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Harms warnt vor Terrorgefahr in Deutschland

AFP VOM 15.12.2006 | Nachrichten - Allgemein | 2171 Aufrufe
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Kampf gegen Internet-Terrorismus wird intensiviert

Generalbundesanwältin Monika Harms hat vor der Gefahr terroristischer Anschläge auch in Deutschland gewarnt. Die gescheiterten Kofferbombenanschläge von Köln zeigten, dass die Möglichkeit solcher Anschläge "nicht von der Hand zu weisen" sei und "Deutschland nicht nur als Ruheraum genutzt wird", sagte Harms auf der Jahrespressekonferenz ihrer Behörde am Freitag in Karlsruhe. Die terroristische Bedrohung dürfe nicht unterschätzt werden, Panikmache sie aber nicht angebracht, betonet sie. Wegen der wachsenden Bedeutung des Internets für islamistische Terroristen und ihre Unterstützer werde die Bundesanwaltschaft dieses Medium nun verstärkt beobachten, um gegen den so genannten Cyber-Dschihadismus effektiver vorgehen zu können.

Aufgabe der Bundesanwaltschaft sei es auch, präventiv tätig zu werden und Anschläge möglichst schon in der Planungsphase zu verhindern, sagte Harms. Sie wies in diesem Zusammenhang Vorwürfe zurück, dass das Ermittlungsverfahren zu einem geplanten Sprengstoffanschlag am Frankfurter Flughafen aufgebauscht worden sei. Die Behörde sei einem ernst zu nehmenden Hinweis nachgegangen, und die Ermittlungen gegen die sechs Beschuldigten seien noch nicht abgeschlossen.

Im Fall der mutmaßlichen Kofferbomber von Köln haben die libanesischen Behörden laut Bundesanwaltschaft dem Bundeskriminalamt (BKA) die Möglichkeit eingeräumt, von dem Computer des im Libanon verhafteten Verdächtigen Jihad D. eine Datenkopie machen zu können. Die Bundesanwaltschaft hofft, damit gelöschte Daten wieder sichtbar zu machen, die Aufschluss geben könnten, ob Jihad D. und der zweite mutmaßliche Täter, Youssef Mohamad E.H., eine Bombenbauanleitung in Form eines Videos aus dem Internet auf ihren Computer geladen hatten. In dem Fall werde voraussichtlich noch sechs Monate ermittelt, bevor er zur Anklage kommen könne, sagte der Leiter der Terrorismusabteilung, Rainer Griesbaum.

In Berlin wird laut Griesbaum ab Januar ein vom Bundesinnenministerium eingerichtetes "Gemeinsames Internetzentrum" (GIZ) seine Arbeit aufnehmen. Rund 50 Mitarbeiter des BKA und der Nachrichtendienste sollen dort nach Terrorismusspuren im Internet suchen. Die Bundesanwaltschaft verspricht sich davon neue Erkenntnisse über terroristische Strukturen in Deutschland und deren Bekämpfung.

15. Dezember 2006 - 14.04 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2006




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