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Haftung für Werbung

2.1.2002 | Ratgeber - Kaufrecht | 184141 Aufrufe
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Schuldrecht, 2002, Kauf, Gewährleistung

Vor jedem Kauf steht zumeist die Information. Informationen beziehen wir alle aus der Werbung. Bisher konnte uns die Werbung in bezug auf die beworbenen Produkte vieles versprechen und dann nicht halten. Dies ändert sich durch das neue Schuldrecht.

Ab dem 01.01.2002 können Sie als Käufer einer Sache verlangen, dass das Produkt alles das kann, was Ihnen in der Werbung versprochen wurde. Hierbei ergibt sich jedoch eine kleine Einschränkung: Ein Versprechen der Werbung, das so ausgefallen ist, dass man sie gar nicht glauben konnte oder durfte, kann von Ihnen nicht eingefordert werden.
Dies bedeutet, der Käufer eines Audi-Quattro dürfte auch nach neuem Schuldrecht nicht von Audi verlangen, dass sein Wagen eine Skischanze hochfahren kann. Diese Versprechung wäre zu utopisch.

Dahingegen darf sich der Käufer eines Fahrzeugs, das mit der Aussage beworben wird, nur drei Liter zu verbrauchen, auf diese Aussage verlassen. Verbraucht das Fahrzeug dann vier Liter, so gilt das Fahrzeug als mangelhaft und der Käufer kann die noch zu beschreibenden Rechte geltend machen.

Das war aber noch nicht alles. Nach neuem Schuldrecht kann sich der Verkäufer der Ware nicht mehr damit herausreden, die Werbeversprechen seien von den Herstellern des Produktes gemacht worden und man solle sich gefälligst an diese wenden.
Nach der Reform hat der Verkäufer der Sache voll für die Versprechungen der Hersteller einzustehen.Sie können also im Geschäft darauf bestehen, dass man Ihr Anliegen vor Ort abwickelt.

Beispiel:
Britta-Sandy hat in einem Kaufhaus einen Videorekorder gekauft. In der Werbung wurde ihr versprochen, dass der Videorekorder nicht nur Filme aufnehmen und abspielen kann, sondern automatisch die Werbung aus aufgenommenen Filmen herausfiltert.
Britta-Sandy nimmt in der Nacht auf Super-RTL einen Zeichentrickfilm für ihren Sohn Sylvester-Karl auf. Als Sylvester-Karl den Film am nächsten Tag sehen will, wird dieser immer wieder durch Werbung für 0190er-Nummern unterbrochen. Da Sylvester-Karl erst acht Jahre alt ist, findet Britta-Sandy das gar nicht lustig.
Sie geht zurück in das Kaufhaus, in dem Sie den Rekorder gekauft hat. Der Verkäufer aus der Fachabteilung erläutert ihr, dass er diese Beschwerden schon häufiger gehört hätte und das es sich offensichtlich um einen Produktionsfehler handele. Er könne auch nichts machen, Britta-Sandy solle sich an den Hersteller wenden.
Da Britta-Sandy aber diesen Artikel gelesen hat, weiß sie, dass die Aussage des Verkäufers nicht stimmt und belehrt ihn über die Schuldrechtsreform. Danach sieht auch der Verkäufer ein, dass er verpflichtet ist, sich um Britta-Sandys Sorgen zu kümmern.




Seiten in diesem Artikel:
Seite 1: Neues Schuldrecht - Mehr Rechte beim Kauf
Seite 2: Haftung für Werbung
Seite 3: Das Kleingedruckte
Seite 4: Die `Ikea-Klausel`
Seite 5: Das neue Gewährleistungsrecht
Seite 6: Verjährung
Seite 7: Beweislast

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