McDonald's muss Millionen wegen Leibesvisitation zahlen
AFP VOM 6.10.2007 | Nachrichten - International | 3628 Aufrufe Mehr zum Thema:McDonald`s, Polizist, Schmerzensgeld
Managerin folgte Anweisungen von falschem US-Polizisten
Ein Gericht in den USA hat einer Frau, die Opfer einer Leibesvisitation auf Veranlassung eines falschen Polizisten war, Schmerzensgeld in Millionenhöhe zugesprochen. Die frühere Angestellte der Fastfood-Kette McDonald's, Louise Ogborn, erhält 6,1 Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro), wie die Zeitung "Kentucky Courier Journal" berichtet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass McDonald's es versäumte, seine Angestellten vor einem Trickbetrüger zu warnen, der in Dutzenden von Fastfood-Restaurants unter Vorwänden Leibesvisitationen vornehmen ließ, indem er sich als Polizist ausgab.
Als "Officer Scott" wies der Betrüger demnach eine Vize-Managerin der Filiale Ogborns telefonisch an, die damals 18-Jährige sei zu durchsuchen, weil sie vermutlich eine Geldbörse gestohlen habe. Die Leibesvisitation könne im Büro des Restaurants oder im Gefängnis erfolgen. Ogborn sei daraufhin von der Managerin angewiesen worden sich auszuziehen und habe anschließend fast vier Stunden nackt in dem Büro verbracht, gedemütigt und völlig aufgelöst, wie das Urteil festhielt. Ihre Kleidung und ihre Autoschlüssel wurden ihr abgenommen.
Dem Betrüger gingen leitende Angestellte in mindestens 68 Schnellrestaurants auf den Leim, darunter waren 17 McDonald's-Filialen, wie es weiter hieß. Während Betreiber von McDonald's-Lokalen gewarnt worden seien, seien die Angestellten in Unwissenheit gelassen worden.
Auch die Vize-Managerin des Restaurants, in dem Ogborn arbeitete, war nach eigenen Angaben nicht informiert. Sie schloss sich der Klage daher an und bekam 1,1 Millionen Dollar zugesprochen. Allerdings wurde sie auch wegen Freiheitsberaubung verurteilt.
6. Oktober 2007 - 11.11 Uhr
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