Strafprozess gegen Ex-Chef der Leipziger Wasserwerke
AFP VOM 10.11.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1006 Aufrufe Mehr zum Thema:Wasserwerke, Bestechlichkeit
Wegen des Finanzskandals um die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) muss sich der ehemalige Geschäftsführer Klaus Heininger ab Ende November vor Gericht verantworten. Wie das Leipziger Landgericht mitteilte, wurde die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Dresden gegen Heininger zur Hauptverhandlung zugelassen. Ihm wird demnach Bestechlichkeit in drei Fällen und Untreue jeweils im besonders schweren Fall sowie Bilanzfälschung und Steuerhinterziehung in mehreren Fällen angelastet. Zwei Mitangeklagte müssen sich wegen gemeinschaftlicher Bestechung in mehreren Fällen verwantworten.
Heininger soll laut Anklage ohne Zustimmung der Aufsichtsgremien für die KWL hochriskante Finanztransaktionen abgeschlossen haben, um sogenannte Cross-Border-Leasing-Geschäfte der Wasserwerke aus den Vorjahren abzusichern. Von den beiden Mitangeklagten Managern des Finanzdienstleisters Value Partners soll Heininger für den Abschluss der hochriskanten Verträge zudem Schmiergelder angenommen haben. In den Bilanzen und Geschäftsberichten der KWL tauchten die dubiosen Transaktionen nicht auf. Die Stadt Leipzig könnte dies teuer zu stehen kommen, ihr drohen wegen dieser Geschäfte Ausfälle von rund 290 Millionen Euro.
Das Verfahren gegen Heininger, der seit Februar in Untersuchungshaft sitzt, und die beiden Mitangeklagten vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts könnte sich bis ins nächste Jahr hinziehen. Bei einer Verurteilung wegen Untreue und Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall beziehungsweise Bestechung droht jeweils eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.
10.11.2010 - 12:01 Uhr
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