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Zweiter Eindruck ...

21.3.2001 Thema abonnieren
 Von 
Dietmar JaCobi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Zweiter Eindruck ...

Ich kam über eine gut gerankte Plazierung Ihrer Internetseiten in der fireball-Suchmaschine auf Ihrer Infos, als ich nach Schmerzensgeld-Fundstellen suchte.

Was Sie dazu an Informationen bieten, ist nicht nur dürftig. Im dem Wenigen, was Sie anbieten, reduzieren Sie diesen Rechtsanspruch auch noch auf seine gar nicht so wichtige Genugtuungsfunktion, die der Große Senat des BGH in seiner Grundsatzentscheidung von 1955 nur unterstrichen hatte.

Die wichtigste Funktion, der Ausgleich aller erlittenen Schäden, ist verschwunden.
Nachdem ich schon oft feststellen mußte, daß Juristen Rechtsinformationen zum Schadensersatz vergaßen oder so darstellten, daß sich Anspruchsteller zufrieden geben mußten mit Trostpflastern, und sie kein Interesse haben, das zu ändern, muß ich das hier öffentlich machen.

Ihre "Sparinfo" steht im Widerspruch zu Ihrem Artikel, in dem Sie sich offensichtlich dafür stark machen, daß man nach Unfällen deutlich mehr Schmerzensgeld zusprechen sollte.

Auf der WEB-Site http://www.zweite-hilfe.de steht, daß Juristen gar kein Interesse haben an angemessenen Schmerzensgeldern.

Freundliche Grüße
Dietmar JaCobi

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8 Antworten
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#1
 Von 
mcneubert1
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Herr Jacobi,

schöne Werbung für die eigene Seite!

Vielleicht haben die Juristen ja deshalb kein Interesse an höheren Schmerzensgeldforderungen, wiel sie die amerikanischen Verhältnisse fürchten. Mit solchen X-Millionen Forderungen ist sicher auch für die Anwälte viel Geld zu verdienen - aber mit lebensnaher und gesunder Rechtsprechung hat das wenig gemeinsam.

Freundliche Grüße
Michael C. Neubert

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#2
 Von 
Dietmar JaCobi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Herr Neubert!

"... schöne Werbung für die eigene Seite!"
Finde ich auch! Aber wichtig ist diese Feststellung sicher nicht.

Ihre Irrmeinung über Amerikanische Schmerzensgelder ist zwar weit verbreitet, aber z.B. in den ADAC-Schmerzensgeldtabellen längst widerlegt!

Diese Tatsache hat allerdings deutsche Juristen nicht davon abgehalten, sich mit Prophezeiung amerikanischer Mißverhältnisse für schmerzhafte deutsche Schmerzensgelder zu entschuldigen.

Mit "Vielleicht-Mutmaßungen" ist niemand geholfen, lieber Herr Neubert.

Amerikanische Anwälte verdienen übrigens nicht viel mit X-Millionen-Forderungen! Sie verdienen erst viel, wenn sie erfolgreich waren.

Bei uns dagegen kann ein Rechtsanwalt sogar abrechnen, wenn er praktisch nicht viel mehr geleistet hat, als seiner Sekretärin eine Gebührenrechnung zu diktieren nach einem Blick in die vermutlich dickste Preisliste der Welt ...

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß ich ständig auf falsche, irreführende oder verschwiegene Rechtsinformationen stoße, die z.B. dafür sorgen, daß schuldlos schwer verletzte Unfallopfer systematisch ausgebeutet und zermürbt werden nach einem Schicksalsschlag.

Es geht mir darum, diesen Mißstand abzustellen, weil er auch gut arbeitenden Anwälten Probleme macht.

Freundliche Grüße
Dietmar JaCobi

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#3
 Von 
mcneubert1
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Herr Jacobi,

dass amerikanische Anwälte vielfach auf Erfolg basierende Honorare erhalten ist mir durchaus bewußt. Vielleicht wäre dies auch ein Ansatzpunkt, um deutsche Anwälte zu motivieren sich für Opfer mehr ins Zeug zu legen. Allerdings könnte dies auch bedeuten, dass weniger aussichtsreiche Fälle nur sehr schwer oder sehr schlechten anwaltlichen Beistand erhalten.

Weiterhin halte ich es für sehr wichtig, dass Schadensersatz und Schmerzensgeld strikt getrennt wird. Über den Schadensersatz sind sämtliche Heilbehandlungskosten, Verdienstausfall (auch für Selbständige) und Kosten für eine eventuell aufwendigere und kostspieligere Lebensführung nach dem Schadensfall (Pflegedienst, Putzhilfe etc.) möglichst großzügig abzugelten.
Dauerhafte geistige oder körperliche Schäden müssen über eine Geldrente abgegolten werden.

Und was bleibt dann noch für das Schmerzensgeld? Bei allem Respekt für die Opfer, aber ein gewisses Lebensrisiko muss jeder von uns selbst tragen. Schmerzen lassen sich auch nicht mit Geld lindern - sie werden höchstens etwas erträglicher.

Eine gewisse Sensibilisierung der Versicherung, dafür wann Menschen nach einem Unfall wirklich leiden, könnte allerdings nicht schaden. Lieber diesen Opfern etwas großzügiger Schmerzensgeld gewähren und dafür bei den unzähligen "kleinen" Fällen, wenn "Opfer" extra mit einer Halskrause zur Verhandlung gehen um Geld für ihr so dramatisches Schleudertrauma abzustauben, sparen.

Und noch eins: Ich habe selbst im Gesundheitswesen gearbeitet. Am meisten gejammert und nach Schmerzensgeld und Wiedergutmachung gerufen haben diejenigen, denen es gar nicht so schlecht ging, sondern die mit ihrem Leben auch sonst nichts anzufangen wußten. Manch Schwerverletzter hat sich mit seinem Lebensmut, seiner positiven Einstellung und seinem Selbstbewußstein weit mehr geholfen als ihm jemals ein Schmerzensgeld hätte helfen können.

Mit freundlichen Grüßen
Michael C. Neubert

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#4
 Von 
Dietmar JaCobi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Herr Neubert!

Man kann ein Gebührensystem auch so gestalten, daß es bei geringen und bei hohen Streitwerten Anreize zu angemessenem Engagement bietet, und die umfassende Rechtsbesorgung gewährleistet, die mit dem Rechtsberatungsgesetz erreicht werden soll! Natürlich nur, wenn man will ...
Mit einer Monopolisierung hat man noch nirgends Qualität verbessert, weshalb das Rechtsberatungsgesetz auch eine ganz andere Funktion erfüllen soll ...

Hat irgendjemand Schadensersatz und Schmerzensgeld durcheinandergebracht?
Schmerzensgeld ist ein Teil des Schadensersatzes. Sonst nichts.

Warum müssen Dauerschäden über eine Rente abgegolten werden? Das ergibt sich weder aus den Rechtsnormen, noch aus aus praktischen Erwägungen.

Wer Renten für zukünftige Zeiträume festlegt, muß Kaffeesatz lesen! Ich halte nicht viel von hypothetischen Betrachtungen! Man sollte h. B. bei so wichtigen Angelegenheiten wie der Gewährleistung von Rechtssicherheit und Rechtsfrieden auf die Fälle beschränken, wo nichts anderes möglich ist.
Unsere Rechtsvorschriften liefern klare Vorgaben, in denen solche Schätzpauschalen nur Platz haben, wenn Anspruchsberechtigte damit einverstanden sind. Ich habe noch kein Unfallopfer gefunden, das gefragt wurde, ob es mit einer Schätzpauschale einverstanden ist!

Sie fragten "Und was bleibt dann noch für das Schmerzensgeld?", und merkten dann etwas über den Zweck des Schmerzengeldes an.

Mit Ihrer Frage kann ich nichts anfangen. Und zum Zweck es Schmerzensgeldes kann ich nur sagen, daß es da klare, juristische Vorgaben gibt:
Der Rechtszweck des Schmerzensgeldes hat nichts mit der Beseitigung von Schmerzen zu tun! Hier verwechseln Sie Schmerzensgeld mit Heilungskosten (=Schadensersatz)! Im übrigen kann man mit Geld auch Schmerzen beseitigen ... Offensichtlich hat unser Gesundheitssystem noch nicht gemerkt, wieviel Geld es ausgibt für Schmerzen ... Das ist auch kein Wunder, weil Schmerzen auch in Arztattesten nur selten quantifiziert werden.
(Eine Erklärung zum Rechtszweck des Schmerzensgeldes ist übrigens auch auf meiner WEB-Site zu finden!)

Was Ihre Bemerkung zum sog. Lebensrisiko anlangt, kann ich nur sagen, daß ein humanitär ausgerichteter Rechtsstaat besser bei den Blechschäden anfangen sollte, über Reduzierungen von Schadensersatzleistungen aufgrund allgemeiner Lebens- oder Sterbensrisiken nachzudenken! Denn immaterielle Schäden werden lt. GG wichtiger gesehen als materielle Schäden. Damit folgt das GG übrigens auch der Erfahrung aller Menschen! Gesundheit und körperliche Unversehrheit genießt weltweit die höchste Wertschätzung! 80% des gesamten KH-Schadenvolumens wird für Blechschäden ausgegeben, und die bewegen sich meist in einem Rahmen, die man locker einem allgemeinen Verlustrisiko unseres modernen Lebens zurechnen könnte!

Versicherungsgesellschaften sind im übrigen sensiblisiert für die Leiden der Unfallopfer. Aber das nützt nichts, weil sie immer bis an die Grenzen des Machbaren gehen müssen, um nicht so große Verluste einzufahren, daß sie Opfer des Wettbewerbs werden. Rechtsanwälte müssen sensiblisiert werden, denn die haben dafür zu sorgen, daß unsere Rechtsvorschriften verwirklicht werden! Beim Schmerzensgeld sind sie so weit davon entfernt, daß es ein Skandal ist, wie sehr sie ihre Köpfe in den Sand stecken.

Hätten Sie meine Infos gelesen auf

http://www.zweite-hilfe.de

, hätten Sie sich (und uns) manches ersparen können, auch Ihre Eindrücke als Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Die sind mir zu pauschal, als daß ich damit etwas anfangen könnte, und vermutlich gehen sie auch nicht auf eine geschulte, objektive Bestandsaufnahme oder auf unverzerrte Wahrnehmungen zurück.

Eigentlich wollte ich hier keine Argumente über das Für und Wider höherer Schmerzensgelder diskutieren, wollte darauf aufmerksam machen, daß falsche, irreführende und verschwiegene Rechtsinformationen angemessene Schmerzensgelder und vollen Schadensersatz verhindern!

Freundliche Grüße
Dietmar JaCobi

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#5
 Von 
mcneubert1
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Herr Jacobi,

auf einen so fundamentalen Streit über Schmerzensgeld will ich mich nicht weiter einlassen - zumal Sie ja ein ganz vehementer Verfechter Ihrer Ansichten sind.

Lassen Sie mich trotzdem nochmals meinen Standpunkt darstellen:

Ich halte nichts von übertriebenen Schmerzensgeldforderungen in Millionenhöhe wie in den USA.
Ich halte weiterhin daran fest, dass jeder von uns ein allgemeines Lebensrisiko selbst tragen muss.
Unsere Gesellschaft läuft Gefahr in einem Wirrwar von Klagen und Widerklagen wegen jeder Kleinigkeit, gegen jeden und für jeden Preis zu ersticken.

Allerdings tolleriere ich Ihre Ansichten - Sie führen sicher einen ehrenwerten und aufopferungsvollen Kampf für Opfer, die auf Ihre Hilfe angewiesen sind - viel Erfolg dabei!

Mit freundlichen Grüßen
Michael C. Neubert

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#6
 Von 
Dietmar JaCobi
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Herr Neubert!

Es wird keinen fundamentalen Streit über Schmerzensgeld geben, weil nichts da ist, worüber man streiten könnte!

Es geht auch nicht darum, daß irgendwelche Ansichten vertreten werden, über die man geteilter Meinung sein kann. Beim Schmerzensgeldanspruch liegen glasklare und eindeutige Rechtsvorschriften vor, die von Rechtsanwälten beachtet und umgesetzt werden müssen. Daß sie das nicht leisten, aus welchen Gründen auch immer, ist ein Skandal, weil sofort eine spürbare Entlastung für Unfallopfer möglich wäre!

Ich habe nun fünf Jahre versucht, Juristen auf die dadurch entstehenden Probleme aufmerksam zu machen, und mußte vielfach erleben, daß ähnlich reagiert wurde, wie Sie reagiert haben. Meist kamen überhaupt keine Reaktionen, und schon das zeigt, wie groß ihr Interesse bisher gewesen sein muß ...

Der Schmerzensgeld-Teufelskreis der Juristen ist unerträglich! Der Graben, der beim Herumtreten darin entstanden ist, wird immer tiefer, und je mehr die Nutzung des Internets zunimmt, desto tiefer werden sich Juristen darin bücken müssen ...

Übrigens: Auch viele amerikanische Gerichte halten nichts von überzogenen Schmerzensgeldern und reduzieren deshalb die hier von deutschen Medien so gern und irreführenderweise als Schmerzensgelder dargestellten Gesamtentschädigungssummen ... Warum es Ihnen wichtig war, dieses definitiv falsche Zerrbild nochmals zu unterstreichen, ist mir nicht einsichtig.

Ich habe auch nichts dagegen, wenn jeder ein allgemeines Lebensrisiko trägt. Sie haben aber gemeint, daß man auch schwer Verletzten einen Teil ihres Schmerzensgeldanspruches verweigern sollte! Dies läßt keine andere Schlußfolgerung zu, als daß bemitleideswerte Menschen die Folgen eines oft sogar vorsätzlich verursachten, besonderen Lebensrisikos, als allgemeines Lebensrisiko sehen sollen. Mit Ihrer nochmaligen Unterstreichung rücken Sie davon offensichtlich auch nicht ab.

Ein "Wirrwar von Klagen und Widerklagen wegen jeder Kleinigkeit, gegen jeden und für jeden Preis" kann man übrigens auch mit Selbstbeteiligungen ersticken. Auch dazu finden Sie übrigens was auf meinen WEB-Seiten, das so interessant ist, daß man in Deutschland täglich rund 100 Millionen Mark einsparen könnte, von den eingesparten Opfern ganz zu schweigen.

Danke für Ihre guten Wünsche! Vielleicht können Sie auch mal davon profitieren ...
Freundliche Grüße
Dietmar JaCobi

ANMERKUNG zum eigentlichen Thema:

Die Schmerzensgeld-Information, die mich hier veranlaßt hat, auf falsche, irreführende und verschwiegene Rechtsinformationen von Juristen hinzuweisen, weil sie stark daran beteiligt sind, daß es bis heute keine angmessenen Schmerzensgelder gibt, wurde inzwischen korrigiert. Danke an die Redaktion! Danke auch, daß mein Engagement von den Machern dieser WEB-Site so ernst genommen wird, daß Sie mit einem LINK unter "Juristische Portale" auf meine WEB-Site http://www.zweite-hilfe.de hinweisen!

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#7
 Von 
dadl6
Status:
Praktikant
(609 Beiträge, 88x hilfreich)

Das waren noch inhaltsreiche Beiträge!!!

:devil:

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#8
 Von 
Eirene113
Status:
Master
(4104 Beiträge, 414x hilfreich)

Sammelst du Punkte für deine uralten Ausgrabungen?
Schreib doch mal selber einen inhaltlichen ansprechenden Beitrag.

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