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Wer haftet für Katzenkot in Nachbars Garten?

15.1.2011 18102 Aufrufe Thema abonnieren
Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
fiable_vie
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 0x hilfreich)
Wer haftet für Katzenkot in Nachbars Garten?

Hallo,

unser Nachbar kam vor zirka 4 Monaten und teilte uns mit, dass unsere Katze (wir haben 2, aber er sieht nur 1 in seinem Garten) seit unserem Einzug in die Wohnung in seinen Garten koten würde.
Wir haben ihm daraufhin wegen des Friedens Willen ein sehr teures Spray gekauft, was dazu führen soll, dass die Gewohnheiten der Katze durchbrochen werden. Da der Nachbar oft nicht da ist, wendet er es aber nicht entsprechend der Anwendungsempfehlung an.
Faktisch stellt er nun seit Monaten Katzen******* vor unsere Türe und erwartet, dass wir diese wegwerfen. Immer, wenn wir ihn sehen, werden wir angesprochen und angegriffen.

Wir sehen das nun nicht mehr ein, zumal wir bereits mehrere Katzen in seinem Garten gesehen haben und der Katzenkot auch vor unserer Türe steht, wenn unsere Katzen nicht draußen sind.

Abgesehen von der moralischen Frage, die wohl sehr umstritten sein dürfte, interessiert mich die rechtliche.
Ist der Tierhalter einer Freigängerkatze (was wohl unter artgerechte Tierhaltung fällt) für den Kot seiner Katze in Nachbars Garten verantwortlich und muss somit für Kosten wie beispielsweise die eines Stacheldrahtzauns aufkommen?

Hintergrundinfo: Wir wohnen auf dem Dorf mit sehr vielen streunenden Katzen.

Ich danke für die Bewertung der Rechtslage.

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(31685 Beiträge, 607x hilfreich)

Nein, das wäre nur vorstellbar wenn mit absoluter Sicherheit feststehen würde, das es eure Katze wäre.

Da aber hier eine Vielzahl von Katzen den Garten des Nachbarn besuchen, müsst ihr weder für den Kot haften noch einen Stacheldrahtzaun des Nachbarn.


Wenn euch der nachbar also mal wieder den Kot dort vor dir Tür stellt, dann gebt ihm das Zeug einfach wieder mit.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#2
 Von 
fiable_vie
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 0x hilfreich)

Genau das haben wir heute getan. Er hat uns dann prompt angesprochen, möchte jetzt mit unseren Vermietern sprechen und dann rechtliche Schritte einleiten. Er ist nämlich der Meinung, dass wir sehrwohl haftbar zu machen sind.


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#3
 Von 
guest-12306.05.2011 11:25:43
Status:
Student
(2722 Beiträge, 43x hilfreich)

Was ist das Problem daran den Kot den eure Katze verursacht hat zu entsorgen, oder gibt es den euch einzeln und noch warm in die Hand :-)

Eine elektronisch Katzenscheuche kann helfen. Ein Spray ist sinnlos bei einem Garten, da brächte man ja sehr viel davon.

Rechtlich kann der Nachbar nicht erwarten. Eine Nachbarkatze ist wie die Vögel und die Regenwürmer, die auch den Garten voll machen.

Ich würde ihn erklären das du die Katze ersäuft hast und aus dem Freigänger eine Hauskatze machen.

Meine war nach einer ignorierten Beschwerde weg. Mein Nachbar hat sich beschwert meine würde Nachts allein vor seinem Haus singen.

Uwe

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#4
 Von 
fiable_vie
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 0x hilfreich)

Mir geht es darum, dass er täglich eine solche Menge an Kot bringt, die eine Katze allein nicht verursacht haben kann. Und ich bin nicht die Müllabfuhr für die ganze Straße. Nur weil ihm mein Lebensstil nicht passt, werde ich mich nicht so behandeln lassen.
Meine Katze als Hauskatze zu halten, wäre Tierquälerei, sie ist es seit Jahren gewohnt, raus zu gehen und ich fände alles andere auch falsch.

Für mich geht es rein darum, wie das Ganze rechtlich aussieht. Habe keine Lust, dass er jetzt Klage einreicht und sich dann heraus stellt, dass ich sehrwohl dafür haften muss. Zumal ich sämtliche Rechnungen, die er mir zustellen möchte, falls er sich einen Zaun mit Stacheldraht bauen lässt, zurück geben werde. Das möchte ich aber nur tun, wenn ich rechtlich auf der sicheren Seite bin. Leider finde ich nirgends einen Paragraphen, der mir hier irgendwas dazu sagt. Kennt hier zufälligerweise jemand eine konkrete Stelle im Gesetz oder ein Urteil, das mir helfen könnte?

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#5
 Von 
guest-12306.05.2011 11:25:43
Status:
Student
(2722 Beiträge, 43x hilfreich)
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#6
 Von 
quiddje
Status:
Lehrling
(1866 Beiträge, 61x hilfreich)

Wenn du Urteile suchst: hier.
Fazit: In Kölns sieht es anders aus als auf dem Land.

Da ihr auf dem Dorf wohnt, müßte es doch möglich sein, irgendwo auf dem Grundstück einen Komposthaufen anzulegen, oder? Wie wär's ihr sammelt da die freundlichen Gaben des Nachbarn und düngt damit eure Blumen? Gebt dem Nachbarn ein paar alte Schüsseln zum Sammeln und erlaubt ihm, das Ganze ohne Klingeln direkt auf euren Kompost (es gibt auch Tonnen, da richt es dann nicht so) zu entsorgen.

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#7
 Von 
fiable_vie
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 0x hilfreich)

Das Entsorgen auf dem Komposthaufen geht leider nicht, da der unseren Vermietern gehört. Biotonnen gibt es in unserer Gegend nicht.
Wir haben es lange so gehandhabt, dass wir den Kot einfach weggeworfen haben. Für unseren Nachbarn ist das allerdings keine langfristige Lösung. Er sagt, er ist nicht bereit, die enorme Belastung zu tragen, die durch den Katzenkot und das damit verbundene Sammeln in seinem Garten entsteht. Deswegen ist für ihn die Sache nicht damit geregelt, dass wir den Kot entsorgen und das lässt er auch immer wieder verlauten.
Er möchte, dass wir die Katze einsperren.

Daher geht es mir nicht darum, wie wir das nachbarschaftlich regeln könnten, denn das haben wir bereits versucht.
Mir geht es rein um die rechtliche Sache, denn hier bin ich wirklich unsicher.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(31685 Beiträge, 607x hilfreich)

1. Er kann (und muss) seinen Müll bei sich entsorgen. Das gilt auch für den Katzenkot.
2. Er kann euch nicht vorschreiben die Katze einzusperren
3. Ihr müsst ihm auch keinen Zaun bezahlen

Für alle 3 Punkte gibt es keine Rechtsgrundlage.



Wenn er den Kot zu euch bringt, einfach zurückbringen (vor seine Tür oder in seinen Briefkasten werfen).



Gegen seine tägliche Belästigung hilft eine Abmahnung/Unterlassungserklärung.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#9
 Von 
guest-12317.01.2011 14:29:38
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 1x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#10
 Von 
fiable_vie
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 0x hilfreich)

Beim Urteil des AG Neu-Ulm geht es aber um 3 Katzen. Wir haben zwar 2 Katzen, unser Nachbar beschuldigt aber eine bestimmte Katze, die er zu sehen angibt. Und genau das hat auch das AG Neu-Ulm als zumutbar empfunden.

Ich habe schon überlegt, ob hier nicht § 906 BGB zu meinen Gunsten greift.

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#11
 Von 
HeHe
Status:
Master
(4996 Beiträge, 85x hilfreich)

Wenn nach Urteilen zum Thema ´´Katze in Nachbars Garten´´ sucht, dann stellst du immer fest, dass Katzen als natürliche Streuner gesehen werden, die der Nachbar dulden muss. Außerdem verbuddeln Katzen ihre Sache und legen sie nicht auf den Rasen.

Wenn man nicht Sorge haben müsste, dass der Nachbar sich an dem Tier rächt, könnte man ihn sich eigentlich austoben lassen. Wenn er meint, er sei im Recht, dann soll er klagen und verlieren. Ohne DNA-Test ist hier überhaupt nicht nachzuweisen, dass der Kot, den der Nachbar vor eurem Haus ablädt, von eurer Katze ist.

Wohnt ihr in einem 1-FH-Haus zur Miete oder in einem MFH? Wenn es ein 1-FH-Haus ist, würde ich dem Nachbarn das Betreten des Grundstücks verbieten.

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#12
 Von 
curlydine
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

hallo ich habe dies bezüglich auch eine wichtige frage ich habe das ähnliche problem wie unsere fragenstellerin. Nur mein Nachbar sagt er habe auch bild beweise darüber das es unsere Katzen (2) sind? kann dann rechtlich was passieren?
Bei uns schmeißt uns der nachbar immer die ***** vor die Türe oder aufs Grundstück, eine Schale wäre wäre da ja fast noch angenehm gewesen.
Ich hoffe auf euren Rat.

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#13
 Von 
guest-12325.08.2014 10:30:12
Status:
Schüler
(221 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich hatte über 6 Jahre eine mir zugelaufene Katze aufgenommen und liebgewonnen. Nichts destotrotz sind Katzen Tiere, die Mäuse und Vögel töten.


mfg

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#14
 Von 
Noraia
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 4x hilfreich)

@curlydine:

nein, es hat keine rechtlichen Konsequenzen, wenn euer Nachbar eure Katzen beim Haufen machen fotografiert hat.
Damit kann er allenfalls beweisen, dass eben genau jene, in diesem Moment produzierte, Haufen von euren Katzen sind und ihr eben auch nur die hättet entsorgen müssen.

Er wird ja nicht den Übeltäter bei jedem einzelnen Haufen auf Foto haben.

Gib ihm die Schei*e wieder.
Und teile ihm freundlich mit, eine Unterlassungserklärung gegen ihn zu erwirken, wenn er das nicht bleiben lässt, den Mist immer wieder in euren Garten zu werfen.

Obwohl ich bezweifel, dass man auf Dauer mit solchen Nachbarn glücklich wird.
Da bin ich doch froh, dass unsere Nachbarn das bei den ganzen Dorfkatzen entspannter sehen...

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#15
 Von 
icecycle
Status:
Junior
(5347 Beiträge, 43x hilfreich)

in §906 BGB steht aber auch:

" Hat der Eigentümer hiernach eine Einwirkung zu dulden, so kann er von dem Benutzer des anderen Grundstücks einen angemessenen Ausgleich in Geld verlangen, wenn die Einwirkung eine ortsübliche Benutzung seines Grundstücks oder dessen Ertrag über das zumutbare Maß hinaus beeinträchtigt. "

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#16
 Von 
Eyk
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich finde, dass jeder der einen Garten besitzt auch für diesen verantwortlich ist. Wir geben Geld für Rasenmäher, Pflanzen, Zäune aus und für alles was uns den Garten so macht wie er uns gefällt. Wenn man (so wie wir auch) keine Lust auf Nachbars Katze hat so finde ich sollte man einfach dafür sorgen, dass keine Katzen mehr zu einem kommen können oder wollen. Zugegeben: Zäune sind recht teuer. Bei uns hat ein Ultraschallgerät geholfen. [SPAM GELÖSCHt] Hier finden sich eine ganze Reihe von Möglichkeiten um Katzen vom eigenen Grundstück zu vertreiben. Rechtliche Schritte (soweit überhaupt möglich) finden sich ja sicher immer noch. Verstehe aber auch wenn man sich wirklich von Katzen und Katzendreck belästigt fühlt. (Eigene Erfahrung)

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-- Editiert Moderator am 12.03.2015 17:00

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