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fahrlässige Brandstiftung, Versicherung, was nun?

3.6.2009 5690 Aufrufe Thema abonnieren Zum Thema: Fahrlässige Versicherung
 Von 
gtr1000
Status:
Schüler
(250 Beiträge, 0x hilfreich)
fahrlässige Brandstiftung, Versicherung, was nun?

Vor einiger Zeit hatte ich durch fahrlässigkeit einen Brand verursacht und meine Schuld auch bei der Polizei zugegeben.
Heute erhielt ich ein Schreiben/ Abschrift von meiner Versicherung, welche an den Geschädigten geschickt wurde.

.... konnten Einsicht in die Ermitlungsakte nehmen....
.....konnte nicht geklärt werden, wer für die Entstehung der ******* verantwortlich ist....
... außerdem ist bekannt, daß Schulkinder sich dort öfter aufhalten und rauchen und mit Feuer spielen....
.... vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob tatsächlichunsere Versicherungsnehmerin den Brand ausgelöst hat oder ob evtl. eine andere Person verantwortlich ist.
Das Verfahren gegen unsere VN wurde mangels hinreichenden Tatverdacht nach § 170 Abs. II StPo eingestellt.
Da die Verantwortlichkeit unserer VN für den eingetretenden Brandschaden sonach nicht nachgewiesen ist, müssen wir Ihre Regreßforderung als unbegründet zurückweisen.

Hinzu kommt im Anschreiben an mich ein Vermerk,
... sollte der Anspruchsteller nicht einverstanden sein und Ihnen ein Mahnbescheid zugestellt werden, wollwen Sie bitte Einspruch erheben und uns dann die Unterlagen und Durchschlag Ihres Widerspruches zusenden.
Falls Ihnen eine Klage zugestellt wird, senden Sie uns diese unverzüglich zu.
Sollte es zu einem Rechtstreit kommen, werden wir für Ihre ordungsmäßige Vertretung sorgen.

Soweit ich bis jetzt verstanden habe, ist lediglich das Strafverfahren eingestellt worden.
Aber was bedeutet nun der gesamte Rest??
Was kommt denn jetzt noch alles auf mich zu???
HILFE !!!

-----------------
" GTR 1000"

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 20 weitere Fragen zum Thema
Fahrlässige Versicherung


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Legende
(19040 Beiträge, 229x hilfreich)

quote:
Soweit ich bis jetzt verstanden habe, ist lediglich das Strafverfahren eingestellt worden.

Ja ist es das denn? Darüber müssen Sie ja einen Bescheid der Staatsanwaltschaft bekommen haben...?!

Der Rest bedeutet, dass Ihre versicherung nicht zahlen will und Ihnen aufgibt sich wieder bei denen zu melden, falls der Geschädigte auf Schadenersatz direkt gegen Sie klagen sollte oder einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirkt. Dann wird die Versicherung den Anspruch in Ihrem Namen abwehren (bzw. das versuchen).

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#2
 Von 
Bewährungshelfer
Status:
Lehrling
(1936 Beiträge, 81x hilfreich)

@Streetworker
Das Verfahren gegen unsere VN wurde mangels hinreichenden Tatverdacht nach § 170 Abs. II StPo eingestellt.

@gtr1000
Das is eigentlich alles sehr positiv. Deine Versicherung möchte möglichst nicht, daß Dir ein Verschulden nachgewiesen wird. Dann müßten die nämlich zahlen. Also unterstützen die Dich noch zusätzlich dabei, damit Du am Ende heil aus der Sache raus kommst.
Grundsätzlich könnte der Geschädigte zwar noch versuchen, auf dem zivilrechtlichen Wege seinen Schaden von Dir ersetzt zu bekommen. Da das Strafverfahren aber eingestellt wurde, sind die Aussichten darauf äußerst gering.

-----------------
"Gruß
Jens Wilke
Bewährungshelfer"

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#3
 Von 
guest123-2223
Status:
Student
(2428 Beiträge, 81x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#4
 Von 
gtr1000
Status:
Schüler
(250 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erstmal.
Also wird / würde sich die ganze Sache jetzt nur noch zivilrechtlich auswirken?
Falls unter welchen Umständen auch immer, letztendlich mir tatsächlich ein Verschulden angelastet wird und meine Versicherung für den Schaden aufkommen muß, könnte dann die Einstellung widerrufen werden?

Soweit ich mich mal schlau gemacht habe, so ist es bei § 170 Abs.II StPo ja möglich.
( hoffentlich nicht )

-----------------
" GTR 1000"

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Legende
(19040 Beiträge, 229x hilfreich)

@ Jens Wilke

quote:
@ Streetworker
Das Verfahren gegen unsere VN wurde mangels hinreichenden Tatverdacht nach § 170 Abs. II StPo eingestellt.


Ja, klar, hab ich schon gesehen, aber diese Aussage hat ja in der Form die Versicherung ggü. dem Geschädigten getroffen. Das wäre nicht der erste Fall, den ich erlebe, in dem eine Versicherung mit einer entsprechenden Falschauskunft (natürlich *versehentlich* ;) ) versucht, den Anspruchsteller/Geschädigten dahingehend zu "beeindrucken", dass er von einer weiteren Rechtsverfolgung Abstand nimmt...

Daher meine Nachfrage, ob GTR selbst eine Einstellungsverfügung der StA erhalten hat, was ja hätte der Fall sein müssen, da sie als Beschuldigte vernommen wurde. Es wäre daher nett, ...

@ GTR

...wenn Sie die Frage noch beantworten würden.

quote:
Soweit ich mich mal schlau gemacht habe, so ist es bei § 170 Abs.II StPo ja möglich.


Richtig. Durch eine § 170(2) StPO - Einstellung tritt kein Strafklageverbrauch ein. Das Verfahren kann wieder aufgenommen werden, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben. Insbesondere steht dem Geschädigten -strafrechtlich- auch die Einstellungsbeschwerde und die Klageerzwingung Richtung Generalstaatsanwaltschaft offen [§§ 171 , 172 StPO ]

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#6
 Von 
gtr1000
Status:
Schüler
(250 Beiträge, 0x hilfreich)

hallo ,
ja einen Einstellungsbescheid von der STA habe ich knapp vier Wochen nach der Vernehmung erhalten.
Vernehmung mitte Januar, Einstellung mitte Februar.

" .... das Ermitlungsverfahren gegen Sie , wegen Brandstiftung, wird nach
§ 170 Abs. II StPo, eingestellt...."

Diese Einstellung hat meine Versicherung in Kopie von mir erhalten, zusammen mit der Schadensmeldung, welche ausgefüllt werden sollte.




-----------------
" GTR 1000"

-- Editiert am 05.06.2009 08:44

-- Editiert am 05.06.2009 08:45

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#7
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9258 Beiträge, 130x hilfreich)

Irgendwie finde ich es aber auch merkwürdig, dass der Fragesteller seine Schuld bei der Polizei zugibt, und dann eine Einstellung nach 170 II erfolgt. Vielleicht könnte der Fragesteller auch noch in groben Zügen erläutern, was er eigentlich bei der Polizei gesagt hat. (übrigens erkennt man hier auch wieder sehr schön, warum man bei der Polizei manchmal gar keine Angaben machen sollte.. ;) )

Der Geschädigte hat sicher auch Einblick in die Ermittlungsakte. Je nachden, was da in der Vernehmung drin steht, wird er überlegen, ob sich ein Rechtsstreit mit der Versicherung lohnt oder nicht.

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#8
 Von 
gtr1000
Status:
Schüler
(250 Beiträge, 0x hilfreich)

hy justice005,

also, bei der Vernehmung habe ich folgendes angegeben:
" Es ist durchaus möglich, daß ich den Brand verursacht haben kann.
Da ich die Räumung der Wohnung meiner Mutter veranlassen mußte, hielt mich etwa zwischen 11.00 Uhr und 11.30 Uhr in dem Gebäude auf.
Zuerst hatte ich in der Wohnung meiner Mutter diverse Sachen eingepackt und diese zum Auto gebracht. Danach habe ich noch auf dem Dachboden geschaut, was dort alles liegt und ob ich einen Schlüssel fur das Schloß habe.
Danach ging ich wieder zum Auto, um wegzufahren.
Mir viel spontan ein, daß ich noch etwas aus dem Keller holen wollte und ging zurück, Zigarette schon angezündet.
Ich betrat die Kellerräume und sah eine offenstehende Kellertür.
Da ich nicht mehr genau wußte, welcher Raum meiner Mutter gehört, ging ich davon aus, dieses sei Ihr Raum. Ich schob die Tür auf und schaute hinein, hinter der Tür befand sich Verpackungsmaterial aus Styropur, Plastik und Pappe, stellte fest, es war nicht ihrer und zog die Tür wieder zu.
Hatte dann den Raum meiner Mutter gefunden und keinen passenden Schlüssel dabei.
Verließ das Gebäude, beim einsteigen in das Auto bemerkte ich, daß die Glut meiner Zigarette fehlte und ging den gesamten Weg nocheinmal zurück bis in den Keller, da ich im Hinterkopf schon daran gedacht habe, daß diese eventuell dort liegen könnte.
Bei meiner Kontrolle habe ich nichts bemerkt, was auf einen Brand deuten könnte und verließ das Gebäude endgültig.
Im Zuge meiner Einkaufsfahrt kam ich auf dem Rückweg, etwa 30 Minuten später, wieder an dieser Straße vorbei und habe dann die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr gesehen."

Mir selber war schon bewußt, daß es aufgrund meiner Schuld zum Brand gekommen ist, da ich eigentlich nur in den Gang des Kellers geschaut habe und nicht bis zu dem Raum zurück gegangen bin. Den Verlußt der Glut hatte ich bereits noch im Hausflur bemerkt.
Dieses habe ich aber nicht in meiner Aussage bei der Polizei angegeben.
Lediglich insoweit, daß ich mich zur angegebenen Zeit dort aufhielt und auch geraucht hatte, da es dafür Zeugen ( Nachbarn des selben Eingangs ) gab, die dieses mitbekommen haben.

-----------------
" GTR 1000"

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#9
 Von 
IfYouSeekAmy
Status:
Praktikant
(957 Beiträge, 30x hilfreich)

> Es ist durchaus möglich, daß ich den Brand verursacht haben kann

Das liest sich doch schon ganz anders als "meine Schuld zugegeben".

Offenbar geht auch der StA davon aus, daß anhand dieser Schilderung nicht eindeutig belegt ist, daß möglicherweise von Ihnen hinterlassene Zigarettenglut für den Brand verantwortlich war.

Dann wäre sowohl die Einstellung wie auch das Schreiben der Versicherung völlig verständlich.

Bei einem "echten" Schuldeingeständnis würde die VS nämlich nicht mehr groß aktiv werden, sondern den Betreffenden einfach in Regreß nehmen.

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#10
 Von 
gtr1000
Status:
Schüler
(250 Beiträge, 0x hilfreich)

Soll diese Woche mit dem Schreiben zu meinem Versicherungsvertreter, der hatte mit mir auch die Schadensmeldung geschrieben.

Erstmal abwarten, wie es weiter geht.


-----------------
" GTR 1000"

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#11
 Von 
jan2007
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo GTR 1000,

was ist aus dieser Versicherungsgeschichte geworden?Stelle diese Frage zwar sehr
spät, habe aber erst HEUTE den Beitrag gelesen.

Gruss

jan2007

-----------------
""

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#12
 Von 
gtr1000
Status:
Schüler
(250 Beiträge, 0x hilfreich)

Nach einem Gespräch mit meiner Versicherung, welche Akteneinsicht hatte, wurde der Schaden anteilig
beglichen, da nicht zu 100% erwiesen werden konnte, dass ausschließlich ein anderer Verursacher in Betracht kommt.
Es wurde zwar festgestellt, duch Aussagen der Bewohner, daß dort im Raum einige Zeit vorher bereits ein versuchter Brand war.
Allerdings wurde wohl niemand anderes in dem Haus, nachdem ich dieses verlassen hatte, von den Bewohnern bemerkt,so daß die gegnerische Versicherung ihren Anspruch geltend gemacht hat.
Nach Verhandlungen sich dann auf einen anteiligen Ausgleich eingelassen hat.



-----------------
" GTR 1000
" Eine Vision ohne Handlung ist ein Traum;
eine Handlung ohne Vision ist ein Alptraum. ""

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#13
 Von 
gtr1000
Status:
Schüler
(250 Beiträge, 0x hilfreich)

Nach einem Gespräch mit meiner Versicherung, welche Akteneinsicht hatte, wurde der Schaden anteilig
beglichen, da nicht zu 100% erwiesen werden konnte, dass ausschließlich ein anderer Verursacher in Betracht kommt.
Es wurde zwar festgestellt, duch Aussagen der Bewohner, daß dort im Raum einige Zeit vorher bereits ein versuchter Brand war.
Allerdings wurde wohl niemand anderes in dem Haus, nachdem ich dieses verlassen hatte, von den Bewohnern bemerkt,so daß die gegnerische Versicherung ihren Anspruch geltend gemacht hat.
Nach Verhandlungen sich dann auf einen anteiligen Ausgleich eingelassen hat.



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" GTR 1000
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