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Hochzeit meiner Tochter!

21.11.2005 36254 Aufrufe Thema abonnieren
 Von 
olunia
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Hochzeit meiner Tochter!

Hallo ihr Lieben,

meine Tochter heiratet im Dezember und ich habe jemanden gefragt ob mir ein Urlaubstag zusteht. Diese meinte, dass, wenn eine Hochzeit in der Familie statt findet den Eltern 1 Tag zusteht. Komischerweise hab ich in der Firma eine Vertreterin gefragt und diese meinte, man bekäme keinen Sonerurlaub von 1 Tag. Das bedeutet so viel, dass ich nicht an der Hochzeit meiner eigenen Tochter teilnehmen könnte. Meinem Mann jedoch, wurde 1 Tag genehmigt.

Weiß jemand, ob das stimmt, dass eigentlich kein Tag zu steht?
Bitte um Antworten, ist nämlich sehr sehr dringend.

lg olunia

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9556 Beiträge, 189x hilfreich)

olunia, wenn vertraglich oder tarifvertraglich nichts dazu vereinbart ist, dann gibts keinen dieser Sonderurlaubstage.

MfG

P.S. Manche Arbeitgeber sind so nett und geben ihren (guten) Mitarbeitern trotzdem - z.B. auf Anfrage - für sowas frei, aber verpflichtet sind sie nicht, wenn vertraglich nichts geregelt ist.

-- Editiert von venotis am 21.11.2005 20:53:22

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#2
 Von 
altona01
Status:
Philosoph
(12883 Beiträge, 527x hilfreich)

Da gibt es noch den §616 BGB .

lrz-muenchen.de:
--Vorübergehende Verhinderung aus persönlichem Grund (§ 616)

Nach § 616 ist der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung verpflichtet, wenn der Arbeitnehmer durch einen in seiner Person liegenden Grund, den er nicht verschuldet hat, an der Dienstleistung für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit verhindert ist.


Voraussetzungen
Bestand eines wirksamen Arbeitsverhältnisses
Persönliches Leistungshindernis
persönliche Sphäre

...Hingegen liegen typische persönliche Verhinderungen bei Familienereignissen (Beerdigung, Hochzeit, Geburt, etc.), dringenden persönlichen Angelegenheiten (Führerscheinprüfung, Arztbesuch, Umzug, etc.), Erfüllung öffentlich-rechtlicher Pflichten (Zeugenaussage, etc.) und faktischen Hindernissen (Festnahme u.ä.) vor.--


Als klassisches Beispiel wird immer wieder die goldene Hochzeit der Eltern genannt, somit dürfte die Hochzeit der eigenen Tochter ja wohl auch darunter fallen.

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#3
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9556 Beiträge, 189x hilfreich)

@ Olunia Warum geht denn kein normaler Urlaub?

@ hamburgerin Ob die Firma sich davon überzeugen lässt, da eine Freistellung nach BGB § 616 zu gewähren? Hmm ... vielleicht seh ich auch was falsch, aber unter 'verhindert sein' versteh ich eigentlich was anderes. Na ja, was solls.

MfG

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(25231 Beiträge, 757x hilfreich)

In vielen Tarifverträgen ist die Anwendung des § 616 BGB näher definiert.

Im Manteltarifvertrag der Metallindustrie ist dabei festgelegt, dass es für die Hochzeit des eigenen Kindes 1 Tag Urlaub gibt.
Im BAT (Bundesangestelltentarifvertrag) gibt es dafür keinen Urlaub.

Ich glaube daher nicht, dass man sich auf ein grundsätzliches Recht auf Sonderurlaub bei der Hochzeit des eigenen Kindes im Rahmen des § 616 BGB berufen kann.

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#5
 Von 
altona01
Status:
Philosoph
(12883 Beiträge, 527x hilfreich)

Wie sich immer wieder finden ist, zählt jedoch die Hochzeit des eigenen Kindes zu den anerkannten Gründen nach §616 BGB .Soweit kein Tarifvertrag dies ausschließt.

nordschwarzwald.ihk24.de:
In welchen Fällen hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Sonderurlaub?

In Fällen der unverschuldeten Arbeitsverhinderung im Sinne von § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Fernbleiben von der Arbeit und behält zugleich seinen Vergütungsanspruch. Voraussetzung ist das Vorliegen eines persönlichen Leistungshindernisses. Das können besondere familiäre Ereignisse sein,
z.B. die eigene Hochzeit
oder die der Kinder,
die Niederkunft der Ehefrau oder der in häuslicher Gemeinschaft lebenden Partnerin, Begräbnisse im engen Familienkreis, aber auch persönliche Unglücksfälle wie z.B. Einbruch, Brand, unverschuldete Verkehrsunfälle.




-- Editiert von hamburgerin01 am 22.11.2005 20:47:20

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#6
 Von 
Kleine Hexe
Status:
Praktikant
(592 Beiträge, 9x hilfreich)

Warum muß es Sonderurlaub sein? "Normaler" Urlaub würde es doch auch tun.
Bei Freistellung nach BGB 616: eine Trauung dauert max. 1 Stunde, die wäre vermutlich freizustellen, nicht der ganze Tag.

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#7
 Von 
hermione
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Bei uns in der Firma gibt es für solche Fälle noch Zusatzregelungen - wir bekommen z.b. auch einen Tag frei, wenn ein Großelternteil stirbt (dies ist meines Wissens eher ungewöhnlich). Ein klärendes Gespräch mit dem Chef/der Geschäftsleitung bringt sicherlich eine Lösung - und wenn ein normaler Urlaubsteig genommen werden muss. Bin mir sicher, dass kein Chef der Welt sagt "Nee, sie kriegen keinen Urlaub, ist mir sch...egal ob ihre Tochter heiratet"... ;)

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