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SMS Beleidigung und Telefonterror

9.5.2011 2536 Aufrufe Thema abonnieren Zum Thema: Beleidigung SMS
 Von 
blume200
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
SMS Beleidigung und Telefonterror

Guten Tag die Damen und Herren,

eine fiktive Person hat ein kleines Problem.
Seine Ex-Freundin terrorisiert ihn mit unterdrückten Anrufen. Daraufhin hat er ihr mehrere SMS mit beleidigendem sexuellem Inhalt geschrieben. Sie erwiderte diese aber nicht.

Jetzt, einen Monat später erhält er eine Einladung von der Polizei, er solle eine Aussage machen, da er beschuldigt wird sie beleidigt zu haben auf sexueller Ebene.

Was kann er jetzt tun?

Er wollte alles zugeben und keine Gegenanzeige erstatten wegen den Anrufen mit der Hoffnung, dass er eben eine Geldstrafe zahle und er nicht vors Gericht gehen muss.

Kann das alles noch außergerichtlich geregelt werden oder muss er mit einem langen Strafprozess wegen so einer Sache rechnen ??

Wie hoch sind die Strafen ? Es waren dutzende SMS. um die 50.

Vielen Dank im Voraus !

Gruß



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-- Editiert am 09.05.2011 17:45

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 373 weitere Fragen zum Thema
Beleidigung SMS


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Snoop Pooper Scoop
Status:
Student
(2881 Beiträge, 78x hilfreich)

quote:
Er wollte alles zugeben und keine Gegenanzeige erstatten

Die Gegenanzeige wäre ja auch reichlich unglaubwürdig.
Zumal er bei unterdrückter Nummer ja noch nicht mal sicher sein kann, wer es nun war.
Im Gegenteil wird die StA es sicherlich nicht so gerne sehen, wenn da jemand meint, er müsse Selbstjustiz üben. Das würde sich auf eine wohlwollende Bearbeitung der Beleidigungssache eher negativ auswirken.

quote:
Kann das alles noch außergerichtlich geregelt werden

Naja, wenn er sich entschuldigt und die Ex die Anzeige zurückzieht, könnte es durchaus sein, daß der StA kein öffentliches Interesse mehr sieht und die Sache einstellt.

quote:
oder muss er mit einem langen Strafprozess wegen so einer Sache rechnen

Langwierig wird da nix. Es würde ja wohl eher ein Strafbefehl ergehen.



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#2
 Von 
blume200
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Also heißt das, dass es sehr wohl dazu kommen kann, das es eine Gerichtsverhandlung gibt wegen dieser eig. sehr kindischen Sache ??
Wenn ich Reue zeige und bei der Aussage erwähne, dass ich mich bereits entschuldigt habe beim Opfer wirkt sich das doch bestimmt positiv aus oder nicht?

Ich will eine Gerichtsverhandlung eigentlich vermeiden.


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-- Editiert am 09.05.2011 19:46

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#3
 Von 
Chylla
Status:
Lehrling
(1860 Beiträge, 23x hilfreich)

Du schreibst: Seine Ex-Freundin terrorisiert ihn mit unterdrückten Anrufen.

Nun er könnte sagen, dass er mit den Beleidigungen einfach hoffte, in Zukunft seine RUHE zu haben. Ggf. kann ein Anwalt das entsprechend darlegen.

Aber: die "unterdrückten Anrufe" müssten nachgewiesen werden, was aber ein Staatsanwalt machen kann. Wie viele waren es denn ? Zu welchen Zeiten ?

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"Chylla"

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#5
 Von 
blume200
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Es waren an vereinzelten Tagen früh morgens oder spät abends..

Was würde passieren, wenn er bei der Aussage sage, dass er sich bereits entschuldigt hat und bereit ist eine Geldstrafe zu zahlen.
Würde man sich dann das Gericht sparen?


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#6
 Von 
Onlyly
Status:
Schüler
(170 Beiträge, 8x hilfreich)

Wie Snoop schon gesagt hat, kommt es bei sowas seltenst zum Prozess.
Das wird auf nen Strafbefehl hinauslaufen.
Widersprichst du gegen diesen, dann kommt es zur Verhandlung.

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"1 Stern für die Wahrheit .
5 Sterne für "alles wird gut, keine Sorge""

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#7
 Von 
Snoop Pooper Scoop
Status:
Student
(2881 Beiträge, 78x hilfreich)

quote:
Nun er könnte sagen, dass er mit den Beleidigungen einfach hoffte, in Zukunft seine RUHE zu haben. Ggf. kann ein Anwalt das entsprechend darlegen.

Wie ich schon schrieb, ist das aus zweierlei Gründen Banane.

Erstens mag kein Richter/StA, wenn jemand offen zugibt, daß er Selbstjustiz für das Mittel der Wahl hält. Dann ist mit Milde schon mal Essig.

Zweitens weiß jeder Richter/StA, daß "Beleidigungen sexueller Natur" nach keiner verständigen Interpretation geeignet sein können, eine Belästigung zu unterbinden.

So eine Taktik würde also mehr Schaden anrichten als gut tun. Zumal der Beschuldigte ja noch nicht mal beweisen kann, wer ihn da "terrorisiert" haben soll.

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#8
 Von 
blume200
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Strafbefehl klingt plausibel.

Ist es denn in diesem Fall hier noch möglich, dass das Opfer auf Schmerzensgeld plädiert ?

Das müsste allerdings vor Gericht geklärt werden, wenn ich mich nicht täusche...?!?!




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#9
 Von 
Snoop Pooper Scoop
Status:
Student
(2881 Beiträge, 78x hilfreich)

quote:
Ist es denn in diesem Fall hier noch möglich, dass das Opfer auf Schmerzensgeld plädiert ?

Klar ist das möglich. Ob erfolgreich, ist dann eine andere Frage.

quote:
Das müsste allerdings vor Gericht geklärt werden, wenn ich mich nicht täusche.

So isset.

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#10
 Von 
blume200
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Nun hat der betroffene neue Informationen zu dem Fall..
Nach einer Aussage inklusive Entschuldigung gegenüber des Opfers wurde von der Polizei ein TOA vorgeschlagen.

Ein Täter-Opfer-Ausgleich soll eine Gerichtsverhandlung vermeiden.

Wovon hängt jetzt ein Gelingen des TOA ab ?
Stimmt es, dass das Opfer zustimmen muss, ansonsten muss die Staatsanwaltschaft weiter ermitteln und Strafbefehl oder sogar eine Verhandlung veranlassen ??

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#11
 Von 
muemmel
Status:
Wissender
(15189 Beiträge, 483x hilfreich)

Hi,

natürlich muß das Opfer zustimmen - wo wäre denn sonst der Ausgleich? Im Übrigen muß die Staatsanwaltschaft gar nichts - die kann natürlich jederzeit das Verfahren einstellen. Nur will sie das offenbar nicht, sonst würde sie ja nicht erst versuchen, einen TOA zu organisieren. Insofern würde es bei Mißlingen des TOA wohl einen Strafbefehl geben oder bestenfalls eine Einstellung gegen eine Auflage (§ 153a StPO ).

Gruß vom mümmel

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#12
 Von 
blume200
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Für ein Misslingen des TOA reicht also eine Verweigerung/ Absage des Gesprächs durch das Opfer ?


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#13
 Von 
Snoop Pooper Scoop
Status:
Student
(2881 Beiträge, 78x hilfreich)

quote:
Für ein Misslingen des TOA reicht also eine Verweigerung/ Absage des Gesprächs durch das Opfer ?

Ja. Ein TOA soll die Möglichkeit zur außergerichtlichen Klärung schaffen, er soll eine solche aber nicht zum Zwang machen. Wenn das Opfer sagt "Entschuldigung und Entschädigung reichen mir nicht, ich will, daß er bestraft wird", ist das sein gutes Recht.



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#14
 Von 
blume200
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Ob das Opfer da einwilligt bleibt die Frage...
Es wird berichtet werden, sobald es was neues gibt in der Sache ;)


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