Urteil nach Untergang von Tanker "Erika" wird in Paris geprüft
AFP VOM 24.5.2012 | Nachrichten - Allgemein | 531 Aufrufe Mehr zum Thema:Erika, Tanker, Untergang
Havarie löste 1999 Ölkatastrophe aus
Mehr als zehn Jahre nach der Ölkatastrophe vor der Küste Frankreichs, die der Untergang des Tankers "Erika" verursacht hatte, könnte das Urteil gegen den Ölkonzern Total aufgehoben werden. Vor dem Kassationsgericht in Paris begann am Donnerstag eine Anhörung zu dem Urteil, das ein Berufungsgericht 2010 gefällt hatte.
Die Richter hatten damals entschieden, dass Total bei der Anmietung des altersschwachen Schiffs 1999 fahrlässig gehandelt habe und deshalb eine Mitschuld an der Ölkatastrophe trage. Das französische Unternehmen hatte daraufhin das für Revisionsanträge zuständige Kassationsgericht angerufen, das seine Entscheidung erst in einigen Monaten bekanntgeben will.
Staatsanwalt Didier Boccon-Gibod sieht das Urteil aus dem Jahr 2010 als nichtig an, weil die "Erika" unter der Flagge Maltas fuhr und damit nicht die französische Justiz für das Unglück zuständig war. Außerdem sei das Schiff außerhalb des französischen Seegebiets in internationalen Gewässern unterwegs gewesen. Die bereits gezahlte Entschädigung von 171 Millionen Euro will Total allerdings nicht zurückfordern.
Die 25 Jahre alte "Erika" war im Dezember 1999 bei einem Sturm im Golf von Biscaya auseinandergebrochen und gesunken. Der Ölteppich verschmutzte rund 400 Kilometer der nordwestfranzösischen Küste, bis zu 150.000 Seevögel verendeten kläglich.
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