Beginn der Beweisführung gegen Mladic bis auf weiteres verschoben
AFP VOM 18.6.2012 | Nachrichten - Allgemein | 586 Aufrufe Mehr zum Thema:Mladic, Kriegsverbrecher
Prozess gegen Ex-Armeechef sollte am 25. Juni fortgesetzt werden
Das UN-Tribunal für Ex-Jugoslawien hat die Fortsetzung des Prozesses gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic auf unbestimmte Zeit verschoben. Der für den 25. Juni geplante Beginn der Beweisführung gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher werde "bis auf weiteres" ausgesetzt, teilte das UN-Tribunal am Montag in Den Haag mit, ohne sich zu Details zu äußern. Am 25. Juni sollte eigentlich der erste Zeuge der Anklage angehört werden.
Bereits unmittelbar nach der Anklageverlesung Mitte Mai war der Prozess gegen Mladic wegen "Unregelmäßigkeiten" ausgesetzt worden. Die Verteidigung hatte der Anklage die Zurückhaltung von Dokumenten vorgeworfen. Nachdem das Gericht daraufhin eine Forderung der Verteidigung nach einem Aufschub von sechs Monaten ablehnte, sollte der Prozess nun eigentlich am 25. Juni wieder aufgenommen werden.
Dem früheren Armeechef werden Völkermord sowie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg der Jahre 1992 bis 1995 zur Last gelegt. Gegen ihn liegen elf Anklagepunkte vor. Mladic wird vor allem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich gemacht, bei dem tausende muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. Zudem wird ihm die Verantwortung für die 44-monatige Belagerung von Sarajevo zugeschrieben, bei der nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen etwa 10.000 Zivilisten getötet wurden. Mladic plädiert auf nicht schuldig. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.
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