Zwei schwedische Journalisten aus Haft in Äthiopien entlassen
AFP VOM 10.9.2012 | Nachrichten - Allgemein | 587 Aufrufe Mehr zum Thema:Journalisten, Haft, Äthiopien
Ministerpräsident veranlasste Begnadigung vor seinem Tod
Zwei in Äthiopien verurteilte schwedische Journalisten sind nach mehr als einjähriger Haft begnadigt worden. Der Sprecher des äthiopischen Außenministeriums, Dina Mufti, bestätigte am Montag die Freilassung der beiden Journalisten, nannte aber nicht ihren aktuellen Aufenthaltsort. Ein anderer Regierungsvertreter hatte zuvor mitgeteilt, dass der Reporter Martin Schibbye und der Fotograf Johan Persson anlässlich des äthiopischen Neujahrsfestes am 11. September begnadigt würden.
Die Schweden waren Anfang Juli 2011 zusammen mit mehreren Kämpfern der Rebellenorganisation Nationale Befreiungsfront von Ogaden (ONLF) festgenommen worden. Im Dezember wurden sie wegen "Unterstützung des Terrorismus" und illegaler Einreise zu elf Jahren Haft verurteilt. Die ONLF, die für die Unabhängigkeit der Region Ogaden im Südosten Äthiopiens kämpft, hatte selbst um die Befreiung der "unschuldigen Journalisten" gebeten.
Noch vor seiner Einweisung ins Krankenhaus habe der am 20. August verstorbene Ministerpräsident Meles Zenawi "der Freilassung der zwei schwedischen Journalisten zugestimmt", hieß es aus Regierungskreisen. Der schwedische Außenminister Carl Bildt war Anfang September als einer der wenigen Vertreter westlicher Länder zu Meles' Staatsbegräbnis nach Äthiopien gereist.
Schibbye und Persson hatten eingeräumt, von Somalia aus illegal nach Äthiopien eingereist und Kontakt zu ONLF-Rebellen gehabt zu haben. Die Vorwürfe der Terrorunterstützung und auch den Vorwurf, Waffentraining erhalten zu haben, wiesen sie zurück. Nach eigenen Angaben recherchierten sie zu den Aktivitäten der schwedischen Ölfirma Lundin Oil und trafen sich bereits in London und Nairobi ausschließlich aus beruflichen Gründen mit ONLF-Anführern.
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