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Staatsanwalt wirft Mzoudi Hilfe für Zelle um Todespilot Atta vor

AFP VOM 12.8.2003 | Nachrichten - Nachrichten | 9185 Aufrufe
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Terror, Atta, Mzoudi, Kaida

Marokkaner soll Attentätern vom 11. September geholfen haben

Vor dem Oberlandesgericht in Hamburg hat unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der zweite Prozess gegen einen mutmaßlichen Helfer der Attentäter vom 11. September 2001 begonnen. Der 30-jährige Marokkaner Abdelghani Mzoudi muss sich wegen des Vorwurfs der Beihilfe zum Mord in mindestens 3066 Fällen und Mitgliedschaft in der Hamburger Terrorzelle verantworten.

Im zweiten Hamburger Terror-Prozesses um die Anschläge vom 11. September 2001 hat die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vorgeworfen, er habe aus niederen Beweggründen vorsätzlich Hilfe geleistet, mindestens 3066 Menschen zu töten. Staatsanwalt Matthias Krauß sagte am Donnerstag zu Beginn des Verfahrens vor dem Oberlandesgericht, Abdelghani Mzoudi sei von Anfang an - spätestens seit Spätsommer 1999 - Mitglied der Hamburger Terrorzelle um den Todespiloten Mohammed Atta gewesen, und zwar als "Statthalter". Verteidiger Michael Rosenthal warf der Bundesanwaltschaft "einen Mangel an Verständnis für den anderen Kulturkreis vor". Er habe Mzoudi geraten, zu den Vorwürfen der Anklage zu schweigen. Der 30-jährige Angeklagte sagte, er sei von seinen Eltern in Marrakesch nach den Regeln des Islam erzogen worden. Für den Prozess sind zunächst 37 Verhandlungstage bis Anfang 2004 angesetzt.

Der Gerichtssaal
in Hamburg
(AFP)

Krauß sagte, Mzoudi habe mehrere Beiträge zur Förderung der terroristischen Ziele der Zelle geleistet. Er habe zusammen mit Mounir El Motassadeq und Said Bahaji als Statthalter fungiert und finanzielle Angelegenheiten für andere Mitglieder der Terrorzelle erledigt und planmäßig deren Reisen verschleiert. Im Februar hatte das Hamburger Gericht den Marokkaner Motassadeq wegen ähnlicher Vorwürfe zur Höchststrafe von 15 Jahren Haft verurteilt. Über die Revision hat der Bundesgerichtshof noch nicht entschieden. Bahaji tauchte kurz vor den Anschlägen vom 11. September unter und wird seither gesucht. Krauß sagte mit Blick auf die Hamburger Zelle um Atta: "Sie lehnten die westliche Gesellschaft und ihre Werteordnung ab und hatten eine aggressiv antiamerikanische und antijüdische Einstellung." Mzoudi drohen bei einer Verurteilung 15 Jahre Haft. Die Verteidigung will einen Freispruch erreichen.

In einer Gegenerklärung sagten die Verteidiger Michael Rosenthal und Gül Pinar, ihr Ziel werde es sein, "all diese Merkwürdigleiten aus 120 Leitz-Ordnern der Bundesanwaltschaft als Teil einer anderen Normalität darzustellen". "Die Akten der Bundesanwaltschaft sind nicht der Weisheit letzter Schluss", betonte Pinar. Der marrokanische Angeklagte machte ausführliche Angaben zu seiner Person. "Meine Mutter hat versucht, mir Werte zu vermitteln wie Ehrlichkeit, nicht zu stehlen und nicht zu töten, die guten Werte des Islam halt", sagte Mzoudi.

14. August 2003 - 11.31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2003


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