Sea-Shepherd-Gründer Watson will weiter kämpfen
AFP VOM 23.5.2012 | Nachrichten - Allgemein | 1760 Aufrufe Mehr zum Thema:Paul Watson, Tierschützer
Gründer der Tierschutzorganisation wurde festgenommen
Die Tierschutzorganisation Sea Shepherd will ihren Kampf für den Schutz der Meeresbewohner auch nach einer möglichen Verurteilung ihres in Deutschland festgenommenen Gründers Paul Watson fortsetzen. Watson sagte der Nachrichtenagentur AFP, nichts werde die Arbeit seiner Organisation beeinträchtigen. Die Präsidentin Costa Ricas, deren Land Watsons Auslieferung fordert, sagte ihm bei einem Berlin-Besuch einen fairen Prozess zu.
Seine Gegner hofften, die Sea-Shepherd-Aktivisten würden ihre Aktionen beenden, "wenn sie mich aus dem Weg schaffen", sagte Watson mit Blick auf einen in Costa Rica drohenden Prozess. Dies werde seinen Gegnern jedoch nicht gelingen. Sollte er durch eine Verurteilung daran gehindert sein, weiter an vorderster Front für den Tierschutz zu kämpfen, werde er aus einer Gefängniszelle heraus ein Symbol für den Widerstand gegen die Zerstörung der Weltmeere sein.
Watson war Mitte Mai aufgrund eines internationalen Haftbefehls am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Er wurde zwar gegen Kaution freigelassen, darf Deutschland aber bis zum Abschluss des Verfahrens nicht verlassen und muss sich nach eigenen Angaben zweimal täglich bei der Polizei melden.
Die deutsche Justiz prüft eine Auslieferung des 61-jährigen Kanadiers nach Costa Rica. Die Behörden des zentralamerikanischen Landes werfen dem Tierschützer Behinderung der Schifffahrt vor. Der Haftbefehl bezieht sich auf eine Aktion aus dem Jahr 2002, als Watsons Organisation vor der Küste Guatemalas einen Dokumentarfilm über die brutale Jagd auf Haie drehte.
Costa Ricas Präsidentin Laura Chinchilla sicherte Watson ein faires Gerichtsverfahren zu, das sich "strikt an die internationalen Normen" halten werde. Die Justiz ihres Landes sei "komplett unabhängig", betonte Chinchilla am Mittwoch bei einem Besuch in Berlin.
Watson sagte AFP, er habe zwar keinen Grund zu glauben, dass Costa Rica ihm keinen fairen Prozess ermöglichen werde. Allerdings hätten die Aktionen von Sea Shepherd die Haifänger in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel Geld gekostet. "Sie wollen ihre Rache", sagte der Tierschützer. Die "Haifischflossen-Mafia" in dem Land habe einen Preis auf seinen Kopf ausgesetzt, "und ein Gefängnis in Costa Rica würde eine exzellente Möglichkeit dafür bieten, dass jemand diesen tödlichen Auftrag gegen mich vollstreckt". Watson forderte daher Sicherheitsgarantien für den Fall seiner Auslieferung.
Am Rande von Chinchillas Besuch demonstrierten hunderte Mitglieder und Sympathisanten von Sea Shepherd in Berlin; auch Watson war angereist und wurde von den Demonstranten wie ein Star empfangen.
Die Tierschützer von Sea Shepherd sind vor allem für ihren alljährlichen Einsatz gegen die japanische Walfangflotte in der Antarktis bekannt. In diesem Jahr warfen Aktivisten Stinkbomben auf japanische Walfangschiffe und setzten Taue ein, um die Schiffsschrauben zu blockieren. Japan tötete deshalb zwei Drittel weniger Tiere als geplant.
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