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alg II nach langer zeit nicht bezahlt

2.1.2008 Thema abonnieren Zum Thema: ALG
 Von 
chrira
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
alg II nach langer zeit nicht bezahlt

Hallo :)

folgender fall:
ich lebte bis ca. Ende Oktober in Stadt A, war bei der Arge gemeldet. Um meine Situation zu verbessern, ich fand dort einfach keine Stelle (gerade auch nicht in meinem Ausbildungsberuf), hatte ich beschlossen, in Stadt B umzuziehen, einerseits um dort eine Schule zu besuchen, andererseits ist diese Stadt wesentlich grösser und so bestehen für mich bessere Chancen einen Arbeitsplatz zu finden (hab keinen Führerschein). Dies habe ich mit meiner Vermittlerin in Stadt A besprochen und die hat dem nicht widersprochen.

Also habe ich mir eine Wohnung (WG, Untermiete) in Stadt B gesucht, mich dort zum 1.11. bei der Arge angemeldet und so gut es mir möglich war, alle Unterlagen abgegeben. Nach ca 3 Wochen hatte ich einen Termin bei meinem Leistungssachbearbeiter (bzw einer Vertretung), der mir dann mitteilte, dass ich nicht einfach haette umziehen koennen, sondern ich eine Umzugserlaubnis bräuchte.
Ok, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, aber ich denke die Beraterin in Stadt A hätte mir so etwas mitteilen koennen...daraus ist dann mit einiger Telefoniererei eine Aktion von 3 Wochen geworden, bin ich diese "Erlaubnis" von Arge Stadt A nach Arge Stadt B bekommen habe.

Da ich ein sparsamer Mensch bin, hatte ich zuvor noch ein kleines Polster angespart, mit dem ich den Umzug finanziert habe. Als dann Anfang Dez noch kein Geld da war, habe ich auch noch den letzten Rest vorgestreckt, um die Miete zu bezahlen, mich damit aber auch ins Schachmatt gesetzt, weil ich nun kein Geld mehr habe, um Verkehrsmittel, Bewerbungen oder sonstige Dine bezahlen zu koennen.
Mittlerweile hatte man auch die restlichen Unterlagen von mir eingefordert (immer eines nach dem anderen) und zu guter Letzt noch mal einen neues Formular, auf dem ich erklaeren musste, nicht in einer eheähnlichen Beziehung mit meiner Mitbewohnerin zu leben. Nach Abgabe dieses Formulars, geschehen am 6.12. habe ich nichts mehr von der Arge gehoert. Ich habe dort mehr mals nachgefragt, wie es nun stehe, ich habe kein Geld mehr, die Miete wurde nicht bezahlt und die Mitbewohnerin droht (verstaendlicherweise) mit Kuendigung des Untermietvertrags.

Ich habe versucht, bei der Arge zu erklären, dass ich mittellos sei. Das hat aber nicht funktioniert, da mir mein Vater, gnädigerweise, als er von meinen Problemen hörte, einen kleinen Betrag zum Geb. und Weihnachten überwies. Mittlerweile habe ich diesen Betrag aber genutzt, um die Miete TEILweise zu bezahlen.

Was kann ich tun?

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ALG


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
chrira
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

zwei Dinge noch, die ich vergessen habe:
Jobs, um da raus zu kommen, die ich annehmen wollte, bekam ich nicht, weil man dort einen Vermittlungsgutschein sehen wollte. Den bekomme ich aber von der Arge solange nicht, wie ich keine Leistungen beziehe.

Und die Schule kann ich nicht mehr besuchen(war zu selten da), da ich aufgrund Geldmangels nicht mehr hinfahren kann.

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#2
 Von 
ekueku
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 5x hilfreich)

Mhhhmmm. Du präsentierst in deinem Schriftsatz das persönliche Verhältnis zu deinem hilfsweise zahlenden Vater recht ungünstig, fast schon wie ein Verhältnis unter Fremden, da liegt der Schluß nahe, daß auch deine Beziehung zu der 'fremden' Vermieterin eine persönliche ist und damit eher vorteilhaft für dich steht... ;)

Offenbar zögert die ARGE in dem Bewußtsein, daß erst ab einem Mietrückstand von 2 Monaten die Gefahr besteht, daß man dich aus der Wohnung rausschmeißt.

Du solltest einmal überlegen, ob du nicht deine mittellose Lage im Rahmen einer Dienstaufsichtsbeschwerde den Vorgesetzten der zuständigen ARGE schilderst.

Bis zur Überweisung des ALG2 solltest du darüber hinaus bei deiner SB die Hergabe eines Einkaufsgutscheines beantragen (üblicherweise 50,- EUR), den du dann in einem Zug und vollständig beim Discounter deiner Wahl gegen haltbare Lebensmittel einlöst. Das ließe sich bei Bedarf wiederholen und verdeutlichte den Zuständigen auch die Dringlichkeit deines Falles.

Soweit dies. Viel Glück!

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#3
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10676 Beiträge, 1953x hilfreich)

@ekueku

HÄ?
der threadsteller LEIHT sich geld, was konstruierst du denn daraus?
wieso sollte der threadsteller einen gutschein nehmen? völliger quark, ihm steht alg2 zu, umziehen durfte er wohin er will und um die notlage zu überbrücken, hat er sich geld geliehen.

@chrira

als allerserstes zum soz.gericht, eilanordnung zur erstellung d. bescheides und zur zahlung von alg2 beantragen.
dann würde ich definitiv zum amtsleiter (mit zeugen) und den mal (schriftlich) fragen, woher der sb die impertinenz nimmt, zu sagen, ein alg2 empfänger dürfe nicht umzihen. offensichtlich hat der sb mal im sozialamt gearbeitet und keine ahnung vom sgb II.
früher...gaaanz früher haben kommunen miteinander gerangelt, wenn ein soz. empfänger umgezogen war. das aber ist makulatur.

das gg steht zum glück über allen anderen gesetzen und auch ein leistungsempfänger darf umziehen, wann er will u. wohin er will. schließlich hat weder arge a noch arge b hierfür gezahlt.

nochmal klartext: jeder darf hinziehen wohin er will!!!!

an deiner stelle, damit der sb und die arge wissen, du läßt dir diesen, fast schon menschenverachtendenm, unfug eine umzugserlaubnis zu benötigen, nicht gefallen, geh zum amtsgericht und hol dir einen beratungshilfeschein. damit zu einem anwalt f. sozialrecht (unterlagen über ausgaben / einkommen, kontoauszüge und perso mitnehmen) der anwalt nimmt dann höchstens 10€, viele berechnen das gar nicht.

sunbee


-- Editiert von sunbee1 am 02.01.2008 14:11:39

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#4
 Von 
chrira
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

hallo

zunächst erstmal danke für die Antworten bisher.

Der Gutschein wurde mir bereits einmal angeboten, den habe ich aber abgelehnt, da es zu dem Zeitpunkt noch nicht sooo nötig war und ich davon ausging, dass die Frau, die mir sagte, wenn ich nur noch Formulare _nach_reichen muss, die Bearbeitung danach in maximal 5 Tagen erledigt sei, der Fall sei schliesslich schon angefangen, auch weiss was sie sagt. Ausserdem kann ich mir von diesem Gutschein kein S-Bahnticket kaufen, zum Frisör gehen oder mich sonstwie auf Bewerbungen vorbereiten. Das mit der Bahn ist nun auch das Problem, überhaupt an diesen Gutschein zu kommen.

@sunbee
die Sache mit der Erlaubnis ist nun mittlerweile erledigt, wie ich ja schon schrieb. Blöd war nur, dass es ueber drei Wochen von der alten Arge gedauert hat. Das Argument, dass ich zu hören bekam, war, dass ich ja nun hier den Staat mehr belaste, weil ich in eine teurere (aber immer noch erlaubte) Wohnung gezogen bin. Der Witz an der Sache ist bloss, dass meine vorige Wohnung mit 180€ warm kaum noch mal zu finden ist, erst recht nicht hier dieser Grossstadt.

@ekueku
bei der sache mit der Mitbewohnerin ziehst du leider die falschen Schluesse. Die Sache liegt eher gegenteilig. Sie laesst mich in diesen zwei Monaten kaum schlafen, ist nachts aktiv und leider zu faul die Tuerklinke zu benutzen, so dass ich jedesmal aufwache, wenn sie die Tür zuschlaegt. Ich habe nicht mal die Hälfte der Nächte, die ich hier wohne, durchschlafen können.
Daher würde ich gerne umziehen, eine andere Wohnung habe ich auch schon im Auge, aber die liegt in einem Stadtteil, fuer den eine andere Arge zuständig ist. daher habe ich Angst
1. dass diese Arge den fall garnicht mehr bearbeiten wird, wenn ich nun wegziehen wollte und ich meine Mietrückstände oder das geliehene Geld nicht bezahlen koennte
2. dass ich erst gar keine weitere Umzugserlaubnis bekomme...fuer "einfach so umziehen". Das waere ja ein privates Problem, und damit haben die ja nix zu tun.(kann ich mir vorstellen, dass so argumentiert wird)

das waere nämlich meine nächste Frage: wie komme ich am Besten aus dem Untermietverhältnis, ohne dass mir die Arge Ärger machen kann, aber auch ohne dass ich Schulden hinterlasse? Was gibt es da für Möglichkeiten? Kann die Vermieterin (die ja ihrerseite nur Mieterin ist), so etwas wie "Eigenbedarf" anmelden? oder gibt es ähnliches?

-- Editiert von chrira am 02.01.2008 14:37:08

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#5
 Von 
ekueku
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 5x hilfreich)

Guter Tipp! Dem SB mittels seinem Vorgesetzten "Impertinenz" vorzuhalten ist jedenfalls mal ein sehr guter Einstieg bei der ARGE und wird die Bearbeitung im Sinne des Antragstellers sehr beschleunigen :)

Also: Die Frage, ob beim Petenten ein Umzug vorliegt und hierzu eine Umzugsgenehmigung erteilt wurde, steht sogar in unseren neuesten Leistungsanträgen, also in den amtlichen Vordrucken, und zwar weit oben, habe gerade nochmal reingeguckt. Folglich ist die Sache nicht aus der Luft gegriffen. Der Fragesteller steht wegen dieser Ausgaben jetzt ohne eigene Mittel zur Überbrückung da, das Minus pflanzte sich doch fort! Wäre im vorliegenden Fall kein Problem gewesen, bei der Leistungsabteilung vor dem Umzug kurz nachzufragen und hätte 3 Wochen Wartezeit erspart.

Naja, egal jetzt.

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#6
 Von 
ekueku
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 5x hilfreich)

Also, 'chriri', ich an deiner Stelle würde erst mal den ALG2-Bescheid abwarten, solange kann das doch nicht mehr dauern. Den Gutschein hättest du annehmen sollen, der ersparte dir erstmal die Barausgaben für Lebensmittel, daher versuche, diesen per Post zu erhalten, wenn du nicht hinfahren kannst. Ist dann das ALG2 genehmigt, danach erst eine neue Wohnung beziehen, vorher zumindest höflichkeitshalber eine Umzugsgenehmigung beantragen, die Gründe für die Unzumutbarkeit der derzeitigen Wohnverhältnisse (Protokoll der Belästigungen usw. führen!) dem SB schriftlich mitteilen und dessen Genehmigung abwarten. Die Wartezeit kannst du für die Wohnungssuche verwenden. Sollte nicht schwierig sein, die obige Reihenfolge einzuhalten.

Generell gilt: In mündlichen und schriftlichen Äußerungen gegenüber der ARGE irgendwelche wertenden Begriffe vermeiden, die zieht ggf., wie du bei mir merktest, für dich ungünstige Schlüsse. Überhaupt alles Überflüssige vermeiden, gehe mit der Einstellung dahin, wie als Verdächtigter zur Polizei, daß alles, was du dort sagst, u.U. auch gegen dich verwendet werden kann! Denn das höchste Ziel der ARGE ist doch: Kosten vermeiden!

Alles Gute!

-- Editiert von ekueku am 02.01.2008 15:15:01

-- Editiert von ekueku am 02.01.2008 15:21:10

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#7
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10676 Beiträge, 1953x hilfreich)

@chrira

okay, das ist m. letzte antwort, da du ja offensichtlich nicht lesen willst: es gibt KEINE beschränkung zum umzug (die whg muss nur im regional genehmigten kdu rahmen sein). ob du kündigst und wie hängt vom mietvertrag ab und hat nix mit soz.recht zu tun.

@ekueku

wenn du kriechen für richtig hältst, ist das deine sache. andere aber dazu aufzufordern, sich zu ducken OBWOHL sie im recht sind...solch ein verhalten ist einer der gründe für willkür der argen und deren sb.
zur arge geht man nicht wie als verdächtiger (im übrigen muss in deutschland dem verdächtigen eine tat bewiesen werden, nicht umgekehrt) sondern hoch erhobenen hauptes. mit dem wissen um seine rechte.alg2 ist kein almosen sondern grundrecht.

umzugsgenehmigungen einzufordern seitens irgendwelcher behörden ist rechtswidrig,wenn man den umzug selbst finanziert u. die whg im kdu rahmen ist.

sunbee

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