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Ärger mit der Rechtsschutzversicherung!

16.12.2005 2599 Aufrufe Thema abonnieren
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)
Ärger mit der Rechtsschutzversicherung!

Würde gerne wissen, ob jemand Erfahrungen mit einem änlichen Fall gemacht hat:

Meiner Frau wurde die Verlängerung ihres Arbeitsvertrages angeboten, allerdings mit rechtswidrigen Passagen. Dies haben wir zwar im Vorfeld im Internet recherchiert, wollten unsere Ergebnisse nun aber von einem Fachanwalt bestätigt haben und erfahren, welche Konsequenzen die Unterschrift unter den rechtswidrigen Vertrag haben würde.

Da wir bis dato noch nie einen Schadensfall hatten, war eine unserer ersten Fragen beim Anwalt, ob wir die RSV im Vorfeld um eine Deckungszusage hätten bitten sollen. Unser Anwald verneinte dies, er würde sich um alles nötige kümmern. Das Gespräch endete mit dem Ergebnis wie wir es im Internet recherchiert hatten. Der Anwalt riet meiner Frau den Vertrag dennoch zu unterschreiben, die rechtswidrigen Passagen könnten bei Bedarf angefochten werden.

Und nun kommst: Die RSV weigert sich die Kosten für die Beratung zu übernehmen. Man argumentiert wörtlich folgendermaßen:
1. Meine Frau wäre nicht gezwungen gewesen, den Vertrag zu unteschreiben. Demnach gäbe es auch keinen Schadensfall.
2. Sie hätte zuerst den Vertrag unteschreiben sollen und dann den Anwalt um Rat fragen sollen. So sei es nur eine vorsorgliche Beratung gewesen und die sei nicht gedeckt.

Das kann es doch nicht sein! Zuerst den Vertrag unterschreiben und dann nach den Konsequenzen fragen? So etwas ist nicht nur absurd, sondern kommt der Versicherung wahrscheinlich auch noch teurer, wenn man dann alles einklagen muß!

Wir haben mittlerweile einen Ombudsmann eingeschaltet und hoffen auf gute Nachricht. Würde mich zu Meinungen zum Fall selbst und zu Erfahrung mit so einem Ombudsmann-Verfahren sehr freuen. Danke!

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22 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9256 Beiträge, 126x hilfreich)

Ich fürchte, die Versicherung kommt mit ihren Argumenten durch. Ich kann verstehen, daß Sie sich darüber ärgern, weil die Regeklung in Ihrem Fall wirklich absurd ist.
Ich hatte auch schon viel Ärger mit rechtschutzversicherungen. Teilweise ist man sogar gezwungen, dem Gegner zugeständnisse im Rahmen eines Vergleichs zu machen, nur um im Rahmen der Vorgaben der Versicherung zu bleiben. Insbesondere bei der Problematik Vergleich - Gerichtskosten usw. kommt das immer wieder vor.

Bei den Versicherungen sitzen Leute, die Stur nach Ihren Vorgaben und ihrem Regelwerk vorgehen, die aber auch nicht mal ansatzweise ein Fingerspitzengefühl dafür haben, was wirtschaftlich sinnvoll ist, und was nicht.

Tut mir leid, Ihnen nichts besseres sagen zu können, aber ich fürchte die Argumentation der Rechtschutz ist rechtens, wenn auch nicht nachvollziehbar.

-----------------
"justice"

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#2
 Von 
Michael32
Status:
Junior
(5703 Beiträge, 48x hilfreich)

Vieleicht noch ein Tip:

Nach der Abwicklung eines Versicherungsfalles (auch bei der ABlehnung der Übernahme) müsste ein Sonderkündigungsrecht bestehen....

Gruß

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#3
 Von 
KristijanM
Status:
Lehrling
(1138 Beiträge, 1x hilfreich)

leider gibt es bei der ablehnung kein sonderkündigungsrecht...
ausserdem habe ich schon veträge gesehn in denen es ein sonderkündigungsrecht nur nach der zweiten regulierung im gleichem jahr, gab. ich würde aber trotzdem überlegen den versicherer zu wechseln
gruss,
kristiajn

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#4
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9256 Beiträge, 126x hilfreich)

Das wird im Ergebnis nicht bringen. Die Regelungen sind überall gleich, ebenso wie die unflexible Anwendung dieser regeln.

-----------------
"justice"

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#5
 Von 
Michael32
Status:
Junior
(5703 Beiträge, 48x hilfreich)

Also ich weis es von unserer Haftpflicht, da ist es so, daß nach einem Schadensfall ein Kündigungsrecht besteht (Ob geregelt oder abgelehnt ist egal)

Muss man halt in den AGBs mal schaun.

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#6
 Von 
KristijanM
Status:
Lehrling
(1138 Beiträge, 1x hilfreich)
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#7
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

Danke für die vielen netten Beiträge. Wir hoffen halt noch auf den Ombudsmann, der bisher sehr zuvorkommend war. Hat das Sinn, gibt es da irgendwelche Erfahrungswerte?

Im übrigen haben wir die Versicherung bereits gekündigt und uns eine neue gesucht. der alte Vertarg läuft noch einen Monat. Es paßt auch ins Bild der Versicherung, daß sie uns trotz zweifacherm Kündigungfax und Bitten keine Kündigungsbestätigung zugeschickt hat. Die stellen sich seit 2 Monaten tot.

Wie sieht es denn mit dem Verhalten des Anwalts aus, den wir im übrigen sonst empfehlen können. Ein sympathischer Mensch. Er hat uns vor dem Gespräch kipp und klar geagt, es ei nicht notwendig, die Versicherung im Vorfeld zu informieren, obwohl er die Versichrungpolice vor sich hatte. ist das nicht eine klare Fehlberatung? Auf Nachrfage, versucht er sich bisher auf freundliche Weise ein wenig aus der Verantwortung zu ziehen. So hätte er das ja gar nicht gesagt!

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#8
 Von 
murgab123
Status:
Student
(2963 Beiträge, 4x hilfreich)

Das wird Ihnen zukünftig bei jeder anderen Versicherung auch passieren.

Die Satzungen der Versicherungen besagen, dass bei Eintritt eines Versicherungsfalles ERST Deckungszusage eingeholt werden muss.

In Zukunft sollten Sie also erst Ihre Versicherung über ein bestehendes Problem informieren, bei welchem Deckung notwendig wäre und dann zu einem Anwalt gehen.

Es kann dann dieses Problem nicht auftauchen.

-----------------
"Eigentlich bin ich ganz lieb, manchmal!"

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#9
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

Nachtrag:

Habe mir den Vertragstext unter dem angegbenen Link angeschaut. Ist in der Tat unserem Vertrag verdammt ähnlich. Entscheiden ist der Punkt §4(1)c). Wir sind halt der Ansicht, daß der Verstoß gegen Rechtspflichten mit der Vorlage des Verlängerungangebots mit den unzulässigen Passagen gegeben war.

@murgab
Aber das heist, daß der Anwalt uns falsch beraten hat und mit in die Verantwortung gezogen werden kann! Oder?

-- Editiert von normi am 16.12.2005 13:23:32

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#10
 Von 
BigMikeOWL
Status:
Student
(2635 Beiträge, 10x hilfreich)

warum ist denn jetzt schon wieder der versicherer schuld ?

der anwalt hat diese dinge täglich und sollte aus der praxis wann beratungen, familienecht, erbrecht etc. versichert sind.

außerdem hat jeder rs-versicherer eine hotline, da kann vorher angefragt werden ob oder ob nicht.

sorry aber dem versicherer trift hier keine schuld, er hat bedingungsgemäß gehandelt.

stundenlang im internet recherchieren aber nicht einmal zwei minuten bei der hotline anrufen, warum nur ? und dann auch noch wegen kleinkram (50-75 euronen sone beratung) den ombudsman anrufen, ihr seid schuld wenn es den bald nicht mehr gibt.

gruß mF

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#11
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

Kleinkram? Der Spaß soll 250€ kosten (mehr als der Jahresbeitrag bei der Versicherung), also was soll dieser Angriff? Bei einem Haushalt mit nur einem Verdiener ist das ganz schön happig.

Im übrigen hatten wir einige Wochen später noch einen zweiten Schadensfall. Diemal alles nach vorschrift gemacht, bei der Versicherung angerufen und mir erzählen lassen, daß ich alles schriftlich machen muß. Die Deckungszusage brauchte dann mehr als 14 Tage! In dem Fall meiner Frau hätte uns diese Zeit das Genick gebrochen, dann wäre sie nämlich schon arbeitslos gewesen!

@mFriese
Halten Sie sich mit ihren unfairen Kommentaren zurück!

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#12
 Von 
murgab123
Status:
Student
(2963 Beiträge, 4x hilfreich)

@mFriese: in der Tat ist Ihre Reaktion etwas überzogen. Wenn jeder wüßte, wie er wann reagieren muß oder sollte, wäre dieses Forum ncht notwendig.

Der Anwalt hätte in der Tat darüber aufklären sollen, dass eine Deckungszusage sofort - und zwar vor Beauftragung von irgend etwas - eingeholt werden muß.

Ob Sie ihn allerdings belangen können, wage ich nicht zu beurteilen.

In Zukunft sollten Sie Ihre Versicherung anrufen und um sofortige bzw. zeitnahe Deckungszusage bitten und den Fall sachlich (möglichst ohne Emotionen) darlegen. I.d.R. erhalten Sie diese dann auch innerhalb von 3 Tagen. Schriftlich können Sie den Fall auch per Fax der mail darlegen. Sie müssen schon auch sehen, dass Ihr wie auch jeder andere Fall erst bearbeitet werden muß.

Ich weiß, dass es nicht imemr einfach ist - zumal wenn es einen selbst betrifft - objektiv zu sein, aber in vielen Fällen muß man sich eingestehen, dass Fehler meistens dann enststehen, wenn beide Seiten ihren Tel dazu beitragen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und schöne Weihnachten.

Zur Haftung des Anwaltes hoffe ich, dass sich ein "Rechtskundiger" hier noch äußern wird.

-----------------
"Eigentlich bin ich ganz lieb, manchmal!"

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#13
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

@murgab
Danke! In der Regel bin ich bei solchen Dingen sehr sachlich. Als uns aber die Versicherung am Telefon sagte, meine Frau sei ja nicht gezwungen einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, somit sei es kein Versicherungsfall, dachte ich einen kurzen Augenblick daran, durch den Hörer zu greifen. Aber Gott sei Dank, hat meine Frau telefoniert.

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#14
 Von 
BigMikeOWL
Status:
Student
(2635 Beiträge, 10x hilfreich)

hi,

>>>>Wenn jeder wüßte, wie er wann reagieren muß oder sollte, wäre dieses Forum ncht notwendig.

tschuldigung aber um im internet zu recherchieren war die zeit aber den eigentlcihen vertragspartner anzusprechen nicht ?

>>>>in der Tat ist Ihre Reaktion etwas überzogen.

warum ???

nochmal die frage: warum ist immer der versicherer schuld ? allein die überschrift zwingt einen doch schon zu solch einer reaktion.

der versicherer hat nur bedingungsgemäß gehandelt. würden sie, wenn sie einen vertrag mit jemanden haben, eine leistung erbringen welche nicht vereinbart ist ? noch weiter, würde ihr gegenüber gleich von ärger reden nur weil sie ihren vertrag erfüllen ?

so ist das nunmal. nur weil versicherer nicht bidungungslose und unermessliche kulanz leisten hat man ständig ärger mit ihnen.

den anwalt können sie nicht haftbar machen, warum auch. aus der praxis wird er es wissen aber kennen muss er die jeweiligen versicherungsbedingungen nicht.

gruß mF

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#15
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

@mFriese
Der Anwalt hatte unsere Versicherungspolice mit den AGBs vorliegen. Er hätte uns also sehr wohl die richtige Beratung geben können.

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#16
 Von 
guest123-1707
Status:
Praktikant
(879 Beiträge, 0x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#17
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

@HerrRoemer

Dann hätten wird von dem Termin zunächst Abstand genommen, weil wir uns das nicht leisten können. Meine Frau hätte aus Ermangelung von Alternativen den Vertrag unterschrieben und gegebenenfalls dagegen geklagt, falls die rechtswidrigen Passagen zum Tragen gekommen wären.

Sie mißverstehn mich auch ein wenig, glaube ich: Der Anwalt hat vor dem Gespräch behauptet, die RSV würde die Kosten auf jeden Fall tragen, obwohl er die AGBs vor sich liegen hatte. Mich beschleicht da ein wenig der Eindruck, er wollte die Beratungskosten unbedingt mitnehmen. Wir haben mittlerweile auch von Anwälten im Bekanntenkreis erfahren, daß die 250€ für die Beratung ganz schön happig sind.

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#18
 Von 
guest123-1707
Status:
Praktikant
(879 Beiträge, 0x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#19
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

@HerrRoemer

Was wollen Sie mit der Zitatsammlung ausdrücken? Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie bitte direkt.

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#20
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

Ein kleiner Nachtarg zur Seriösität der Versicherung:

Heute kam doch glatt ein Brief der Versicherung, in dem sie mitteilten, sie würden den nächsten Jahresbeitrag abbuchen. Meine Frau natürlich sofort dort angerufen. Man weiß natürlich nichts von eine Kündigung, obwohl wir sie zwei mal per Fax zugestellt haben. Die sollen es nur wagen den Betrag abzubuchen, der ist schneller wieder auf unser Konto zurückgebucht, als die gucken können.

Ist das Dreistigkeit oder Unvermögen?

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#21
 Von 
Birke99
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 0x hilfreich)

Sie habe die Kündigung per Fax zugestellt? Unbedingt sofort einen Brief per Einschreiben hinterher - Sie bekommen sonst Probleme die Kündigung zu beweisen, zumal Sie offensichtlich keine Bestätigung Ihrer Faxe erhalten haben.

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#22
 Von 
normi
Status:
Senior
(6119 Beiträge, 13x hilfreich)

Ich dachte Fax sei bei Kündigungen immer ausreichend, zumal wir die Sendeberichte natürlich aufgehoben haben. Das bewißt doch, daß die Sachen angekommen sind, oder nicht?. Ein Einschreiben wäre jetzt eh viel zu spät, da die Kündigungsfristen seit 2 Monaten abgelaufen sind.

Mich beschleicht langsam der Eindruck, die wollen uns verar... Bei unserem zweiten Schadensfall habe ich alle unterlagen auch per Fax geschickt. Nach einer Wochen haben die behauptet, sie hätten es nicht lesen können. Toll, wenn man dringend eine Deckungszusage braucht, die sie telefonisch auch nicht zusagen wollten...

Diese Versicherung ist eine Frechheit!

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