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Doppelte Krankenversicherung- Rückerstattung??

5.11.2010 5349 Aufrufe Thema abonnieren
 Von 
sokina07
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Doppelte Krankenversicherung- Rückerstattung??

Guten Abend,

leider habe ich vor kurzem feststellen müssen, dass ich definitiv seit 3 Jahren doppelt versichert bin.
Hierzu kam es auf folgende Weise:
Mein ganzes Leben lang war ich über meinen Vater privat mitversichert, doch mit einem Studiumsbeginn sollte sich das ändern: die GKV erklärte mir, dass ich mich SOFORT bei ihnen anmelden müsse, da ich sonst nicht immatrikuliert werde. Auch das andere Übliche bekam ich zu Ohren, wie z.B. dass ich während meines Studiums dann nicht mehr wechseln dürfe etc.
Ferner wurde mir mitgeteilt, dass sich die GKV selbst darum so schnell wie möglich kümmern wird, dass die PKV gekündigt wird, und zwar rückwirkend zum 1.10., statt zum 15.10., dem Tag der Immatrikulation.
Als nun auf den Kontoauszügen zunächst noch Beiträge von beiden ab- und schließlich teilweise wieder auf-gebucht wurden, hakte ich schließlich doch mal nach. Dabei war herauszufinden, dass die PKV auch nach Monaten noch nicht gekündigt worden war.
Die GKV sagte daraufhin, es handele sich nur um ein Versehen, das schnellstens behoben wird.
Und nach einem Gespräch mit der PKV war die Antwort, ich solle nur eine GKV-Bescheinigung einreichen, das wäre das einzige, worauf sie noch gewartet hätten.
Eines Tages rief dann die GKV an und verlangte umgehend die Beiträge, die noch ausstehen würden. Diese wurden dann auch eingezogen und als ich sowohl bei GKV wie auch PKV vorstellig wurde, bestätigte sich zu meinem Entsetzen: eine Doppelversicherung seit etlichen Monaten bzw. Jahren!

Sicherlich kann ich die PKV zum nächsten Termin kündigen.
Meine Frage ist nun:
Habe ich eine Chance, aus diesem Schlammassel wieder herauszukommen, ohne die komplette Beitragssumme der PKV zu verlieren? Es handelt sich hierbei ja um eine fast 5stellige Summe, für mich als Student eine unvorstellbare Summe.
Und ich meine, nicht die volle Schuld hierfür tragen zu müssen, da ich mich ja stets auf die Aussagen meiner Versicherungen verlassen habe, die mich ja also falsch beraten und zudem im Dunkeln im wahrsten Sinne des Wortes sitzen lassen und ausgenommen haben.


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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
RHW
Status:
Schüler
(238 Beiträge, 31x hilfreich)

Hallo,

das wird sehr, sehr schwierig werden. Im Sozialrecht gibt es bei falscher Beratung den "sozialrechtlichen Wiederherstellungsanspruch". Danach würde man so gestellt, als ob man von vornherein richtig beraten wurde. Die Beweislage (Zeugen, schriftliche Belege) wäre hierbei entscheidend.

Meines Erachtens liegt hier ein großes Mitverschulden vor, dass die fehlerhafte Beratung bzw. doppelte Beitragszahlung nicht früher entdeckt wurde.
Mit sehr viel Glück hat man vielleicht eine Chance, die Beiträge der ersten Monate (oder maximal bis zum ersten normalen Kündigungstermin) zurückzubekommen.

Vielleicht hilft einer dieser Links:

http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/

http://www.pkv-ombudsmann.de/

http://www.patientenbeauftragte.de/

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/MagazinVerbraucher/005/s4-probleme-mit-der-krankenkasse.html

Gruß

RHW

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#2
 Von 
CBW
Status:
Lehrling
(1643 Beiträge, 337x hilfreich)

Hallo,
grundsätzlich warst du Pflichtversichert, also die Beträge waren an die GKV zu entrichten. Die PKV war zu kündigen. So wäre die GKV also nicht erstattungspflichtig! Die zweite Versicherung ist Privat, mit dieser hast du einen Vertrag, den du erfüllen musst. Hieraus ergibt sich also m.E. nach kein Erstattungsanspruch.
Ansonsten geht es hier letzlich um Nachweise, Kündigungen, Schreiben. Dies alles müsste erst einmal geprüft werden, um festzustellen, ob hier ein Erstattungsanspruch vorhanden ist oder sogar ein Fehler der GKV nachgewiesen werden kann der zu einem Schadenersatz führt.
Es bleibt hier wohl nur der Gang zu einem Anwalt.
Es wundert mich allerdings was anderes:
Wie kann man unkontrolliert irgendwen auf seinem Konto hin und her Buchen lassen? Und das dann auch noch über Jahre hinweg? Offensichtlich spielt Geld bei dir keine allzu große Rolle. Mir würden selbst 10Cent auffallen - ich hab's nicht so dicke!

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