Login
Rechtsrat vom Anwalt: Schnell, sicher, günstig

Sudan: Britische Lehrerin wegen Teddy "Mohammed" verurteilt

AFP VOM 29.11.2007 | Nachrichten - International | 1437 Aufrufe
Mehr zum Thema:

Teddy, Mohammed

15 Tage Haft und Ausweisung

Die im Sudan wegen Beleidigung des Islams angeklagte britische Lehrerin ist zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Nach Angaben aus Justizkreisen entschied das Gericht in der sudanesischen Hauptstadt Khartum außerdem, dass die 54-Jährige das Land verlassen muss. Gibbons war wegen "Beleidigung der Religion und Aufstachelung zum religiösen Hass" angeklagt worden, weil sie es zuließ, dass ihre Schüler einem Teddybären den Namen des islamischen Propheten, "Mohammed", gaben. Großbritannien zeigte sich über das Urteil "zutiefst enttäuscht", die US-Regierung nannte es "empörend".

Gibbons war erst vor wenigen Monaten nach Khartum gekommen und hatte dort an einer christlichen englischen Schule eine Klasse mit zum Teil rund sechsjährigen Jungen und Mädchen unterrichtet. Ihre Festnahme erfolgte nach Beschwerden von Eltern. Die Lehrerin versicherte, sie habe niemanden beleidigen wollen. Nach dem im Sudan geltenden islamischen Scharia-Recht können Muslime für die Beleidigung des Propheten Mohammed mit dem Tod bestraft werden. Nicht-Muslimen drohen Peitschenhiebe, Haft, eine Geldstrafe und die Ausweisung. Für gläubige Muslime bedeutet die bildliche Darstellung von Mohammed Gotteslästerung.

"Wir sind zutiefst enttäuscht", sagte eine Sprecherin des britischen Außenministeriums in London. Sie kündigte an, dass Außenminister David Miliband den sudanesischen Botschafter Omer Siddig erneut zu einem Gespräch einbestellen werde. Miliband war bereits mit Siddig in dieser Sache zusammengekommen. Zuvor hatte der Außenminister den Sudan dazu aufgerufen, "gesunden Menschenverstand" walten zu lassen. Gibbons habe ungewollt einen Fehler begangen.

Die US-Regierung sprang Großbritannien zur Seite und verurteilte das Urteil als "empörend". Eine Regierungssprecherin sagte in Washington, die USA stünden hinter den Bemühungen der "britischen Verbündeten", die Lehrerin vor der sudanesischen Justiz zu beschützen. Allerdings werde Präsident George W. Bush nicht in den Fall eingreifen. "Die Briten werden das alleine erledigen", sagte Perino.

29. November 2007 - 20.41 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2007





Seite: 12
Seiten in diesem Artikel:
Seite 1: Sudan: Britische Lehrerin wegen Teddy Mohammed verurteilt
Seite 2: Tausende im Sudan protestieren gegen Teddy-Mohammed-Urteil

123recht.net ist Rechtspartner von:

364854
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

109987
beantwortete Fragen
15
Anwälte jetzt
online
Rechtsanwalt
Jan Kaeding
Hamburg
Steuerrecht, Existenzgründungsberatung, Wirtschaftsrecht, Gesellschaftsrecht, Zivilrecht
Quickie!
Ihre Meinung zählt.
Die Sorgerechtsreform ist am 19.05.2013 in Kraft getreten. Väter nicht-ehelicher Kinder haben ein Recht auf das gemeinsame Sorgerecht. Richtig so?
 
 
 
 
Rechtsberatung auf 123recht.net - So einfach kann Recht sein. © 2012 QNC GmbH | Impressum