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Sauerland-Zelle will vor Gericht Geständnisse ablegen

AFP VOM 10.8.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 3460 Aufrufe
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Sauerland-Prozess, Terror

Bundesanwaltschaft: "Sehr umfassende Angaben gemacht"

Die vier Angeklagten im sogenannten Sauerland-Prozess haben nach Angaben der Bundesanwaltschaft in ihren Vernehmungen beim Bundeskriminalamt (BKA) umfangreiche Geständnisse abgelegt. "Die Angeklagten haben bestätigt, dass es ihr Vorhaben war, hier möglichst viele amerikanische Soldaten zu töten", sagte Bundesanwalt Volker Brinkmann am Montag vor Beginn eines weiteren Verhandlungstages vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Die Beschuldigten hätten "sehr umfassende Angaben gemacht".

Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling zeigte sich zum Auftakt der Verhandlung überzeugt, dass die in rund einmonatigen Vernehmungen abgelegten Geständnisse der vier Angeklagten zu einem schnelleren Abschluss des Verfahrens und zur Klärung der Hintergründe der Attentatspläne beitragen. "Wir sind beeindruckt zum einem von dem Umfang der Aussagen, zum anderen von der Offenheit", sagte der Richter. Nach seinen Angaben umfassen die Aussagen der Beschuldigten einschließlich Anlagen insgesamt 1584 Seiten.

Brinkmann zufolge prüft die Bundesanwaltschaft ferner, ob sie einen Haftbefehl gegen den Türken Mevlüt K. aus Ludwigshafen beantragen wird. Dabei gehe es um dessen Rolle bei der Beschaffung der Zünder für die von der Sauerland-Gruppe vorbereiteten Attentate. Mit Blick auf Berichte über eine angebliche Tätigkeit von K. für den Geheimdienst in Ankara fügte Brinkmann allerdings hinzu: "Wir haben keine Erkenntnisse darüber, dass Mevlüt. K. in den Diensten des türkischen Geheimdienstes steht."

Bei der mit rund einstündiger Verspätung begonnenen Verhandlung sagte zunächst der deutsche Konvertit Fritz G. zu den Vorwürfen der Bundesanwaltschaft aus. Es wurde erwartet, dass alle vier Angeklagten vor Gericht Geständnisse ablegen. Die Terrorverdächtigen hatten dies Anfang Juni überraschend angekündigt und in den darauffolgenden Wochen ausführliche Angaben zu den Anklagevorwürfen beim BKA gemacht. Die Beschuldigten sollen als Mitglieder der Terrorgruppe "Islamische Dschihad-Union" (IJU) mindestens drei verheerende Autobomben-Anschläge auf US-Bürger und amerikanische Einrichtungen in Deutschland vorbereitet haben.

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10. August 2009 - 12.59 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009





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