil vom 8. Juli 1987 - VIII ZR 274/ 86 , WM 1987, 1200 = NJW 1988, 254 unter II. 3. m. w. Nachw.; Urteil vom 2. Juni 1999 - VIII ZR 322/ 98 , WM 1999, 1893 = NJW 1999, 2961 unter II. 2.).

Zwar sind, wie das Berufungsgericht zutreffend ausführt, durchaus Fälle denkbar, in denen Nacherfüllungsmaßnahmen eines Lieferanten zur Folge haben, dass die Verjährung nach § 438 BGB - unbeschränkt - neu beginnt. Bei der Lieferung einer Ersatzsache nach § 439 BGB mag das sogar die Regel sein. Eine Nachbesserung wird dem gegenüber, sofern sie überhaupt einen Neubeginn der Verjährung zu bewirken vermag, regelmäßig nur insoweit Einfluss auf die Verjährung nach § 438 BGB haben, als es sich um denselben Mangel oder um die Folgen einer mangelhaften Nachbesserung handelt (näher Haas in Haas/ Medicus/ Rolland/ Schäfer/ Wendtland, Das neue Schuldrecht, 2002, Kap. 5 Rdnrn. 332, 333). (Zitat)

BGH, Urteil vom 5. 10. 2005 - VIII ZR 16/ 05
http://lexetius.com/2005,2491
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Danach kommt es darauf an, ob der Verkäufer erkennbar den Anspruch auf Nacherfüllung im Rahmen der Gewährleistung anerkannt hat ODER aus Kulanz gehandelt hat, hier waren ja fast schon 2 Jahre vergangen.

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