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US-Staatsanwaltschaft weist Kritik im Fall Polanski zurück

AFP VOM 29.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1158 Aufrufe
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Polanski

Anwälte des Regisseurs beantragen Freilassung

Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles hat sich gegen Vorwürfe verwahrt, jahrelang nichts für die Festnahme von Oscar-Preisträger Roman Polanski wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung getan zu haben. Die Ermittlungsbehörde habe immer wieder Kontakt zu anderen Staaten aufgenommen, um Polanskis Festnahme und Auslieferung an die USA zu erreichen, erklärte sie in Los Angeles. So sei nach Polanskis Flucht aus den USA 1978 erstmals ein Gesuch auf Festnahme an Großbritannien übermittelt worden. Unterdessen beantragten Polanskis Anwälte bei der Schweizer Justiz dessen Freilassung.

Das Strafgericht von Bellinzona erhielt nach eigenen Angaben den Einspruch gegen den internationalen Haftbefehl. Er hoffe, dass der wegen Vergewaltigung gesuchte französisch-polnische Filmemacher "schnellstens" freikomme, sagte Polanskis französischer Anwalt Hervé Témime, wenn auch möglicherweise unter Auflagen.

Die Regisseure Woody Allen, Wim Wenders und Martin Scorsese unterzeichneten nach Angaben der französischen Filmvereinigung SACD eine Petition für die Freilassung Polanskis. Distanzierter äußerte sich Polanskis Kollege Besson im französischen Sender RTL. Er kenne den Filmemacher und möge ihn sehr gern. Er habe selbst eine 13-jährige Tochter, sagte Besson. Wenn sie vergewaltigt werden würde, würde er nicht gegen die Verhaftung des Täters protestieren.

In den 80er und 90er Jahren habe es zahlreiche weitere Kontakte mit Behörden im Ausland gegeben, 2005 und 2007 habe es fehlgeschlagene Versuche gegeben, den Regisseur in Thailand und Israel dingfest zu machen, betonte die Staatsanwaltschaft von Los Angeles.

Die "Los Angeles Times" berichtete unterdessen, Polanskis US-Anwälte hätten möglicherweise durch Kritik an den US-Behörden ungewollt die überraschende Festnahme des Filmemachers in der Schweiz am Samstag provoziert. Im Juli hätten die Verteidiger in einem Schriftsatz an ein Berufungsgericht geschrieben, die Staatsanwaltschaft habe in den vergangenen 30 Jahren nichts getan, um Polanskis Auslieferung zu erreichen.

Polanski war am Samstag bei seiner Einreise in die Schweiz überraschend festgenommen worden. Der Regisseur hatte 1977, im Alter von damals 43 Jahren, in den USA Sex mit einer 13-Jährigen. Er bekannte sich schuldig und saß dafür zunächst 47 Tage im Gefängnis, floh aber vor der Urteilsverkündung nach Frankreich. In die USA kehrte Polanski seither nie zurück.

29. September 2009 - 12.31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009




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