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...stehe plötzlich ohne Führschein da?!

13.12.2001 Thema abonnieren
 Von 
Samuel
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
...stehe plötzlich ohne Führschein da?!


Heute ist mir etwas unglaubliches passiert. Vielleicht hat ja da jemand ne Ahnung und kann mir helfen, darüber wäre ich sehr froh!

Es geht darum, dass ich seit 1995 in Deutschland lebe, geboren und aufgewachsen bin ich in der Schweiz (bin Doppelstaatsbürger = besitze beide Pässe).

Nach zwei Jahren wollte ich meinen Schweizer Führerschein in einen deutschen verwandeln und darum machte ich mich mit einem Freund auf, zur Zulassungsstelle (oder wie diese Behörde heißt). Dort sagte man mir, dass ich dies nicht machen muss – da ich ja Schweizer Bürger sei.

Vor ein paar Wochen habe ich unglücklicherweise meine Hose mit Inhalt (Personalausweis & Führerschein) gewaschen. Darum bin ich heute ins Bürgeramt meiner Stadt und danach wollte ich auf der Zulassungsstelle einen neuen Führerschein beantragen. Dort sagte man mir, dass men Führerschein gar nicht mehr gültig ist und ich also ohne (in Deutschland) gültigen Führerschein Auto fahre.

Für mich ist das alles ein bisschen heftig und ich weiß nicht was ich machen soll. Wäre echt froh um konstruktive Hilfe! Muss ich jetzt wirklich nochmals in Deutschland eine Fahrprüfung machen?

Vielen Dank im Voraus für Eure/Ihre Mithilfe.

Mit freundlichen Grüssen,
Samuel Börner

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1 Antwort
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#1
 Von 
Scharnhorst
Status:
Praktikant
(827 Beiträge, 81x hilfreich)

Sehr geehrter Herr Börner,

zu Ihrem Problem läßt sich allgemein folgendes sagen:
Begründet der Inhaber einer nicht von einem EU- bzw. EWR-Staat erteilten Fahrerlaubnis einen ordentlichen Wohnsitz im Inland, besteht die Berechtigung im Inland Kraftfahrzeuge zu führen noch sechs Monate. Die Fahrerlaubnisbehörde kann die Frist auf Antrag bis zu sechs Monaten verlängern, wenn der Antragsteller glaubhaft macht, daß er seinen ordentlichen Wohnsitz nicht länger als zwölf Monate haben wird.
Sofern der Inhaber einer ausländischen Fahrerlaubnis seinen Wohnsitz (Meldeadresse) nach Deutschland verlegt, unterliegt er dem deutschen Fahrerlaubnisrecht. Dabei spielt es keine Rolle, welche Staatsangehörigkeit der Betreffende besitzt, entscheidend ist allein der ordentliche Wohnsitz.
Mit Begründung eines deutschen Wohnsitzes und innerhalb von sechs Monaten müssen ausländische Führerscheine umgeschrieben werden. Der Besitz einer deutschen Fahrerlaubnis wird zur weiteren Teilnahme am deutschen Straßenverkehr zwingend erforderlich. Wird innerhalb dieser Frist nicht umgeschrieben und nimmt der Inhaber trotzdem am deutschen Straßenverkehr teil, macht er sich des Fahrens ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG strafbar.

Die Antragsfrist zur prüfungsfreien Umschreibung schweizer Führerscheine beträgt maximal 3 Jahre, beginnend ab dem Datum der Wohnsitzbegründung. Sodann erfolgt eine Abgabe des ausländischen Führerscheins an die deutsche Fahrerlaubnisbehörde, welche ihn über das Kraftfahrt Bundesamt an die Stelle zurückschickt, die ihn ausgestellt hat.
Wird die Umschreibung nicht innerhalb dieser Frist beantragt, wird zur Erteilung einer deutschen Fahrerlaubnis eine komplette Fahrerausbildung und -prüfung erforderlich.

Für weitere strategische Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Mit freundliche Grüßen

Scharnhorst

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