Iraks Vizepräsident weist Todesurteil gegen ihn zurück
AFP VOM 10.9.2012 | Nachrichten - Allgemein | 701 Aufrufe Mehr zum Thema:Vizepräsident, Todesstrafe, Irak
Al-Haschemi lehnt Rückkehr in den Irak ab
Der in Abwesenheit zum Tode verurteilte irakische Vizepräsident Tarik al-Haschemi hat das Urteil gegen ihn zurückgewiesen. Das Urteil sei "politisch motiviert" und er lehne es "vollständig" ab, sagte der flüchtige Politiker vor der Presse in der türkischen Hauptstadt Ankara. Seine Rückkehr in den Irak schloss al-Haschemi aus. Er forderte "Sicherheit und einen fairen Prozess".
Ein Gericht in Bagdad hatte den sunnitischen Politiker am Sonntag zum Tode durch den Strang verurteilt und ihm für die Rückkehr in den Irak 30 Tage Zeit gegeben. Es befand al-Haschemi für schuldig, für den Tod eines Anwalts und eines Generals verantwortlich zu sein. Sein Privatsekretär Ahmed Kahtan, der auch sein Schwiegersohn ist, wurde ebenfalls in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Der seit Mai laufende Prozess verschärfte den innenpolitischen Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten im Irak kurz nach dem Abzug der US-Truppen.
Al-Haschemi wird wegen Verdachts auf "Führung und Finanzierung terroristischer Anschläge" per internationalem Haftbefehl gesucht. Nachdem der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki einen Haftbefehl gegen ihn veranlasste, floh er Ende 2011 in die autonomen Kurdengebiete im Nordirak und hielt sich danach überwiegend in der Türkei auf. Al-Maliki wirft dem Vizepräsidenten vor, Leibwächter finanziell unterstützt zu haben, die in Anschläge verwickelt waren.
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