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Zollvergehen

15.3.2006 3284 Aufrufe Thema abonnieren
 Von 
12345
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 6x hilfreich)
Zollvergehen

Hallo,

ich habe einmalig ein Gerät aus dem Ausland importiert und beim Import keine Einfuhrumsatzsteuer bezahlt. Doch nun ist das Zollamt - durch einen ominösen Unbekannten der mich scheinbar mich allzu gerne mag - etwas verspätet auf den Trichter gekommen, dass das Ganze ja nicht legal ist und nun gibt es eine Vorladung beim Haupzollamt bezüglich eines Strafverfahrens wegen Verdachts der Steuerhinterziehung.

Der Gesamt-Tatumfang beträgt übrigens c.a. 150 Euro. Rückblickend bereue ich das Ganze natürlich enorm, aber nun ist der Schaden leider schon angerichtet.

Wie sollte man sich in so einer Situation verhalten?

Und mit wit was für Konsequenzen hat man denn grob zu rechnen?

Am liebsten würde ich einfach nur ein Bußgeld zahlen und die Sache für immer vergessen, aber so leicht wird das Ganze wohl nicht, oder?

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Louis Cypher
Status:
Schüler
(295 Beiträge, 2x hilfreich)

Zuerst mal: So sonderlich drastisch wird es vermutlich nicht werden.
Allerdings hast Du mit der Einfuhr den Tatbestand der Steuerhinterziehung (§ 370 AO i.V.m. Art. 201 Zollkodex) verwirklicht. Es ist jetzt so, dass das Hauptzollamt die hinterzogenen Steuern haben möchte. Auch wird geprüft, ob Du noch weitere Einfuhren getätigt hast. Um Dir rechtliches Gehör zu gewähren, wurde Dir ein Anhörungsbogen zugesandt oder man lädt Dich zur Beschuldigtenvernehmung vor. Danach wird ein Steuerbescheid an Dich ergehen. Das Strafsachensachgebiet wird, getrennt davon, die strafrechtliche Seite bearbeiten. Wenn Du gegenüber dem Zoll die Sache glaubhaft darstellen kannst (einmalige Einfuhr, tätige Reue u.s.w.) sowie freiwillig im Sinne der Sachverhaltsermittlung tätig wirst (Rechnung des Gerätes incl. Transportkosten u.s.w.), wäre bei diesem geringen Betrag sogar eine Einstellung des Verfahrens möglich. An der Steuernachzahlung wirst Du allerdings nicht vorbeikommen. Diese setzt sich aus dem
Wert der Ware
+ Transportkosten
+ Zollsatz (bei Einfuhr aus Nicht-EU-Land)
+ Einfuhrumsatzsteuer (16%)
zusammen.
Bei lediglich 150 € Warenwert wird damit die Sache auch nicht allzu teuer.
Ich empfehle also:
- Sachverhalt aufklären
- kooperativ sein (für anderes lohnt sich der Ärger nicht)
- Steuer nachzahlen
und dann klappt´s auch mit den Zöllnern.

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#2
 Von 
Louis Cypher
Status:
Schüler
(295 Beiträge, 2x hilfreich)

Ich wollte nur noch den Hinweis geben, dass der obige Beitrag lediglich meine eigene Meinung / Einschätzung und keine Rechtsberatung darstellt. Hab nämlich öfters mit solchen Dingen zu tun.

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