
Im Aachener Kriegsverbrecherprozess um drei SS-Morde in den Niederlanden hat der angeklagte Ex-Bergmann die Taten zugegeben. In einer von der Verteidigung verlesenen Erklärung räumte der 88-jährige Heinrich B. laut einem Gerichtssprecher ein, als Mitglied eines SS-Kommandos 1944 drei Zivilisten in Breda, Voorschoten und Wassenaar erschossen zu haben.
Er habe die Taten auf Befehl begangen und als Vergeltungsmaßnahmen gegen Widerstandskämpfer angesehen, ließ B. den Angaben zufolge erklären. Aus seiner damaligen Sicht habe es sich nicht um Verbrechen gehandelt. Dies sehe er heute anders.
Die drei von B. gestandenen Taten zählen laut Anklage zu den mindestens 54 Morden, die das "Sonderkommando Feldmejer" der "Germanischen SS in den Niederlanden" verübte. Opfer der Verbrechen unter dem Codenamen "Silbertanne" wurden Niederländer, die von den Nazis als "antideutsch" eingestuft wurden. Laut Staatsanwaltschaft erschoss B. die drei Zivilisten im Juli und September 1944 heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen.
Bei den Opfern handelte es sich um einen Apotheker, einen Fahrradhändler und einen Prokuristen. Wegen der Morde hatte ein Amsterdamer Sondergericht B. 1949 in Abwesenheit zum Tod verurteilt, die Strafe wurde im nachhinein in lebenslänglich umgewandelt. Der heute in Eschweiler bei Aachen lebende B. war im Mai 1945 von den Niederländern inhaftiert worden, im Juni 1947 gelang ihm jedoch die Flucht.
B. tauchte sieben Jahre lang in dem Nachbarland unter und kam 1954 schließlich in die Bundesrepublik, wo er jahrzehntelang unbehelligt blieb. In den 1980er Jahren und zu Beginn dieses Jahrzehnts scheiterten die Niederländer zudem mit Versuchen, B. durch Auslieferung habhaft zu werden oder aber die in Amsterdam verhängte Strafe in Deutschland vollstrecken zu lassen.
8. Dezember 2009 - 13.37 Uhr
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