
Vor dem Revolutionsgericht in Teheran hat es eine zweite Anhörung im Prozess gegen regierungskritische Demonstranten gegeben. Politiker und Journalisten seien unter den Angeklagten, die vor dem Gericht in der Hauptstadt erschienen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Isna. Rund 100 Demonstranten müssen sich seit dem 1. August unter anderem wegen Angriffs auf die nationale Sicherheit vor Gericht verantworten. Bei der ersten Anhörung hatten mehrere Oppositionelle nach offiziellen Angaben erklärt, sie hätten sich getäuscht. Es habe keinen Betrug bei der Präsidentschaftswahl gegeben.
Die eigentlich für Donnerstag geplante Anhörung war auf Samstag verschoben worden, weil die Anwälte der Angeklagten die gegen ihre Mandanten erhobenen Vorwürfe genauer studieren wollten.
Regierungskritische Demonstranten hatten in den vergangenen Wochen mehrfach gegen die Wiederwahl von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad vom 12. Juni protestiert. Dabei kamen nach offiziellen Angaben etwa 30 Menschen ums Leben. Vergangenen Mittwoch wurde der ultrakonservative Politiker vereidigt.
Großbritannien protestierte gegen die Anklage gegen einen Botschaftsmitarbeiter im Iran, der gemeinsam mit regierungskritischen Demonstranten vor Gericht in Teheran erschien. Es sei "komplett inakzeptabel", dass der örtliche Botschaftsmitarbeiter Hussein Rassam bei der Massenanhörung dabei sei, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in London. Dies stehe im Widerspruch zu dem, was von den iranischen Behörden zugesichert worden sei. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna wird dem Mann Spionage vorgeworfen. Vor Gericht steht auch eine Französin, die als Sprachlehrerin im Iran arbeitete.
8. August 2009 - 14.12 Uhr
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