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Gewährleistung nach 6 Monaten

 Von 
sivon
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 4x hilfreich)
Gewährleistung nach 6 Monaten

Hallo zusammen,
Ich habe eine Frage: ein Auto wird gebraucht gekauft, man wundert sich, dass sich die Müdigkeitserkennung regelmäßig einfach selbständig abschaltet.
Die Suche im Internet und Bestätigung durch einen weiteren Händler zeigen, dass es ein bekannter Fehler in der Software ist.
Der Fehler fällt erst wenige Tage vor Ablauf der einjährigen Gewährleistung auf und wird reklamiert.
Für mein Verständnis ist das Thema Beweislastumkehr bereits dadurch erledigt, dass der Fehler noch immer bestand, da Endkunden in der Regel nicht selbst Software auf das Fahrzeug aufspielen und auch meist kein Interesse daran haben, eine neue Software durch eine alte zu ersetzen, um dann beim Händler wieder die neue aufspielen zu lassen.
Deshalb müsste für mein Verständnis der Händler als Gewährleistungsgeber das Update auch nach den 6 Monaten der Beweislastumkehr zahlen.
Ist die Argumentation stichhaltig und rechtlich vertretbar?
Besten Dank!
Sivon

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Gewährleistung Monaten


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Guruhu
Status:
Praktikant
(595 Beiträge, 177x hilfreich)

Meiner Ansicht nach nein. Oftmals spielen Kunden aus verschiedensten Beweggründen (Freischaltung Boardcomputer, Änderung der Multimediafunktionen, etc) andere Softwarestände auf. Ist das "Problem" vom Hersteller anerkannt und gab es zB. diesbezüglich schon eine Rückrufaktion, oder findet man in Onlineforen lediglich eine Anhäufung dieses Fehlers?

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#2
 Von 
0815Frager
Status:
Bachelor
(3766 Beiträge, 1356x hilfreich)

Zitat (von sivon):
Deshalb müsste für mein Verständnis der Händler als Gewährleistungsgeber das Update auch nach den 6 Monaten der Beweislastumkehr zahlen.

Nicht unbedingt, entweder gab es einen der bekannten Softwareupdate, welche für alle Kunden vorgeschrieben waren, was anscheinend jedoch nicht der Fall war:
Zitat (von sivon):
Die Suche im Internet und Bestätigung durch einen weiteren Händler zeigen, dass es ein bekannter Fehler in der Software ist.

Wenn es keinen Herstellerrückruf gab, und da werden Updates eh im Rahmen der Service kostenlos aufgespielt, hat man das Auto mit der Software zum Auslieferungszustand gekauft.
Bei Navi Updates ist es auch der Fall, man muss sich selbst darum kümmern.
Es wird wohl auf den Hersteller ankommen, ob es die Updates gibt oder nicht.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(51067 Beiträge, 23597x hilfreich)

Die Beweislastumkehr endet taggenau.
Ab dann ist es Sache des Kunden den entsprechenden Beweis "zur Überzeugung des Gerichtes" zu erbringen.

Das kann dann z.B. die Verisonsnummer der Software sein. Es kann auch ein Beleg über einen Rückruf zu dem Problem sein, genau wie massenweise Forenberichte die einen Serienfehler idizieren.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
sivon
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 4x hilfreich)

Hallo zusammen,

Es ist ein offiziell bekanntes Problem, das aber nur auf Nachfrage behoben wird.

Der Händler hat es nun von sich aus kostenlos eingespielt, meinte es sei ja eigentlich eine Aktion mit Garantie.

Die Hotline des Herstellers wies noch auf ein EUGH-Urteil dazu hin, wollte es aber nicht weiter ausführen, um den Händlern nicht "in den Rücken zu fallen".

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Beste Grüße!

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(51067 Beiträge, 23597x hilfreich)

Zitat (von sivon):
Es ist ein offiziell bekanntes Problem,

Dann hat man auch ohne Beweislastumkehr eine gute Chance.



Zitat (von sivon):
meinte es sei ja eigentlich eine Aktion mit Garantie.

Für ihn wäre das finanziell besser gewesen, denn Garantie kann er wohl besser mit dem Hersteller abrechnen.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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