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kostenübernahme bestattung

ich hab folgendes problem:

ich wohne mit meiner freundin seit 2 Jahren in einer eheähnlichen gemeinschaft. Ich arbeite, sie nicht das heisst ich bin unterhaltspflichtig für sie.

Vor einer woche ist ihre mutter an krebs gestorben

In ihrer familie hat keiner Geld. Sie war letzte woche beim sozialamt zwecks kostenübernahme für die Beerdigung.
Da meinte die sachbearbeiterin ich müsste meine kontoauszüge, lebensversicherungsnachweis und den restwert und fahrzeugpapiere,... an das sozialamt schicken.

meine frage ist:
Ist das rechtens, dass ich, trotz keinem Verwandschaftsverhätlnis zu ihr, meine kontoauszüge,... ans sozialamt schicken muss?
Falls ja, geld haben wir eh nicht genug, aber könnte es sein das ich meine lebensversicherung auflösen muss oder mein auto verkaufen?



von tobi-79 am 21.07.2008 19:20
Status: Frischling (5 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)


Noch unsicher oder nicht ganz Ihr Thema?
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>kostenübernahme bestattung
NEIN du musst nicht für die Bestattung der Mutter deiner Freundin zahlen. Und NEIN es dürfen dieser Unterlagen auch von dir nicht gefordert werden.
Manchmal hab ich das Gefühl die Ämter haben Sommerlangeweile und denken sich deswegen nur noch so einen Mist aus!


von Catlady am 21.07.2008 19:31
Status: Unsterblich (1538 Beiträge)
Userwertung:  1,9  von 5 (von 8 User(n) bewertet)

>kostenübernahme bestattung
--- editiert vom Admin


von guest123-2128 am 21.07.2008 20:28
Status: Unsterblich (4003 Beiträge)
Userwertung:  2,9  von 5 (von 29 User(n) bewertet)

>kostenübernahme bestattung
@tobi

zunächst einmal: herzliches beileid.

meine vorredner haben recht. es besteht keinerlei verpflichtung deinerseits auch nur einkommensnachweise vorzulegen. eine übernahmeverpflichtung und daraus resultierende nachweispflicht besteht nur unter verwandten ersten grades:elter-kinder, kinder-eltern. ehepartner wechselseitig

das ist nicht nur unverschämt sondern auch noch äußerst pietätlos. da wird gehofft, dass menschen in trauer nicht merken, welch hahnebüchner quark da behauptet wird.
ernsthaft, wenn ruhe eingekehrt ist in der familie, würde ich mich schriftlch per einschreiben, beim amtsleiter beschweren über diese impertinenz.

sunbee


von Sunbee 1 am 21.07.2008 20:45
Status: Tao (11655 Beiträge)
Userwertung:  2,7  von 5 (von 347 User(n) bewertet)

>kostenübernahme bestattung
@sunbee1 danke für dein beileid

und danke für eure antworten. mein verstand sagt das gleiche, nur was ich vergessen habe zu erwähnen, dass in dem offieziellen antrag, den wir zugeschickt bekommen haben und ausfüllen sollen stand, dass sie meine kontoauszüge,... wollen und das is es was mich so verunsichert, ich mein fälschen die echt anträge?


von tobi-79 am 21.07.2008 22:10
Status: Frischling (5 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

>kostenübernahme bestattung
@tobi

natürlich fälschen die keine anträge. ausfüllen müssen diese aber nur FAMILIENANGEHÖRIGE. das bist du nicht. punkt. basta.
deine freundin fügt die gewünschten kopien IHRER unterlagen zu. fertig.

sunbee -reicht, die 1 ist eh nur makulatur



von Sunbee 1 am 21.07.2008 22:13
Status: Tao (11655 Beiträge)
Userwertung:  2,7  von 5 (von 347 User(n) bewertet)

>kostenübernahme bestattung
Tut mir leid, aber da liegt ihr falsch. Die Bestattungskosten richten sich nach § 74 SGB XII. Darin ist die Rede der Verpflichteten. Die Verpflichteten sind wiederrum in jedem Bundesland separat im Friedhofs- und Bestattungsgesetzt geregelt. In der Regel sind dies Geschwister, Eltern, Ehegatten, Kinder und Enkel des Verstorbenen.

Stellt nun einer der Verpflichteten einen Antrag auf Übernahme der Kosten ist die Leistungsfähigkeit nach dem SGB XII zu prüfen, da es sich um eine Hilfe in besonderen Lebenslagen handelt. Hierzu gehört auch § 20 SGB XII - die eheähnliche Gemeinschaft. Genauso gehört § 90 SGB XII - die Vermögensprüfung hinzu. Bei einem 2 Personenhaushalt darf somit Vermögen bis zu einer Höhe von 3.214,00 EURO vorhanden sein. Liegt der Rückkaufswert über dieser Summe ist es einzusetzen.

Wichtig ist auch, dass alle Verpflichteten einen Antrag stellen müssen! Stellt einer der Verpflichteten keinen Antrag, können die Kosten nicht übernommen werden.

Man muss an dieser Stelle immer wieder bedenken, dass es nicht der Verstorbene ist, der die Leistung in Anspruch nimmt, sondern die Hinterbliebenen beantragen eine Sozialleistung und diese ist nun mal nachrangig.

Es müsste hier aber einen ausführlichen Beitrag darüber geben.

Was auch noch zu beachten ist, ist dass vom Sozialamt mit Sicherheit nicht die vollen Kosten übernommen werden. Auch hier gibt es Sätze, die jedoch in jeder Gemeinde/Landkreis/Stadt unterschiedlich sind, da auch die Kosten z. B. für ein Grab variieren.

Über Sinn und Unsinn der Regelung bzgl. der Bestattungskosten kann man wie über alles andere auch streiten...


von baghira am 22.07.2008 07:23
Status: Philosoph (562 Beiträge)
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>kostenübernahme bestattung
@baghira

im sgb XII, §74 und den übrigen ist (meines wissens) nicht die rede von einmalleistungen, die durch die benannte eheähnliche gemeinschaft getragen werden müssen.
es geht um reglleistung. korrigiere mich, wenn nötig.
wäre nett, wenn du eine vorschrift o.ä. nennen könntest, in der (halbwegs konkret) ein partner, der nicht verwandt ist mit dem verstorbenen, verpflichtet ist, sein vermögen einzusetzen für die beerdigung einer (kann ja immer sein) ihm unbekannte person. vielleicht hast du urteile o.ä. dazu?

in so einem fall würde ich zur auflösung der partnerschaft raten, was ich ansonsten natürlich nicht gut fände im bezug auf regelleistung. ich wäre allerdings (ich wäre ja der antragsteller) überhaupt nicht einsichtig, dass ein partner die beerdigung mir anverwandter zahlen soll und dafür noch sein auto (oder anderes) verkaufen muss.

sunbee


von Sunbee 1 am 22.07.2008 07:46
Status: Tao (11655 Beiträge)
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>kostenübernahme bestattung
Machen wir es andersrum, wenn die Prüfung, ob die Bestattungskosten übernommen werden oder nicht, nicht nach den Vorschriften des SGB XII vorgenommen wird, wonach dann?

Zitat Nomos Kommentar:

Sind die BK nicht durch den Nachlass gedeckt [...] hat der Träger der Sozialhilfe die Zumutbarkeit in Anlehnung an die Grundsätze über den Einsatz von Einkommen und Vermögen für die Leistungen nach dem Fünften bis Neunten Kapitel zu beurteilen.

Auf den 19 wird im Kommentar nicht näher eingegangen, allerdings spielt dieser eben für die Kapitel 5-9 eine Rolle. D. h. wird die eheähnliche Gemeinschaft bei der Einkommensgrenze und bei der Vermögensgrenze berücksichtigt, dann auch auf der "negativen" Seite. Aktuelle Urteile gibt es keine. Ich wüßte, dass für mich eins gemacht würde :o) Ich würde gegen vor gehen und ggf. halt verlieren, aber versuchen würde ich es. Ich finde diese Regelung auch etwas überzogen.

Allerdings sind die Besattungskosten wie gesagt in jedem Bundesland etwas anders und es wird auch überall anders gehandhabt. Wir sind hier wohl eine der wenigen Städte, die sich genaustens an die Vorgaben hält. Die meisten anderen sehen das nicht ganz so streng.


von baghira am 22.07.2008 08:08
Status: Philosoph (562 Beiträge)
Userwertung:  2,0  von 5 (von 2 User(n) bewertet)

>kostenübernahme bestattung
Achso, es gibt natürlich noch die besondere Härte. Aufgrund dieser kann man von der Übernahme der Kosten freigestellt werden. Allerdings reicht es da nicht aus, den verstorbenen "nur" nicht gekannt zu haben. Dies trifft auf Misshandlungen und ähnliches zu.

In der Regel werden die Bestattungskosten jedoch nur von Familien beantragt, die sich nicht grün sind. Alle anderen versuchen, und so ist auch meine persönliche Einstellung zu der Sache, ihrem geliebten Angehörigen, egal wie einen schönen Abschied zu bereiten. In der Regel kommt man mit 2.000EURO für eine Bestattung hin und wenn die ganze Familie zusammen legt, ist es für jeden einzelnen nicht mehr sehr viel.


von baghira am 22.07.2008 08:11
Status: Philosoph (562 Beiträge)
Userwertung:  2,0  von 5 (von 2 User(n) bewertet)

>kostenübernahme bestattung
@baghira

danke für deine antwort.

quote:
Ich würde gegen vor gehen und ggf. halt verlieren, aber versuchen würde ich es. Ich finde diese Regelung auch etwas überzogen.

volle zustimmung. aber nicht, dass das zwischen dir und mir noch die regel wird;)

quote:
In der Regel kommt man mit 2.000EURO für eine Bestattung hin

beim bestattungsdiscounter geht das bereits um einiges unter 900€ tutti completti.

sunbee


von Sunbee 1 am 22.07.2008 08:23
Status: Tao (11655 Beiträge)
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